VA Verein nimmt Abschied von de Miguel
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Verein in tiefer Trauer:Mitspieler nehmen Abschied von de Miguel (†30)

«Extrem unglückliche Verkettung von Ereignissen»
Kardiologe erklärt tragischen Todesfall von Jesus de Miguel

Nach dem tragischen Tod von Fussballer Jesus de Miguel erklärt der Schweizer Kardiologe Prof. Dr. Christian Schmied gegenüber Blick, wie es zur Tragödie kommen konnte. Und was man machen muss, wenn es im eigenen Verein zu einem solchen Unfall kommt.
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Nach einem tragischen Unfall verstirbt Fussballer Jesus de Miguel.
Foto: keystone-sda.ch
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Björn LindroosRedaktor Sport

Dieser Todesfall schockiert die Fussball-Welt. Der Spanier Jesus de Miguel (†30) verstirbt nach einem heftigen Zusammenprall mit dem gegnerischen Goalie.

Doch wie führte der Zusammenstoss so schnell zum Tod des eigentlich gesunden Fussballers? Sportkardiologe Prof. Dr. Christian Schmied, der an der Klinik Hirslanden in Zürich eine selbständige Praxis führt und die Forschungsgruppe für Sportkardiologie am Universitätsspital Zürich leitet, erklärt gegenüber Blick: «Bei der Kollision geht das Knie des Torhüters gegen die Brust des Stürmers. Das sieht für mich aus der Ferne betrachtet aus wie eine Commotio cordis, eine Herzerschütterung. Was man vor allem von einer Hirnerschütterung kennt, kann auch beim Herz passieren.»

Extreme Herzrhythmusstörung

Und was geht bei einer solchen Erschütterung genau im Körper vor? «Ein tragischer Vorfall, der häufig auch Kinder und Jugendliche betrifft, die noch relativ weiche Knochen haben», erklärt Schmied. «Dabei erhält man einen stumpfen Schlag auf den Brustkorb, in der Phase, in der das Herz anfällig für eine Rhythmusstörung ist. Diese Phase nennt man vulnerable Erregungsphase. Wenn der Schlag genau in diesem Moment auf das Herz trifft, kommt es zu Kammerflimmern.»

Dieses Flimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die Herzkammern extrem schnell (über 300 Schläge pro Minute) und völlig unkoordiniert zucken. Es geht dann ein paar Sekunden, bis kein Sauerstoff mehr ins Gehirn kommt. Darum fiel De Miguel auch nicht sofort in Ohnmacht, sondern erst nach ein paar Sekunden. In einem solchen Fall werden sofort Reanimationsmassnahmen eingeleitet. So auch passiert auf dem spanischen Fussballplatz.

«Extrem unglückliche Verkettung»

Deshalb ist der schnelle Tod für Schmied ein Rätsel: «Was mich erschüttert, ist, dass er dann so schnell verstirbt. Denn an sich geht man in der Regel davon aus, dass das Herz wieder normal schlägt, wenn eine solche Erschütterung durch Reanimation behoben ist.» Warum dies bei De Miguel nicht der Fall war, darüber kann Schmied nur mutmassen: «Eine Option ist, dass das Herz einen dermassen schweren Schlag erhalten hat, dass es zu einer Art Herzschwäche kommt und dies zu einem Herzversagen geführt hat.» Grundsätzlich sei es «eine extrem unglückliche Verkettung von Ereignissen, die da zusammengekommen sein müssen».

Der Unfall erinnere Schmied an den Fall Damar Hamlin (28) aus dem Januar 2023. Der NFL-Spieler ging nach einem Tackling ebenfalls zu Boden und wurde noch auf dem Platz reanimiert. Der Footballer überlebte den Unfall und kehrte sogar auf den Platz zurück.

Wissen, wo der Defibrillator ist

Für den Kardiologen ist wichtig, dass jegliche Sportler auf einen solch tragischen Unfall vorbereitet wären: «Solche Vorfälle sind unglaublich tragisch. Doch daraus muss man immer etwas mitnehmen und lernen. Denn es kann auch bei uns am Sonntagmorgen auf dem Fussballplatz oder einfach im Training passieren. Das Wichtigste ist, dass man so schnell wie möglich reagiert. Sofort eine Herzdruckmassage macht und einen Defibrillator holt. Mit der Massage überbrückt man die Zeit, denn Kammerflimmern kann man nur mit einem Defibrillator behandeln. Deshalb ist es extrem wichtig, dass man weiss, wo in meinem Klubhaus, in meinem Schwimmbad oder in meiner Turnhalle, der Defibrillator hängt.»

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