«Mafiöse Strukturen»
Fussball-Europa läuft Sturm gegen Infantino

Fifa-Chef Gianni Infantino sorgt mit seinem Plan für weltweite Kritik. Europa spricht von einer «existenziellen Bedrohung» für den Fussball. Nur Afrika signalisiert bisher Interesse.
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Gianni Infantino will die Rechte an der Fussball-WM teilweise an Investoren verkaufen.
Foto: Eduardo Verdugo

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fifa-Chef Infantino plant WM-Anteilsverkauf, sorgt für weltweite Kritik
  • Christian Streich spricht von «mafiösen Strukturen»
  • Uefa-Vizepräsidentin: «Existenzielle Bedrohung für den Sport»
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Gabriel KnupferRedaktor News

Fifa-Boss Gianni Infantino (56) hat in ein Wespennest gestochen. Der Vorschlag zum Verkauf von WM-Anteilen sorgt für weltweite Kritik – und für eine Boykottdrohung der 55 Mitgliederverbände der Uefa.

«Mafiöse Strukturen»

Besonders deutlich äussert sich Christian Streich (61) gegenüber Sky Sport. «Das sind mafiöse Strukturen», so der ehemalige langjährige Trainer des SC Freiburg. Er sei froh, dass sich Europa dagegen stelle. «Da gibt es nur eins: Raus aus der WM. Dann gibt es halt nur noch Europameisterschaft.»

Infantino erpresse die kleinen afrikanischen Verbände, so Streich. Dazu muss man wissen: Der Fifa-Präsident versprach den Verbänden, die bis am 19. September zustimmen, eine erste Zahlung von 20 Millionen Dollar. Insgesamt stellte er jedem Verband durch den Verkauf der Rechte 40 Millionen Dollar in Aussicht.

«Existenzielle Bedrohung»

Uefa-Vizepräsidentin Laura McAllister (61) schlägt Alarm. Infantinos Plan sei eine «existenzielle Bedrohung für den Sport». Die Waliserin betont gegenüber BBC Radio: Die Uefa bekämpfe den Vorschlag mit aller Kraft.

Sie hoffe aber, dass der Boykott nicht durchgezogen werden müsse. «Ich bin optimistisch, dass dies nicht der Fall sein wird, denn in Wirklichkeit ist Europa die treibende Kraft des Weltfussballs.»

«In der fünften Liga gespielt»

Alexander Wehrle (51), der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart, griff Infantino auf Sky Sport frontal an. «Hat Gianni Infantino mal wirklich professionell Fussball gespielt? Ich glaube, in der fünften Liga in der Schweiz.»

Er wünsche sich eine Fifa ohne Infantino, so Wehrle. Er habe Sorge, dass «ein einzelner Mann den Weltfussball zerstören kann».

«US Soccer steht hinter der Concacaf»

Neben der Uefa lehnt auch der nord- und mittelamerikanische Verband Concacaf das Vorhaben ab. Der Kontinentalverband kritisiert «die künstlich knapp gesetzte Frist sowie das Fehlen jeglicher Prüfung oder Genehmigung durch die zuständigen Fifa-Führungsgremien».

Alle 41 Mitgliedsländer sind gegen Infantinos Plan. Auch der wichtige US-Verband nimmt klar Stellung und schreibt: «US Soccer steht hinter der Concacaf».

«Prüfen und bewerten»

Die Asiatische Fussball-Konföderation AFC ist «enttäuscht», dass sie nicht konsultiert worden war, bevor der Plan an die Öffentlichkeit gelangte.

Bisher zeigt sich nur der Afrikanische Fussballverband CAF offen. Präsident Patrice Motsepe (64) kündigte an, nächste Woche eine Sitzung des Exekutivkomitees einzuberufen. Dort werde man den Vorschlag «prüfen und bewerten».

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