Vor Dienstag kannten Jesus de Miguel (†30) nur die wenigsten Fussballfans. Durch seinen tragischen Tod infolge eines Horrorfouls von Andorra-Keeper Jesus Owono (25) erlangte der Stürmer des CD Tenerife auf die traurigste aller Möglichkeiten Bekanntheit. Wer war der Stürmer, der so früh aus dem Leben geschieden ist?
Der gebürtige Madrilene machte seine ersten Schritte im Leistungssport Mitte der 2010er-Jahre beim Vorstadtverein CD Leganés. Beim damaligen Erstligisten schaffte er es aber nur in die zweite Mannschaft. Über harte Arbeit in den Tiefen des halbprofessionellen Fussballs empfahl sich de Miguel über die Jahre für höhere Aufgaben und konnte seinen Profi-Traum letztlich doch noch leben.
Den Durchbruch schaffte er ab Sommer 2021 beim Unionistas CF aus Salamanca in der dritten Spielklasse. Seine 13 Tore und vier Vorlagen aus 55 Spielen machten im Januar 2022 den CD Castellon auf ihn aufmerksam. Der Verein aus der Region Valencia liess sich de Miguels Dienste 145'000 Euro kosten – eine Stolze Summe für einen Drittligisten.
Familienmensch und Torschützenkönig
Bei Castellon war er 2023/24 mit 16 Toren und sechs Assists aus 37 Spielen als bester Liga-Torschütze entscheidend am Aufstieg in die LaLiga2 beteiligt.
Mit Teneriffa gelang ihm in der vergangenen Saison erneut der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse (29 Spiele, elf Tore, sieben Assists). Insgesamt stand er für Castellon und Teneriffa 40-mal in der zweiten Liga auf dem Platz.
Spanische Medien beschreiben de Miguel als Fanliebling, Kämpfer und Familienmensch. Mit seiner Frau Maria (28) hatte Jesus die eineinhalbjährige Tochter Carla. Spanischen Medienberichten zufolge befanden sich die beiden beim fatalen Unfall im Stadion. Vier Monate vor der Geburt von Töchterchen Carla kam es während eines Spiels von de Miguels damaligem Klub Castellon bereits zu einem Drama. Die schwangere Maria erlitt auf der Tribüne einen epileptischen Anfall, der sich aber als unbedrohlich herausstellte.
Seine Eltern Jesus und Rachel flogen nach dem Unfall sofort aus Madrid nach Teneriffa (Kanarische Inseln). Ihnen blieben nur noch wenige Stunden mit ihrem Sohn auf der Intensivstation. De Miguel wird auf Wunsch der Familie in Navahermosa bei Toledo, der Heimatstadt seiner Eltern, rund zwei Stunden südwestlich von Madrid begraben, wo seine Grosseltern bis heute leben.
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