Darum gehts
- Hans-Joachim Watzke kritisiert Fifa-Chef Infantino scharf für Entscheidungen und Intransparenz
- Watzke nennt Friedenspreis, WM-Investorenpläne und Baloguns Begnadigung «völlig wahnsinnig»
- DFB-Präsident Neuendorf fordert Ende von Infantinos System wegen Vertrauensverlust
Für Hans-Joachim Watzke (67) ist vieles, was Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) in letzter Zeit getan hat, schlicht «Wahnsinn». So sagt der Vize-Präsident des Deutschen Fussball-Bundes DFB am Donnerstag am Big Bang KI-Festival in Berlin etwa über den von Infantino geschaffenen und an US-Präsident Donald Trump (80) verliehenen Friedenspreis: «Du kannst dir ja nicht selbst was ausdenken und verkündest das dann, das ist Wahnsinn.»
Auch die Vorgehensweise bei Infantinos WM-Teilverkaufsplänen bezeichnet Watzke als «völlig wahnsinnig». Was der BVB-Präsident besonders störend findet: die fehlende Transparenz. «Kein Mensch weiss das, seine Vizepräsidenten in der Fifa wussten nichts, das Council wusste nichts», so Watzke. Zudem laufe die WM wirtschaftlich hervorragend, da brauche es keine zusätzlichen Investoren.
«Das war zu viel»
Und da ist auch noch der Fall von US-Stürmer Folarin Balogun (25), der nach einer Roten Karte im WM-Sechzehntelfinal begnadigt worden ist und im Achtelfinal wieder spielen durfte. Für Watzke der dritte grosse Fehler Infantinos: «Das kann nicht sein, dass, wenn da einer vom Platz fliegt, der Staatspräsident den Fifa-Präsidenten anruft, und erstaunlicherweise wird das Ding auch sofort einkassiert. Das ist ja Wahnsinn.»
Aufgrund dieser Geschehnisse kommt Watzke zum Schluss: «Die drei Dinge, die da passiert sind, das war zu viel. Er sollte weg, ohne Wenn und Aber.»
Kritik auch vom DFB-Präsidenten
Watzkes Aussagen in Berlin kommen in einer Woche, in der der DFB den Ton gegenüber dem Fifa-Präsidenten noch einmal deutlich verschärft hat. Erst am Dienstag hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65) gegenüber RTL betont, es sei «wichtig, dass dieses System Infantino auch beendet wird.»
Wie sein Vizepräsident Watzke nennt auch Neuendorf den geplanten WM-Investorendeal als Hauptgrund für seine Forderung – und betont: «Das Vertrauensverhältnis zu Gianni Infantino und zu dieser Fifa-Führung ist natürlich zerrüttet.»