Hat der Ronaldo-Klub zu hoch gepokert? Wie die saudi-arabische Zeitung «Arriyadiyah» berichtet, hat der amtierende Meister Al-Nassr einen massiven Schuldenberg von 800 Millionen Riyal (164,5 Millionen Franken) angehäuft.
Aufgrund dessen hat der Saudi-Staatsfonds (PIF), dem der Klub gehört, wohl drastische Massnahmen ergriffen. «Arriyadiyah» bezieht sich auf eine Quelle aus dem Umfeld des Fonds. Demnach haben die Eigentümer drei zentrale Lösungsansätze zur Bewältigung der Krise identifiziert.
Die Befugnisse des Klubmanagements sollen beschränkt werden, sodass keine Spieler mehr ohne ausreichende Mittel verpflichtet werden dürfen. Zudem werden externe Beratungsunternehmen angestellt, um die Einnahmen zu steigern und die Ausgaben zu optimieren. Dabei soll der Fokus vor allem auf neuen Sponsoring-Verträgen liegen. Als dritte Massnahme sollen potenzielle Käufer für den Verein – oder Teile davon – geprüft werden.
Fifa-Richtlinien verhindern Finanzzuschuss
Da neben Al-Nassr auch Al-Hilal, Al-Ittihad und Al-Ahli dem Staatsfonds gehören, darf dieser angeblich kein zusätzliches Geld sprechen, um die Governance-Richtlinien der Fifa bezüglich des Besitzes mehrerer Vereine im selben Wettbewerb nicht zu verletzen.
In diesem Sommer konnte Al-Nassr die Gehälter des Kroaten Marcelo Brozovic (33), dessen Vertrag ausgelaufen ist, und des Kolumbiers Jhon Duran (22), der zu Benfica verliehen wurde, einsparen. Schätzungen zufolge sollen so Jahreslöhne von rund 35 und 15 Millionen Franken wegfallen. Dennoch gehen die saudischen Medien aktuell davon aus, dass in diesem Sommer keine grossen Aktivitäten auf dem Transfermarkt möglich sein werden. Die rund 200 Millionen Franken, die Cristiano Ronaldo (41) jährlich verdient, müssen in jedem Fall bezahlt werden.