Darum gehts
- Marinko Jurendic will Schweizer Talente Romano und Boteli für Nati sichern
- Spieler von Italien und Kongo umworben
- Beide werden ein Nati-Aufgebot erhalten – dann fällt die Entscheidung
Erst etwas mehr als zwei Wochen ist Marinko Jurendic (48) im Amt. Aber der neue Chief Sports Officer des Schweizerischen Fussballverbandes hat bereits einige Brände zu löschen.
Langfristig muss er es irgendwie fertigbringen, dass die Schweizer Spitzenvereine wieder mehr junge Schweizer spielen lassen. Kurzfristig geht es darum, im Kampf um zwei heiss umworbene Schweizer Talente nicht den Kürzeren zu ziehen.
Verliert die Nati zwei Rohdiamanten?
Winsley Boteli (20) und Alessandro Romano (20) starten gerade so richtig durch. Aber anstatt sich auf zwei künftige Nationalspieler freuen zu können, muss der Schweizer Verband fürchten, dass ihm die beiden Rohdiamanten vor der Nase weggeschnappt werden. Romano wird von Italien umworben. Boteli von der Demokratischen Republik Kongo.
Wie also sieht der Plan aus, um die beiden Talente von der Schweiz zu überzeugen? «Wir werden zeitnah die Aufgebotsliste für die Nations League versenden», sagt Jurendic. Und auch wenn er es nicht explizit ausspricht: Die Namen Romano und Boteli werden auf dieser Liste stehen.
Es wird das Aufgebot der Wahrheit. Weil die beiden dann wählen müssen, ob sie für die Schweiz spielen wollen oder für das Land ihrer Vorfahren. «Am Ende wird es eine Entscheidung von ihnen geben, ob sie dem Aufgebot Folge leisten», bestätigt Jurendic.
Klar scheint: Sollten die beiden Ende September bei der Nati einrücken, werden sie auch spielen. Alles andere ergäbe keinen Sinn. Schliesslich ist ein Spieler erst dann definitiv für eine Nation registriert, wenn er in einem offiziellen Wettbewerbsspiel zum Einsatz kommt.
Natürlich wird Jurendic seinem Nati-Trainer Murat Yakin (51) die Wechsel in den Spielen gegen Nordmazedonien, Schottland und Slowenien nicht diktieren: «Die Aufstellung liegt immer beim Trainer.» Aber der Chief Sports Officer dürfte Yakin mehr oder weniger sanft darauf hinweisen, wie wichtig ein Einsatz der Talente wäre. Oder, wie es Jurendic sagt: «Ich hoffe, dass der Trainer die Verbandsphilosophie auch unterstützt. Murat hat das in der Vergangenheit ja auch immer mitgestützt.»
Ein gewisser Alvyn Sanches ist auch Doppelbürger
Wobei es da ja den Fall Albian Hajdari (23) gab. Der Innenverteidiger war im November 2024 zwar einem Nati-Aufgebot für die Nations League gefolgt. Aber weil ihn Yakin weder gegen Spanien noch gegen Serbien einsetzte, konnte er sich ein Jahr später neu entscheiden. Seither spielt er ebenso für den Kosovo wie Leon Avdullahu (22), ein weiterer Doppelbürger, der sich zuletzt gegen die Schweiz entschieden hat.
Und nur, damit es im Rummel um Boteli und Romano nicht vergessen geht: Ein gewisser Alvyn Sanches (23) spielt derzeit bei den Young Boys wie ein junger Gott. Er ist sogar ein Dreifachbürger (Schweiz, Portugal, Kap Verde). Auch er ist noch ohne Wettbewerbsspiel für die Schweiz. Auch er bleibt also noch frei in seiner Länderwahl. Und darum ist er einer, der am 26. September hoffentlich einen Termin in Skopje hat. Dort spielt die Schweiz in der Tose-Projeski-Arena ihr erstes Spiel der Nations League.
Füge jetzt die Fussball-Nati deinen Teams hinzu, um nichts mehr zu verpassen.
