Darum gehts
- Gianni Infantino zieht umstrittene WM-Privatisierungspläne zurück
- Mögliche Nachfolger: Ceferin, Al-Khelaifi, Wenger, Montagliani, Al Chalifa
- Fifa-Wahlen im März 2027, aktuell kein offizieller Gegenkandidat für Infantino
Gianni Infantinos (56) Pläne, Teile der WM-Rechte zu privatisieren, sind völlig schiefgegangen. Nach enormem Druck blies der Fifa-Präsident das umstrittene Projekt bereits nach wenigen Tagen wieder ab – seinen ohnehin wackeligen Beliebtheitswerten hat das Ganze weiter geschadet.
Beim 77. Kongress im März 2027 könnten die Mitgliedsverbände theoretisch für einen neuen Kopf an der Spitze der Fifa stimmen – doch es gibt einen Haken: Bislang gibt es keinen offiziellen Herausforderer für den Walliser, der bereits 2019 und 2023 ohne Gegenkandidat im Amt bestätigt wurde.
Trotzdem geistern laut den britischen Zeitungen «The Sun» und «The Independent» bereits Namen potenzieller Nachfolger herum. Blick zeigt dir, wer im Gespräch ist:
Aleksander Ceferin
Nach seinem Rückzieher geht die Uefa Infantino an den Kragen. Nun wird vermutet, dass der europäische Fussballverband derzeit jemanden vorbereitet, der nächstes Jahr bei den Fifa-Wahlen gegen den Fifa-Boss antreten soll.
Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (58) ist der naheliegendste Kandidat. Der Slowene liefert sich schon länger einen Machtkampf mit der Fifa und hat sich in vielbeachteten Fällen, darunter die aufgehobene Rote Karte gegen Folarin Balogun, öffentlich gegen die Fifa ausgesprochen. Obwohl sich Ceferin primär auf die Uefa konzentrieren will, könnte er als eine Art Retter einspringen, falls sich sonst niemand aus der Deckung wagt.
Nasser Al-Khelaifi
Ein weiterer prominenter Name ist Nasser Al-Khelaifi (52). Der PSG-Präsident und Vorsitzende der European Club Association (ECA) verfügt über enormen finanziellen und politischen Einfluss. Mehrere europäische Verbände bringen Al-Khelaifi für die Wahl in Stellung – wenngleich sein Umfeld betone, dass er derzeit keine eigenen Ambitionen auf das Amt hege. Trotzdem gilt er als einer der heissesten Anwärter.
Arsène Wenger
Als überraschender Hoffnungsträger hingegen gilt Trainer-Legende Arsène Wenger (76). Der frühere Arsenal-Coach arbeitet aktuell als Fifa-Direktor für globale Fussballförderung. Dank seiner fachlichen Autorität und seines hohen Ansehens wird der Franzose von einigen als eine Persönlichkeit gesehen, die dem Verband neue Glaubwürdigkeit verleihen könnte.
Victor Montagliani
Der Concacaf-Präsident Victor Montagliani (60) wird abseits der europäischen Grossmächte schon länger als Anwärter gehandelt. Dem Kanadier werden klare Ambitionen nachgesagt, die durch Infantinos anhaltenden Imageverlust nur noch befeuert wurden. Zwar strebt Montagliani primär eine Wiederwahl in Nordamerika an, ein Wechsel an die Fifa-Spitze bleibt aber eine verlockende Option.
Salman bin Ibrahim Al Chalifa
AFC-Präsident Salman bin Ibrahim Al Chalifa (60) bezog bei den Privatisierungsplänen ebenfalls Stellung gegen Infantino. Auch wenn beim Bahrainer nächstes Jahr Kontinentalwahlen anstehen, besitzt er das politische Gewicht für einen Angriff auf die Spitze.