«Ich werde ihn vermissen»
Akanji über Sommers Inter-Abgang, sein Tattoo und Zweifel

Manuel Akanji steht vor seiner zweiten Saison mit Inter Mailand. Während sich sein Klub nicht verändert hat, trifft das auf andere Dinge nicht zu. Akanji startet unter anderem mit einer neuen Frisur und einem neuen Teamkollegen, den er gut kennt, in die Saison.
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Die Zöpfe sind ab – Manuel Akanji war beim Coiffeur.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Manuel Akanji hat eine Veränderung gebraucht und war beim Coiffeur
  • Bei Inter Mailand muss er nun ohne Schweizer Teamkollegen auskommen
  • Dafür freut er sich über die Verpflichtung eines alten Freundes
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Ramona BieriRedaktorin Sport

Am Samstag startet Manuel Akanji (31) mit Inter Mailand gegen Monza (18.30 Uhr) in die Saison. Obwohl es sein zweites Jahr beim amtierenden italienischen Meister ist, ist vieles neu. Das Offensichtlichste: die Frisur. Bei der WM noch mit Zöpfchen auf dem Kopf, trägt der Nati-Verteidiger nun seine Haare ganz kurz. «Das musste ich einfach tun. Ich brauchte eine Veränderung», verrät er im Interview mit der «Gazzetta dello Sport». Die Frisur hat einen netten Nebeneffekt. «Die meisten Leute sagen, ich sähe ein bisschen jünger aus», so Akanji. «Das ist gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich 31 bin ...»

Neu ist auch, dass ihn in der Kabine wohl niemand mehr versteht, wenn er Schweizerdeutsch spricht. Denn Ex-Natikollege Yann Sommer (37) hat sich dazu entschieden, die Nerazzurri nach drei Jahren zu verlassen. «Ich werde Sommer vermissen», gibt Akanji zu.

Gleichzeitig freut er sich über einen neuen Teamkollegen, den er bestens kennt: John Stones (32). Drei Jahre haben die beiden zusammen bei Manchester City gespielt, nun sind sie wiedervereint. Akanji versucht seinem Freund nun bei der Eingewöhnung zu helfen, erklärt ihm alles und zeigt ihm gute Restaurants.

WM-Aus war hart

Auch mit anderen Teamkollegen sind inzwischen Freundschaften entstanden. Akanjis Kinder gehen auf die gleiche Schule wie jene von Henrikh Mkhitaryan (37), zu Hakan Calhanoglu (32) und Yann Aurel Bisseck (25) hat er ebenfalls ein gutes Verhältnis. Das macht deutlich, wie wohl sich der Nati-Verteidiger in Mailand fühlt. So wohl, dass auch sein Italienisch immer besser wird. «Ich verstehe fast alles und komme ganz gut zurecht», meint er.

Wie sein Verhältnis zu Lautaro Martinez (28) ist, darüber spricht Akanji zwar nicht. Aber mit dem Argentinier verbindet er seit Juli eine unschöne Erinnerung. Die beiden standen sich im WM-Viertelfinal gegenüber – die Südamerikaner setzten sich in der Verlängerung 3:1 durch. «Das war hart, denn wir waren besser als Argentinien und hätten die WM wirklich gewinnen können», blickt Akanji zurück. Und ist überzeugt, dass die Schweiz ohne den Platzverweis gegen Breel Embolo (29) in den Halbfinal eingezogen wäre. Mit Martinez hat Akanji nicht darüber gesprochen. «Das ist auch nicht nötig», meint er. «Denn keiner von uns beiden ist glücklich darüber, wie die WM ausgegangen ist.»

Ärger über Zweifel, nicht über Fehlschuss

Glücklich scheint Akanji hingegen immer noch mit seinem Entscheid zu sein, künftig keine Penaltys mehr zu schiessen. Diesen fällte er nach seinem Fehlschuss im WM-Achtelfinal gegen Kolumbien. «Der Fehlschuss an sich hat mich nicht so sehr geärgert – aber die Zweifel, die ich hatte», erklärt Akanji, der davor schon die letzten zwei Penaltys bei Endrunden verschossen hat. 

Mit Zweifeln verbindet er noch etwas anderes: das Tattoo auf seinem linken Unterarm. «Prove them wrong» (deutsch: «Beweise ihnen, dass sie unrecht haben») steht dort geschrieben. Stechen liess es Akanji kurz nach einer Kreuzband-OP. «Ich war 20 Jahre alt und spürte, dass mein Umfeld Zweifel hatte», erklärt er. «Ich hingegen habe nie gezweifelt.» Auch wenn er heute denke, er müsse niemandem ausser sich selbst etwas beweisen, gefalle ihm der Satz immer noch. Und das, obwohl sich sonst vieles in seinem Leben geändert hat. Wollte er früher immer das neuste iPhone oder Designerkleidung, ist ihm heute etwas anderes viel wichtiger: seine Familie.

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