«Jetzt bin ich glücklich»
Amenda in Frankfurt auf dem Höhenflug – auch in der Nati?

Aurèle Amenda (22) hat in Frankfurt eine beeindruckende Kehrtwende hingelegt. Noch vor wenigen Monaten auf der Ersatzbank, ist der Bieler heute Stammspieler. Mit Blick spricht er über die letzten Wochen, die Abwanderungsgedanken im Winter sowie sein grosses Saisonziel.
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

So schnell kann es gehen – eine klassische Fussball-Floskel, die bei Aurèle Amenda (22) aber den Nagel auf den Kopf trifft. Noch vor vier Monaten hat er sich bei Eintracht Frankfurt mehr Spielzeit gewünscht. Heute reist er als Stammspieler zur Nati. Seine letzten Wochen gleichen einem Steigerungslauf. Am Sonntag war er gegen Mainz – in Abwesenheit des gesperrten Captains Robin Koch (29) – gar der Abwehrchef.

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Aurèle Amenda hat jeden Grund zur Freude.
Foto: Getty Images

«Jetzt bin ich glücklich. Aber ich bin noch lange nicht satt – im Gegenteil, ich will mehr», sagt Amenda im Gespräch mit Blick. Der Wendepunkt in den letzten Wochen war der Trainerwechsel von Dino Toppmöller zu Albert Riera. «Er gibt uns Spielern viel Vertrauen und verlangt, dass wir mutig auftreten – nach vorne spielen, Risiken eingehen und auch Fehler in Kauf nehmen», beschreibt ihn der Bieler. Unter dem Spanier habe jeder Spieler seinen klaren Job. «Man sieht, wie wir defensiv deutlich stabiler geworden sind. Aber auch die Zeit mit Dino war wertvoll und lehrreich.»

Transfergerüchte im Winter

Zu Amendas Vorteil trugen zwei Faktoren bei: die Verletzung von Arthur Theate und Rieras Spielstil, der perfekt zu seinen Stärken passt. Gegen St. Pauli stellte er mit 168 Ballkontakten in einer Partie einen neuen Klubrekord auf (zuvor lag dieser bei 153). «Das ist schon sehr viel, das war mir gar nicht bewusst», sagt er und lacht. Klar sei aber: Er ist ein Verteidiger, der den Ball haben und das Spiel aktiv mitgestalten will.

«Das Ziel ist, bei der WM dabei zu sein»
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Amenda zur Schweizer Nati:«Das Ziel ist, bei der WM dabei zu sein»

Dabei drohte das Frankfurt-Abenteuer nach anderthalb Jahren im Januar zu enden. «Im Winter habe ich mir viele Gedanken gemacht, was richtig für mich ist. Ich wollte zu keinem Zeitpunkt die Eintracht verlassen. Aber in meinem Alter ist Spielpraxis das Wichtigste», betont Amenda. Ausserdem wollte er ein mögliches WM-Aufgebot nicht gefährden. «Das ist ein Riesentraum und natürlich auch ein grosses Ziel von mir.» Nach intensiven Gesprächen mit Sportchef Markus Krösche entschied sich Amenda zu bleiben. «Er hat mir gesagt, dass der Klub auf mich setzt und ich meine Chancen bekommen werde. Rückblickend hatte er damit recht.»

Bald auch in der Nati Stammspieler?

Von Amendas Aufschwung profitiert nun auch die Nati. Auch wegen diverser Verletzungen – bei seinem Debüt zog er sich eine Knieverletzung zu – kommt er erst auf vier Einsätze und 206 Spielminuten. «Langfristig will ich Stammspieler werden. Aber im Moment bleibe ich bewusst bodenständig. Ich weiss, dass ich mich weiter verbessern muss.» Jede Minute bei den anstehenden Länderspielen gegen Deutschland oder Norwegen sei für ihn deshalb ein Gewinn.

«Ich vergesse nie, dass ich aus einer kleinen Stadt komme und die Nati oder die WM vor ein paar Jahren nicht in meinem Kopf waren», sagt Amenda. Entsprechend lässt er auf dem Platz das Herz sprechen. Dabei ist es ihm auch egal, ob Murat Yakin die Dreier- oder Viererkette wählt. «Ich bin sehr flexibel. In Frankfurt habe ich schon beide Systeme gespielt.»

Die Sache mit dem Tor

Was Amenda bei der Eintracht allerdings noch fehlt, ist ein persönlicher Torerfolg. Mit 1,94 m ist er prädestiniert für Kopfballduelle und den einen oder anderen Treffer. «Meine Mitspieler erinnern mich jeden Tag daran, und auch ich denke bei jeder Standardsituation: Jetzt muss es endlich klappen», sagt er lachend.

Amenda nimmt das Ganze mit Humor. Gleichzeitig ist er zuversichtlich, dass es mit dem Premierentreffer in der Bundesliga bald klappt. «Ich spüre es. Ich komme zu meinen Chancen, und irgendwann muss der Ball drin sein.» Sein erstes Tor für Frankfurt zu schiessen, hat er sich als persönliches Ziel bis zum Saisonende gesetzt. «Mit meiner Grösse kann ich auch für Torgefahr sorgen. Defensiv bin ich stark, offensiv kann ich mich aber noch deutlich verbessern. Auch daran arbeite ich.»

«Das habe ich gebraucht»

Insgesamt ist Amenda mit seiner Entwicklung in Frankfurt aber zufrieden. Der Schritt von YB in die grösste Stadt des Bundeslandes Hessen sei nicht einfach gewesen. «Aber das habe ich gebraucht. Ich habe hier vieles erlebt, darunter auch Phasen ohne Einsatzzeit. Das war hart, aber solche Erfahrungen gehören zum Fussball dazu. Rückblickend merkt man: Es hat mich weitergebracht. Vor allem mental habe ich mich sehr stark entwickelt.» Davon hat nun im besten Fall auch die Nati etwas.

Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
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Mexiko
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Südafrika
Südafrika
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Südkorea
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Tschechien
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Playoffs
Gruppe B
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Kanada
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Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
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Katar
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Schweiz
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Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
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Brasilien
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Marokko
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Haiti
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Schottland
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Gruppe D
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Australien
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Türkei
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Deutschland
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Curacao
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Ecuador
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Ägypten
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Demokratische Republik Kongo
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Panama
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