Darum gehts
- Ramona Bachmann kehrt nach 20 Jahren Auslandskarriere zur Schweiz zurück
- Sie wird bei YB spielen und die AWSL stark bereichern
- YB verkaufte 2800 Saisonkarten und verstärkt sportliche Ambitionen mit Bachmann
Am Mittwochabend um 18.30 Uhr liess YB die Bombe platzen: Ramona Bachmann kehrt nach knapp 20 Jahren im Ausland in die Schweiz zurück. Was in der Super League der Männer seit Jahren gang und gäbe ist, ist ein Novum für die Women's Super League und ein Meilenstein: Bachmann wird der erste grosse Name sein, der nach glanzvollen Jahren im Ausland die Karriere in der Schweiz ausklingen lassen wird.
Einmal mehr ist die Luzernerin damit eine Vorreiterin. Bachmann war eine der Ersten, die nach der Jahrtausendwende in Huttwil BE in einem Leistungszentrum ausgebildet wurden. Mit 16 brach sie ihre Lehre ab und wagte mit dem Transfer zum schwedischen Top-Klub Umea den Schritt ins Ausland, um den Traum vom Profifussball zu verwirklichen. Nun kehrt sie nach Jahren in den besten Ligen der Welt zurück.
Ein Aushängeschild für die Liga
Von der Rückkehr Bachmanns profitieren alle – sofern die Reha weiterhin ohne Komplikationen verläuft. Die Liga gewinnt eine grosse Attraktion und einen Namen, den auch die breite Öffentlichkeit kennt. Nachdem diverse Talente wie Iman Beney, Naomi Luyet, Noemi Ivelj, Aurélie Csillag oder Lia Kamber die Schweiz in den letzten Monaten verliessen, fehlen der AWSL mit Ausnahme weniger Spielerinnen wie Coumba Sow (FC Basel) die Aushängeschilder.
Für Bachmann selbst ist es der richtige Schritt. Nach eineinhalb Seuchenjahren aufgrund ihrer Panikattacken im Herbst 2024 und dem im Juni unmittelbar vor der Heim-EM erlittenen Kreuzbandriss, wird sie, sobald körperlich wieder fit, beim Schweizer Meister eine klare Verstärkung sein. Bei YB erhält Bachmann auch die Chance, ihre Karriere nach der Karriere im Fussball vorzubereiten. Und privat sind Bachmann, ihre Ehefrau Charlotte Baret und der im letzten Mai geborene Sohn Luan in der Schweiz heimisch geworden.
YB-Kampfansage
Dass der Coup ausgerechnet YB gelungen ist, ist kein Zufall. Die Bernerinnen, die seit längerem mit Bachmann in Kontakt waren, fahren im Frauenfussball seit ein paar Jahren eine Vorwärtsstrategie. Sie haben vom Schub der Heim-EM profitiert und für diese Saison rund 2800 Saisonkarten abgesetzt. Mit der Verpflichtung der 153-fachen Nati-Spielerin (60 Tore) unterstreicht der Meister nach einem schwierigen Saisonstart seine sportlichen Ambitionen – auch finanziell.
Auch für die Nati ist der Entscheid Bachmanns kein Nachteil, auch wenn die Breite in der Offensive dank Beney, Csillag, Luyet, Leila Wandeler, Riola Xhemaili, Sydney Schertenleib, Svenja Fölmli und Alisha Lehmann wesentlich grösser ist als auch schon. Läuft alles nach Plan, wird Bachmann im Herbst wieder in Form sein, wenn es für die Nati in den Playoffs im Kampf um das Ticket für die WM 2027 in Brasilien geht. «Ein Nati-Spiel werde ich sicher noch machen – es wäre aber schön, wenn es mehrere wären», sagte Bachmann im September zu Blick. Die Voraussetzungen hat sie mit der Rückkehr in die Heimat geschaffen.
