Darum gehts
- FC St. Gallen trifft am Donnerstag auf Nordsjaelland in Playoff-Hinspiel
- Nordsjaelland verkaufte Caleb Yirenkyi für 25 Millionen an Coventry City
- St. Gallen winken 4,2 Millionen Franken bei Gruppenphasen-Qualifikation
Right to dream! So heisst das Stadion des FC Nordsjælland. Und so lautet das Motto des FC St. Gallen vor dem Playoff-Hinspiel am Donnerstag. Von einem Spiel «auf Augenhöhe» spricht Espen-Leitwolf Lukas Görtler. Ein Blick auf die Kaderwerte genügt, um diese Aussage zu unterstreichen.
Die Espen kommen auf knapp 30 Millionen, Nordsjælland auf 36. Teuerster Spieler ist mit 7 Millionen ein Prince. Und er trägt die Nummer 10: Prince Amoako Junior. Der stammt aus der Right to Dream Academy in Ghana, die gleichzeitig Besitzerin des Vereins ist. Noch nie zuvor in der Fussballgeschichte hatte eine afrikanische Non-Profit-Organisation einen Verein übernommen. 2023 wurde der Klub aus einem Vorort von Kopenhagen Vizemeister.
In der letzten Saison landete man auf Rang 3, der zur Teilnahme an der Conference-League-Quali berechtigt. In den ersten beiden Runden aber wars für die Dänen bloss ein lockerer Aufgalopp. Sowohl GAIS Göteborg (6:0/0:1) als auch Valur Reykjavik (5:0/2:0) wurden mit Kantersiegen nach Hause geschickt.
Maassen fehlt bei Abreise
Zufall ist das nicht, weil die Elf von Coach Jens Olsen auf ballbesitzorientierten und offensiven Fussball steht. Häufig lassen sich die Mittelfeldspieler extrem tief fallen, um eine Überzahl gegen das gegnerische Pressing zu kreieren. Allgemein gibts viele Positionswechsel. Der FCSG hingegen hat meistens weniger Ballbesitz als der Gegner. Und er setzt auf konsequente Manndeckung und kompromissloses Gegenpressing. Das sind nicht die schlechtesten Zutaten für ein attraktives Spiel.
Einer wird dieses hoffentlich unterhaltsame Duell mit einer langen Anreise in den Knochen verfolgen. Wie TVO am Mittwoch berichtet, fehlt Trainer Enrico Maassen bei der Abreise in Richtung dänischer Hauptstadt. Der Deutsche knickte am Dienstag um und verletzte sich am Knie. Um einer möglichen Thrombose vorzubeugen, verzichtet Maassen auf den Flug und nimmt das Auto. Er will die elfstündige Fahrt ohne grössere Pausen durchziehen, um am Mittwochabend im Vorort von Kopenhagen anzukommen.
Gegner verkaufte Spieler für 25 Millionen
Sollte Grün-Weiss die Hürde packen, gibts 3,5 Millionen Franken für das Erreichen der Gruppenphase. Dazu kommen noch die Rangierungsprämien, die gemäss Koeffizient vergeben werden. Heisst für den FCSG: insgesamt gut 4,2 Millionen Franken.
Für die Espen spricht, dass das Kader mit Ausnahme von Alessandro Vogt keinen namhaften Abgang zu verzeichnen hatte, Nordsjælland hingegen mit Caleb Yirenkyi (20) seinen besten Spieler an Premier-League-Aufsteiger Coventry City abgegeben hat.
Der stammt – wie könnte es anders sein – aus der Right to Dream Academy und spült – rund 25 Millionen in die Kasse. Das Recht zu träumen. Das gilt für jede und für jeden auf dieser Welt. Auch für den FC St. Gallen.


