Darum gehts
- Jürgen Klopp nominiert 44 Spieler für DFB, darunter Younes Ebnoutalib
- Marokko lädt Ebnoutalib wohl trotz Deutschland-Aufgebot ein
- 16 Debütanten im DFB-Kader für Nations-League-Spiele ab 24. September
Die Schweizer Nati ist nicht allein mit ihrem Kampf um Doppelbürger. Das Aufgebot für die anstehenden Nations-League-Runden sorgt auch in Deutschland und Marokko für rote Köpfe.
Grund dafür ist der Deutsche Fussball-Bund (DFB), der sein Kader für die nächsten vier Länderspiele gleich auf 44 Akteure aufgebläht hat und dabei auch einen heissen Namen mit mehreren Nationalitäten einberufen hat.
Konkret geht es um Frankfurt-Stürmer Younes Ebnoutalib (23). Dieser wurde vom neuen DFB-Trainer Jürgen Klopp (59) aufgeboten, worauf der marokkanische Verband richtiggehend toben soll. Laut Informationen der «Bild» haben die Nordafrikaner die Entscheidung des gebürtigen Frankfurters zunächst gar nicht akzeptieren wollen. Obwohl Ebnoutalib seine Entscheidung dem Geburtsland seines Vaters respektvoll mitgeteilt haben soll, habe Marokko dem Spieler im Anschluss trotzdem noch eine offizielle Einladung für die jetzt anstehenden Spiele in der Afrika-Cup-Qualifikation zugestellt.
«Ich habe mit ihm telefoniert und ihm das Projekt Marokko erläutert», erklärt Marokko-Trainer Mohamed Ouahbi (50) an einer Pressekonferenz. «Er hat sich die Nominierung verdient. Er hätte sie heute bekommen, aber er hat sich für Deutschland entschieden», fügt er an.
Marokko beobachtete ihn schon länger
Der Ex-Elversberger, der bis Weihnachten 2024 noch in der Regionalliga kickte, soll bei Marokko schon vor der WM auf dem Zettel gestanden haben. «Sein Profil war für uns interessant, aber aufgrund seiner Verletzung (er fiel wegen eines Innenbandrisses mehrere Monate aus, Anm. d. Red.) war es schwer vorstellbar, dass er bei der WM dabei sein würde. Er stand jedoch schon seit einem Jahr auf unserer Liste. Ich glaube nicht, dass das bei Deutschland der Fall war.»
Damit mag er sogar recht haben, stand Klopp bei der WM doch noch gar nicht an der Seitenlinie des DFB-Teams. Nun aber hat er fast keinen Stein auf dem anderen gelassen. Insgesamt 16 Debütanten stehen auf einer der beiden Listen für die Nations-League-Spiele gegen Holland (24. September) und Griechenland (27. September) respektive diejenigen gegen Serbien (1. Oktober) und Griechenland (4. Oktober).
Anderer Deutsch-Marokkaner entscheidet sich anders
Gut möglich, dass Ebnoutalib ohne das XXL-Aufgebot noch nicht vor eine definitive Entscheidung gestellt worden wäre. Dennoch fiel diese wohl ohne Zögern. In der Euphorie verbreitete er seine Nominierung auf einem Fanvideo schon vor der offiziellen Bekanntgabe. Klopp: «Er hat mir das Video geschickt und sich direkt entschuldigt, dass es ihm rausgerutscht ist. Was ich da aber einfach gesehen habe, ist ein Junge, der sich wahnsinnig freut, dabei zu sein.»
Und Marokko darf sich derweil freuen, dass sich Schalkes Soufiane El-Faouzi (24), um den es zuletzt ebenfalls Gerüchte um eine Klopp-Nominierung gab, wohl endgültig für den Maghreb-Staat entschieden hat. Nach bisher nur einem Testspiel im Mai steht er im Kader für die Afrika-Cup-Quali.


