Blauer Himmel, Sonnenschein, Temperaturen um die 25 Grad und von weit her hörte man noch etwas vom Meeresrauschen – eigentlich war es ein ruhiger und richtig schöner Montagmorgen im Nati-Hotel in Belek an der türkischen Riviera. Kurz nach 10 Uhr Ortszeit wird die Stimmung allerdings etwas angespannter, man spürt: Etwas ist im Busch. Wenig später kursieren erste Gerüchte, wonach Granit Xhaka aufgrund der Ermittlungen gegen ihn nicht zur Nationalmannschaft reisen wird. Um 11.20 Uhr folgt die Bestätigung des Verbands. Der Captain wird nicht wie erwartet um 19.45 Uhr in der Türkei landen.
Kobel versteckt sich vergeblich
Dafür landet fast zeitgleich zur Xhaka-Ankündigung am Flughafen Antalya die Edelweiss-Maschine mit den ersten Spielern sowie dem neuen SFV-Super-Boss Marinko Jurendic und Präsident Peter Knäbel. Gegen 12 Uhr steigen sie aus dem Bus vor dem Kempinski Hotel, wo die Nati bis am Freitag residiert. Nati-Goalie Gregor Kobel versucht sich erfolglos vor den wartenden Fotografen und Journalisten zu verstecken. Ardon Jashari, Michel Aebischer, Marvin Keller und Eray Cömert steigen ebenfalls aus dem Bus.
Mit ein wenig Verzögerung folgen Xhakas beste Nati-Freunde und Führungsspieler Manuel Akanji sowie Ricardo Rodriguez. Sie grüssen die Anwesenden, anzumerken, dass ihr Kumpel und Captain kurz zuvor seine Nati-Reise abgesagt hat, ist ihnen nichts. Sie verschwinden in der Hotellobby, um ihre Zimmerschlüssel abzuholen. Die eigentliche Führungsspieler-WG im Hotel-Bungalow mit Xhaka, Akanji und Rodriguez wird neu besetzt. Eray Cömert übernimmt das freigewordene Zimmer des Captains.
Rodriguez kapert Buggy
Währenddessen steigt draussen die neue Gute-Laune-Crew der Nati aus dem Bus: Winsley Boteli mit Glitzershirt, Johan Manzambi, Alvyn Sanches und Zachary Athekame sind hier. Es wird lauter, es wird sehr viel gelacht und um die Wette gestrahlt. Die bisher ernste Stimmung vor dem Hoteleingang wird sofort aufgelockert. Ricardo Rodriguez, inzwischen ausgestattet mit der Zimmerkarte für den Bungalow, zieht mit: Er kapert den Hotelbuggy und möchte gemeinsam mit Cömert und Akanji losdüsen, doch der Hotelangestellte macht ihm einen Strich durch die Rechnung, er muss auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Neuling Boteli getraut sich gar nicht erst hinters Steuer: «Ich darf nicht, ich habe keinen Fahrausweis», sagt er. Und wieder wird gelacht.
Gute Laune auch bei Yakin
Während der Corona-Wirbel um Xhaka die Laune bei den Spielern also nicht beeinträchtigt, gibts auch bei Murat Yakin nach dem Mittag Grund zur Freude: Sein fehlender Koffer vom Hinflug am Sonntag wurde nachgeliefert. Hinter den Kulissen herrscht derweil weiter Hochbetrieb. Die angekündigte Pressekonferenz von Pierluigi Tami wird auf später verschoben, dafür wird für den Nachmittag zusätzlich ein kurzes Gespräch mit Präsident Peter Knäbel angekündigt.
Die Hoffnung: Dem Thema damit Wind aus den Segeln nehmen, es zumindest für den Moment im Rahmen des Nati-Zusammenzugs als erledigt zu erachten. Ob das gelingt, werden die kommenden Tage zeigen. In diesen sollen nun vielmehr die neuen Shootingstars und Nati-Debütanten ins Rampenlicht rücken. Trainieren mussten die Neulinge aber noch nicht. Das für den Abend geplante Mannschaftstraining auf dem hoteleigenen Fussballplatz wurde komplett abgesagt. «Die Spieler absolvieren stattdessen individuelle Programme im Hotel», heisst es vonseiten des SFV. Für Murat Yakin heisst das individuelle Programm Padel – gemeinsam mit Manuel Akanji, dem Nati-Captain für die kommenden vier Spiele.
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