«Die Saison ist noch lang und die Supercopa der für uns am wenigsten wichtige Wettbewerb.» Mit diesen Worten relativierte Xabi Alonso (44) die bittere Finalniederlage gegen Erzrivale Barcelona am Sonntagabend. Doch keine 24 Stunden später ist der Starcoach seinen Posten los – aber wohl nicht, weil er den ersten Titelsieg der Saison verpasst hat.
Zwar vermutet die «Mundo Deportivo» genau das: Präsident Florentino Pérez soll nach der Finalpleite dermassen enttäuscht gewesen sein, dass er die Trennung sozusagen im Alleingang erzwungen hat. Der Tenor aus dem Blätterwald ist hingegen ein anderer: dass sich Alonso an den vielen Egos in der Garderobe aufgerieben habe und den Klub schliesslich freiwillig verliess.
Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht haben könnte, ist der Eklat nach dem Supercopa-Final. Auf TV-Bildern ist zu sehen, wie Xabi Alonso sich bereitmacht, eine Ehrengarde für Barcelona aufzustellen. Doch dann wird seine Autorität von Starspieler Kylian Mbappé untergraben: Er zettelt seine Teamkollegen dazu an, nicht Spalier zu stehen – und sein vermeintlicher Chef fügt sich.
Komplizierte Beziehung zu den Spielern
Es sind Bilder, die durchaus einen Affront eines Spielers gegen seinen Trainer darstellen. Den Abgang Alonsos auf diese Szene zurückzuführen, greift zwar zu weit, dennoch zeigt sie die Risse auf, die zwischen Trainer und Spielern laut mehreren Medienberichten bestanden haben. Auch Transferexperte Fabrizio Romano oder die Newsportale Cope und El Larguero führen die Trennung von Alonso auf die komplizierte Beziehung zu den Spielern zurück.
So soll der einstige Leverkusen-Erfolgscoach zunehmend desillusioniert von der Einstellung vieler Stars gewesen sein. Alonso und sein Staff hätten manche Spieler immer wieder zu mehr Taktik- oder Fitnesseinheiten drängen müssen. Allgemein soll es zwischen der Mannschaft und Alonso, der in vielen Bereichen mehr Disziplin einforderte, nicht gepasst haben. So soll er bei der Klubführung auch mehrmals beklagt haben, dass die Spieler über zu viel Macht verfügen, was es für Alonso schwer gemacht habe, seine Ideen umzusetzen.
Mbappé bedankt sich für «kurze Zusammenarbeit»
Aller Berichte zum Trotz seien die Spieler laut der «Marca» von der Trennung am Montag überrascht worden. Sie hatten gar das Gefühl gehabt, dass die Ideen des Trainers immer besser greifen würden. Zahlreiche Akteure haben sich in den sozialen Medien auch schon zur Trennung geäussert – wie auch Kylian Mbappé.
Der Franzose, der mit 29 Toren in 25 Pflichtspielen eine überragende Quote unter Alonso aufweist, schrieb in einer Instagram-Story: «Es war kurz, doch ich habe es genossen, unter dir zu spielen und von dir zu lernen. Danke, dass du mir von Tag 1 an Vertrauen geschenkt hast. Ich werde dich als Trainer mit klaren Ideen und grossem Fussballwissen in Erinnerung behalten.» Wie ernst diese Worte gemeint sind, sei mal dahingestellt.
Auch Alonso meldet sich via Instagram
Auch der geschasste Coach Alonso meldet sich am Dienstagmittag auf Instagram zu Wort. «Diese berufliche Etappe endet, und sie ist nicht so verlaufen, wie wir es uns gewünscht hätten», schreibt der 44-Jährige. «Real Madrid zu trainieren, war eine Ehre und eine Verantwortung.»
Sein Dank geht an den Verein und die Spieler, aber vor allem auch an die Fans «für das Vertrauen und die Unterstützung». Er gehe «mit Respekt, Dankbarkeit und dem Stolz, mein Bestes gegeben zu haben.»
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Barcelona | 25 | 42 | 61 | |
2 | Real Madrid | 25 | 33 | 60 | |
3 | Villarreal CF | 25 | 20 | 51 | |
4 | Atletico Madrid | 25 | 19 | 48 | |
5 | Real Betis Balompie | 25 | 10 | 42 | |
6 | RC Celta de Vigo | 25 | 7 | 37 | |
7 | RCD Espanyol Barcelona | 25 | -6 | 35 | |
8 | Athletic Bilbao | 25 | -6 | 34 | |
9 | CA Osasuna | 25 | 1 | 33 | |
10 | Real Sociedad | 25 | -1 | 32 | |
11 | FC Girona | 25 | -14 | 30 | |
12 | Sevilla FC | 25 | -7 | 29 | |
13 | Getafe CF | 25 | -9 | 29 | |
14 | Deportivo Alaves | 26 | -11 | 27 | |
15 | Rayo Vallecano | 24 | -9 | 26 | |
16 | Valencia CF | 25 | -13 | 26 | |
17 | Elche CF | 25 | -5 | 25 | |
18 | RCD Mallorca | 25 | -12 | 24 | |
19 | Levante UD | 26 | -16 | 21 | |
20 | Real Oviedo | 24 | -23 | 17 |
