«Spielen gegen den Genozid»
Irland-Coach löst heftige Reaktionen vor Israel-Duell aus

Im Vorfeld der Nations-League-Partien zwischen Israel und Irland ist ordentlich Zunder drin. Israels Verband konterte die Aussagen des irischen Trainers, was eine Reaktion von oberster politischer Stufe zur Folge hatte.
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Irlands Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson spielt nur widerwillig gegen Israel.
Foto: imago/Inpho Photography

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Irlands Trainer kritisiert Israel vor Nations-League-Spiel am Sonntag in Debrecen
  • Irlands Premier fordert Entschuldigung für Israels scharfe Reaktion auf Kritik
  • Über 160 irische Sportler forderten Boykott, Heimspiel nach Serbien verlegt
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Carlo SteinerRedaktor Sport

Dicke Luft zwischen Israel und Irland vor dem Nations-League-Duell am Sonntag (20.45 Uhr): Bei der Pressekonferenz zur Kaderbekanntgabe am Samstag griff Irland-Trainer Heimir Hallgrimsson (59) den kommenden Gegner aufgrund der Politik im Palästina-Konflikt an. «Wir spielen nicht mit dem Genozid. Wir spielen gegen den Genozid. Und wir spielen gegen Israel, nicht mit Israel», erklärte der Isländer.

Er habe das Thema mit allen im Team individuell besprochen. «Ohne auf Einzelne einzugehen, kann ich sagen, dass sich niemand von uns wohlfühlt, diese Spiele zu spielen», stellt der Coach klar. Er verstehe nicht, warum Israel von der Fifa und Uefa noch zugelassen wird, aber Russland aufgrund des Ukraine-Kriegs gesperrt ist. «Ich sehe den Unterschied nicht.»

In Irland forderten im Vorfeld über 160 Sportlerinnen und Sportler in einem offenen Brief den Boykott der Partien gegen Israel. Der irische Verband hielt jedoch an den Spielen fest, entschied jedoch, das Heimspiel vom 4. Oktober (20.45 Uhr) aufgrund von Sicherheitsbedenken im serbischen Backa Topola unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen.

Israel kontert – Irlands Premier schaltet sich ein

Eine Reaktion seitens Israel liess nicht lange auf sich warten. «Leider haben wir noch kein Heilmittel gegen die Dummheit, Ignoranz und Heuchelei gefunden, die der irische Trainer an den Tag legt. Wir spielen nicht gegen Ignoranz, Heuchelei und Dummheit – wir spielen gegen den Trainer, der all das verkörpert», kontert der israelische Fussballverband am Montag auf X mit einer an Hallgrimssons Aussagen erinnernden Wortwahl und verweist auf die humanitäre Tradition des Landes. «Wir haben in unzähligen Bereichen einen Beitrag für die Welt und die Menschheit geleistet und dabei eine beeindruckende Anzahl von Nobelpreisen gewonnen.» 

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Damit ist für den höchsten Politiker Irlands eine rote Linie überschritten. Die Bemerkungen über den Trainer seien inakzeptabel und müssten zurückgenommen werden, sagte Micheal Martin, Irlands Taoiseach (Amtsbezeichnung des Regierungschefs), am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Um seinen Punkt zu unterstreichen, zitierte er keinen Geringeren als den UN-Generalsekretär: «Antonio Guterres sagte, er habe in seinem ganzen Leben noch nie ein solches Ausmass an Tod und Zerstörung erlebt wie im Krieg der israelischen Regierung gegen den Gazastreifen.» 

Für ordentlich Zündstoff vor der Partie am Sonntag (20.45 Uhr), die im Exil im ungarischen Debrecen stattfinden wird, ist damit schon Tage vor dem Anpfiff gesorgt.

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