Darum gehts
- Southampton wegen Spionage vom Premier-League-Playoff-Final am 23. Mai ausgeschlossen
- 146 Millionen Franken Verlust durch Disqualifikation, Kaufpflicht für Peretz entfällt
- Bayern-Leihspieler Peretz ohne Zukunft in München, Klub droht Millionenverlust
Eigentlich hätte Southampton am Samstag im Playoff-Final um den Aufstieg in die Premier League spielen sollen. Doch die Südengländer wurden von einer unabhängigen Disziplinarkommission disqualifiziert. Der Grund: Spionage. Zwei Tage vor dem Halbfinal-Spiel haben sie den Gegner verbotenerweise ausspioniert. Middlesbrough hat bereits vor der Partie Protest eingelegt. Und recht bekommen. Auch ein Einspruch Southamptons hat nicht gefruchtet.
«Was geschehen ist, war falsch», schreibt der Klub, der die Verstösse zugegeben hat, auf seiner Homepage. «Wir entschuldigen uns bei den anderen beteiligten Vereinen und vor allem bei den Southampton-Fans, deren aussergewöhnliche Treue und Unterstützung in dieser Saison Besseres verdient hätten.»
Kaufpflicht wird hinfällig
Die Disqualifikation zieht weitere Folgen nach sich. Allen voran für Goalie Daniel Peretz. Der 25-Jährige ist seit Anfang Jahr und bis Ende Juni auf Leihbasis bei Southampton und gehört eigentlich dem FC Bayern München. Dieser hat beim Leihgeschäft eine Klausel einbauen lassen. Sollte Southampton aufsteigen, würde eine Kaufpflicht über 8 Millionen Euro (rund 7,31 Millionen Franken) greifen. Mit dem ausgebliebenen Aufstieg ist das hinfällig. Denn Southampton wird kaum so viel Geld in die Hand nehmen, um den Keeper zu behalten. Auch weil dem Klub mit dem verpassten Aufstieg laut der Beratungsgesellschaft Deloitte mindestens 146 Millionen Franken durch die Lappen gehen.
Wie es für Peretz weiter geht, ist damit offen. In München hat er aber wohl keine Zukunft. Der deutsche Meister hat mit Manuel Neuer, Jonas Urbig und Sven Ulreich drei starke Torhüter in seinen Reihen. Ob ein anderer Klub ebenfalls so viel für Peretz auf den Tisch legt, wie dies Southampton getan hätte, ist fraglich.

