Darum gehts
- Nati-Spielerin Coumba Sow kritisiert Rassismus-Skandal beim FC Luzern und fordert Aufklärung
- Sow: «Habe selbst Rassismus erlebt, der Vorfall reisst alte Wunden auf»
- FC Luzern reagierte klar, betroffene Spielerin Kabela wurde beleidigt, Szene gefilmt
«Es ist leider immer noch die Realität und kein Einzelfall», spricht Nati-Spielerin Coumba Sow im Vorfeld des WM-Qualispiels gegen die Türkei Klartext. Die Mittelfeldspielerin wurde an einer Pressekonferenz auf den Rassismus-Skandal beim FC Luzern angesprochen, als GC-U20-Spielerin Deborah Nyota Kabela von einem Staffmitglied der Luzerner beleidigt wurde. «Ich habe mich sofort gemeldet und meine Hilfe angeboten», erzählt Sow weiter.
Sie selbst habe in der Kindheit Erfahrungen damit gemacht, als sie Pocahontas genannt oder mit dem N-Wort belegt wurde. Der Vorfall in Luzern mache sie hässig, traurig und es reisse bei ihr alte Wunden auf. «Ich bin mega happy, dass es gefilmt wurde, damit man weiss, von wem das gesagt wurde», so die 31-Jährige, die sich immer wieder gegen Rassismus einsetzt. Es sei ihr ein grosses Anliegen über genau dieses Thema zu sprechen: «In der Super League ist es mir noch nie passiert, aber es geschieht im Alltag die ganze Zeit. Es ist ein strukturelles Problem in der Gesellschaft, es passiert nicht nur auf dem Fussballplatz.»
«Bin wie gelähmt»
Sow fordert mehr Sensibilisierung zu diesem Thema: «Das muss überall passieren, an Schulen, in der Gesellschaft. Man muss sich dagegen aussprechen, vor allem wenn man etwas mitkriegt. In England gibt es intern Workshops, wie man mit solchen Situationen umgehen soll, sowohl als Betroffene, als auch wenn man es mitbekommt.» Sie selbst könne in solchen Situationen nicht reagieren. «Ich bin wie gelähmt und nachher kommt die Wut. In dieser handelt man dann auch nicht immer richtig», erzählt die Mittelfeldspielerin.
Der Verein habe in dieser Situation richtig reagiert. «Sie haben sich klar positioniert, das ist megawichtig. Was jetzt passiert, ist nicht mehr in unseren Händen und für das bin ich auch nicht die Expertin. Ich vertraue aber darauf, dass das richtig abgehandelt wird. Von daher bin ich sehr glücklich über die Reaktion des Vereins», zeigt Sow etwas Genugtuung.
Auch Nati-Captain Wälti äussert sich
Ebenfalls an der Pressekonferenz teilgenommen hat Lia Wälti. Der Nati-Captain bezieht ebenfalls klar Stellung zu diesem Thema: «Ich distanziere mich davon klar. Ich finde diese Situation, die wieder passiert ist, ist sinnbildlich dafür, was gerade in der Welt passiert.» Auch sie findet es super, dass die Szene gefilmt wurde und dass der Trainer sofort reagiert habe und klargestellt hat, dass das ein No-Go sei.
«Es tut mir einfach weh als Mensch. Ich kann mich nicht in die Situation versetzen, wenn man betroffen ist», so Wälti. Sie versuche aber, allen zu vermitteln, dass das nirgendwo hingehört: «Ich finde es abscheulich und finde es gut, dass der Fall ernst genommen wurde. Wir wissen beide, dass das wieder vorkommen wird.»
Sie hoffe, dass auch in Zukunft weiter darüber berichtet wird: «Mit jeder Situation, die so durch die Medien gezogen wird, werden Leute hoffentlich etwas mehr eingeschüchtert, die solch ein grosses Maul haben und das Gefühl haben, sie können solche Aussagen tätigen.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Norwegen | 3 | 3 | 9 | |
2 | Schweiz | 3 | 1 | 4 | |
3 | Finnland | 3 | 0 | 4 | |
4 | Island | 3 | -4 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 3 | 11 | 9 | |
2 | Italien | 3 | -1 | 4 | |
3 | Belgien | 3 | -4 | 3 | |
4 | Portugal | 3 | -6 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweden | 3 | 7 | 9 | |
2 | Deutschland | 3 | 0 | 6 | |
3 | Polen | 3 | -4 | 3 | |
4 | Dänemark | 3 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Frankreich | 3 | 7 | 9 | |
2 | England | 3 | 8 | 6 | |
3 | Niederlande | 3 | -4 | 3 | |
4 | Wales | 3 | -11 | 0 |
