Darum gehts
- Acht England-Spieler reisen nach dem Uruguay-Spiel bereits aus dem Camp ab
- Nati-Trainer messen Belastungssteuerung hohen Stellenwert zu
- Bei den Klubs ist Arsenal mit sieben verletzten Spielern besonders stark betroffen
Als England-Coach Thomas Tuchel (52) vor zehn Tagen das Aufgebot der «Three Lions» für die Testspiele gegen Uruguay (1:1) und Japan (31.03.) präsentiert, staunt die Fussball-Welt: Gleich 35 Spieler umfasst das Mammut-Kader – ungewöhnlich viel für zwei Spiele, zumal an der WM pro Nation nur 26 Akteure zugelassen sind.
Der Trainer selbst beschwichtigt: «Wir teilen es auf» – eigentlich sei für beide Partien jeweils ein eigenes Kader vorgesehen. So bekomme jeder Spieler den Fokus, den er im Kampf um einen Platz im WM-Kader verdiene. Entsprechend sind nach dem Uruguay-Spiel auch gleich acht Spieler aus dem englischen Camp abgereist.
«Zusammenzug etwas seltsam»
In seiner Erklärung erwähnt Tuchel aber noch einen anderen Grund, der aktuell viele Verantwortliche umtreibt: die Belastungssteuerung. «Allgemein finde ich den März-Zusammenzug etwas seltsam. Er findet in einer Phase statt, in der die Spieler stark in die Klub-Wettbewerbe involviert sind. Eine sehr stressige und herausfordernde Phase.»
Ins gleiche Horn stösst Nati-Trainer Murat Yakin (51): «Wir sind in einer Phase, in der für die Spieler in den Klubs viele wichtige Partien anstehen» – deshalb auch die vielen Wechsel im Testspiel gegen Deutschland vom Freitag. Und sein damaliges Gegenüber Julian Nagelsmann (38) kündigt im Hinblick auf den Test gegen Ghana am Montag an: «Wir müssen ein bisschen mehr rotieren, um ein paar Spieler zu steuern.»
Noch vor dem Schweiz-Spiel sind mit Jamie Leweling und Jonas Urbig zwei DFB-Spieler angeschlagen aus dem Camp abgereist. In Urbigs Fall sei dies «eine Vorsichtsmassnahme», betont der Bundestrainer.
Es gilt, das Verletzungsrisiko für die einzelnen Spieler im Saison-Endspurt zu minimieren. Gerade bei Arsenal dürften die Sorgenfalten diesbezüglich besonders tief sein: Die Leistungsträger Declan Rice und Bukayo Saka fehlten England schon gegen Uruguay angeschlagen, dazu kann Noni Madueke nach einem Schlag im Spiel vom Freitag nicht mehr mittun.
Arsenal hart getroffen
Es sind nicht die einzigen Ausfälle bei den Gunners in dieser Nati-Pause: Auch Martin Zubimendi (Spanien), William Saliba (Frankreich), Leandro Trossard (Belgien), Jurrien Timber (Holland) und Gabriel (Brasilien) haben ihre jeweiligen Nationalteams vorzeitig verlassen – wegen «körperlicher Probleme», wie der Londoner Klub schreibt.
Erwischt hat es auch Raphinha: Der Brasilianer hat sich beim Testspiel gegen Frankreich (1:2) am Oberschenkel verletzt und wird Barcelona einige Wochen lang fehlen. Und auch die Schweiz ist nicht ohne Verletzungssorgen: Der nachnominierte Noah Okafor konnte gegen Deutschland wegen muskulärer Probleme nicht wie geplant eingesetzt werden.


