Darum gehts
- Kantig vor dem Mikrofon: Alex Frei zieht erste Bilanz
- Er sagt: Anstand und Respekt nicht immer voll da
- Professionalität der Spieler neben dem Platz hat ihn überrascht
Nein, zufrieden ist Alex Frei nicht, als er am späten Dienstagabend in den Katakomben der Thuner Stockhorn-Arena vor das Blick-Mikrofon tritt. Soeben hat der ehemalige Nati-Stürmerstar seinen ersten Zusammenzug als U21-Trainer der Schweiz hinter sich. Die Pflicht haben die jungen Schweizer in der EM-Quali gegen die Underdogs von den Färöern (1:0) und Estland (2:1) zwar erfüllt – jedoch alles andere als souverän.
Das klingt nach dem knappen Sieg gegen Estland in den Worten von Frei dann so: «Wir haben gewonnen, weil wir als Team und individuell besser besetzt sind, aber nicht, weil wir es verdient hätten. Das war eine Chancenauswertung des Grauens.» Exakt zwei Jahre nach dem Ende des Engagements in Aarau ist der 46-Jährige wieder zurück im Trainerjob. Knackig in seiner Wortwahl ist er geblieben.
«Jeden Match mit Anstand und Respekt zu Ende zu spielen»
Gegen Estland zieht seine U21-Nati ein praktisch 90-minütiges Powerplay auf. Pure Dominanz bei den Spielanteilen. Doch das prominent bestückte Team mit Spielern aus der Serie A (Britschgi, Athekame) und Bundesliga (Ogbus) wird nach dem frühen Führungstor durch Sion-Juwel Boteli (8.) und zwei Lattenschüssen (4., 32.) übermütig.
Frei ist gar nicht erfreut: «Die Mannschaft hat 25 Minuten so gespielt, wie wir es besprochen haben. Dann hat sie begonnen, Dinge zu tun, die überhaupt nicht geplant waren. Auch egoistische Dinge. Die Spieler müssen lernen, jeden Match mit Anstand und Respekt gegenüber dem Gegner zu Ende zu spielen.»
Diese Lektion ist bestimmt auch an Milan-Verteidiger Athekame gerichtet, der an der Seitenlinie den Ball mit beiden Füssen einklemmen und über zwei Gegner lupfen will, wie es einst Brasil-Kicker Ronaldinho in seltenen Fällen versucht hat – oder später Künstler wie Neymar. Athekame scheitert damit kläglich. Prompt kassiert die Schweiz wenig später den zwischenzeitlichen Ausgleich (30.). Ein längeres Zittern folgt, bis FCZ-Youngster Tsawa in der 65. Minute das Siegtor erzielt.
Alex Frei braucht in seiner weiteren Analyse das gesamte Spektrum: «Spielerisch war alles, was nach vorne ging, sehr gut. Die Auswertung der Torchancen war schlecht – und die defensive Absicherung bei gegnerischen Kontern war ebenfalls des Grauens.»
Sein erster Zusammenzug? Da erhellt sich die Miene
Gehts ums grössere Bild, werden die Worte von Alex Frei merklich positiver. Die Bilanz nach seinem ersten Zusammenzug: «Super! Es sind unglaublich tolle Jungs. Wie auch der Trainerstab. Es waren kurzweilige zehn Tage.»
«Überraschend» findet Frei trotzdem etwas. «Das professionelle Verhalten. Die Einstellung zum Beruf, die Regeneration, Ernährung. Das ist viel weiter entwickelt, als es bei uns war. Man darüber diskutieren, ob das besser ist oder nicht.»
Fast schon zu professionell neben dem Platz also? Das muss die Nati-Legende (84 Spiele, 42 Tore) genauer erklären. «Es ist nicht so, dass wir damals viermal in der Woche Pommes Frites assen. Aber manchmal wünsche ich mir eine bessere Dosierung bei den Jungs zwischen Anspannung und Entspannung. Das kriegen sie noch nicht so gut hin.» Was wirklich zähle, sei alles nach dem Anpfiff.
Den nächsten Anpfiff in einem Pflichtspiel gibts dann erst in einem halben Jahr wieder für Freis U21-Nati. Die restlichen drei Spiele der EM-Quali stehen an. Eine direkte Quali liegt wegen der Hypothek aus der Vor-Frei-Zeit im letztem Herbst (Patzer gegen Island, Blamage in Luxemburg) weiterhin ziemlich weit entfernt, für die Teilnahme an den EM-Playoffs hat Frei die U21-Nati aber wieder auf Kurs gebracht.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Deutschland | 6 | 13 | 15 | |
2 | Slowakei | 6 | -2 | 12 | |
3 | Nordirland | 6 | 1 | 9 | |
4 | Luxemburg | 6 | -12 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 6 | 12 | 14 | |
2 | Kosovo | 6 | 1 | 11 | |
3 | Slowenien | 6 | -5 | 4 | |
4 | Schweden | 6 | -8 | 2 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schottland | 6 | 6 | 13 | |
2 | Dänemark | 6 | 9 | 11 | |
3 | Griechenland | 6 | -2 | 7 | |
4 | Belarus | 6 | -13 | 2 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Frankreich | 6 | 12 | 16 | |
2 | Ukraine | 6 | -1 | 10 | |
3 | Island | 6 | 2 | 7 | |
4 | Aserbaidschan | 6 | -13 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 6 | 19 | 16 | |
2 | Türkei | 6 | 5 | 13 | |
3 | Georgien | 6 | -8 | 3 | |
4 | Bulgarien | 6 | -16 | 3 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Portugal | 6 | 13 | 13 | |
2 | Irland | 6 | 2 | 10 | |
3 | Ungarn | 6 | 1 | 8 | |
4 | Armenien | 6 | -16 | 3 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Niederlande | 8 | 23 | 20 | |
2 | Polen | 8 | 7 | 17 | |
3 | Finnland | 8 | -6 | 10 | |
4 | Malta | 8 | -15 | 5 | |
5 | Litauen | 8 | -9 | 3 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Österreich | 8 | 18 | 19 | |
2 | Bosnien und Herzegowina | 8 | 10 | 17 | |
3 | Rumänien | 8 | 9 | 13 | |
4 | Zypern | 8 | 0 | 8 | |
5 | San Marino | 8 | -37 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Norwegen | 8 | 32 | 24 | |
2 | Italien | 8 | 9 | 18 | |
3 | Israel | 8 | -1 | 12 | |
4 | Estland | 8 | -13 | 4 | |
5 | Moldawien | 8 | -27 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Belgien | 8 | 22 | 18 | |
2 | Wales | 8 | 10 | 16 | |
3 | Nordmazedonien | 8 | 3 | 13 | |
4 | Kasachstan | 8 | -4 | 8 | |
5 | Liechtenstein | 8 | -31 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | England | 8 | 22 | 24 | |
2 | Albanien | 8 | 2 | 14 | |
3 | Serbien | 8 | -1 | 13 | |
4 | Lettland | 8 | -10 | 5 | |
5 | Andorra | 8 | -13 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kroatien | 8 | 22 | 22 | |
2 | Tschechien | 8 | 10 | 16 | |
3 | Färöer | 8 | 2 | 12 | |
4 | Montenegro | 8 | -9 | 9 | |
5 | Gibraltar | 8 | -25 | 0 |