Darum gehts
- Ramona Bachmann kehrt mit 35 Jahren in die Schweiz zu YB zurück
- Natispielerin erklärt Gründe für YB-Wechsel und verrät, dass es andere Angebote gab
- Bachmann hat 153 Länderspiele und plant Rückkehr nach Kreuzbandriss im Frühling
Die Pionierin ist zurück. Nach einer Weltreise mit Stationen in Schweden, den USA, Deutschland, Frankreich und England ist Ramona Bachmann (35) zurück in der Schweiz. YB konnte sie verpflichten.
«Ich freue mich am meisten auf das Heimatgefühl. Zu wissen, dass ich in einer Umgebung bin, wo ich mich sehr wertgeschätzt fühle, ist schön», sagt Bachmann gegenüber Blick. Im Rahmen eines Medientages stellt YB sein neues Aushängeschild am Mittwoch offiziell vor.
Die gebürtige Luzernerin wird in die Bundesstadt ziehen. «Wir sind auf der Suche nach einer Wohnung in Bern, momentan wohnen wir aber noch in Luzern», so Bachmann, die seit Mai Mutter von Söhnchen Luan Maël ist.
Warum YB?
Wie die Offensivspielerin verrät, hatte sie diverse Angebote aus dem Ausland und aus der Schweiz vorliegen. Warum hat sie sich am Ende für YB entschieden? «YB hat sich unglaublich viele Gedanken gemacht. Auch zu ganz vielen anderen Dingen neben dem Fussball», erklärt Bachmann.
Sie fährt fort: «YB investiert in der Schweiz aktuell am meisten in den Frauenfussball. Es ist ein sehr familiärer Verein. Es war ihnen auch wichtig, dass meine ganze Familie sich wohlfühlt. Ich hatte einfach ein rundum positives Gefühl.» Welche Klubs sich konkret um sie bemühten, verrät Bachmann derweil nicht.
Ein weiterer Grund für ihre Entscheidung: YB ermöglicht Bachmann, auch nach der Karriere in einer Funktion beim Verein zu bleiben. Wie stellt sich die 35-Jährige das konkret vor? «Es geht darum, dass wir gemeinsam herausfinden, wo ich mich nach der Karriere sehe», so Bachmann. «Was ich sicher sehr interessant finde, ist, mit jungen Spielerinnen zu arbeiten. Ihnen weiterzuhelfen und mit meiner Erfahrung Tipps zu geben.»
Reha läuft gut
Bei YB spricht man von einem Coup, der dem Klub in der Winterpause gelungen ist. Rolf Kirchhofer (43), sportlicher Leiter der YB-Frauen, sagt an der Pressekonferenz am Mittwoch: «Wir sind glücklich, dass Ramona sich für uns entschieden hat. Allein die Reaktionen der Spielerinnen in der Garderobe und vor allem der U20-Spielerinnen, als sie Ramona gesehen haben, haben gezeigt, was für ein Coup uns gelungen ist. Sie wird auf und neben dem Platz einiges bewirken.»
Auf dem Platz kann der Königstransfer aktuell aber noch nicht weiterhelfen. Denn Bachmann erholt sich noch von einem Kreuzbandriss, den sie sich in der Vorbereitung auf die Heim-EM im Sommer zuzog.
Die Reha laufe aber nach Plan: «Der ganze Prozess ist bisher sehr gut verlaufen. Ich hoffe, es geht so weiter», freut sich Bachmann. Sie visiert eine Rückkehr im Frühling an, will sich aber nicht stressen lassen: «Man sagt, neun Monate braucht es mindestens. Ich will Geduld haben, und der Klub gibt mir diese Zeit auch. Wichtig ist, komplett gesund auf den Platz zurückzukehren.»
Gespräch mit Nati-Coach
Auch in die Schweizer Nati will Bachmann zurückkehren. Mit dem neuen Trainer Rafel Navarro (39) gab es bereits Kontakt: «Er hat sich im November bei mir gemeldet. Wir haben lange telefoniert, es war ein sehr gutes Gespräch. Er hat mir klar erklärt, was er erreichen möchte und dass er mich als wichtigen Teil des Teams sieht. Es hat mich sehr gefreut, dass er sich Zeit für eine verletzte Spielerin nimmt, die vielleicht noch ein halbes Jahr braucht, um wieder für die Nati zu spielen», so die 153-fache Nationalspielerin, die trotz Heimkehr noch lange nicht genug hat.
