EDA rät von Reisen ab
Jetzt muss der FCSG ins Putin-Land

Nach dem Aus gegen das grosse Benfica wartet in der Conference-League-Quali mit Sheriff Tiraspol ein machbarer Gegner auf die Espen. Sorgen macht die politische Situation im Osten Moldawiens.
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Sheriff Tiraspol darf seine Heimspiele wieder im eigenen Stadion austragen.
Foto: UEFA via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • FCSG reist für Conference-League-Quali nach Tiraspol, nahe der ukrainischen Grenze
  • EDA warnt vor unsicherer Lage in Transnistrien wegen Russlands Aggression
  • FCSG-Kaderwert über 30 Mio. CHF, Sheriff nur 6 Mio. CHF
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Stefan KreisReporter Fussball

Der Trip nach Lissabon wurde für den FCSG zum Abenteuer, Umweg über Paris und Landung auf einem Militärflughafen inklusive. Im Vergleich zur Reise in den Osten Moldawiens aber war es ein Ausflug in den Rapperswiler Kinderzoo. 

Weil die St. Galler nächste Woche Putin-Sympathisanten-Land betreten werden. Tiraspol ist die Hauptstadt von Transnistrien und liegt im Osten Moldawiens. Ein abtrünniges Gebiet, das sich der Kontrolle der moldauischen Zentralregierung entzieht. Die Lage dort gilt insbesondere wegen der anhaltenden militärischen Aggression Russlands gegen die benachbarte Ukraine als volatil.

EDA spricht Warnung aus

Aus diesem Grund spricht das EDA eine Reisewarnung aus und begründet dies wie folgt: «Transnistrien entzieht sich der Kontrolle der Zentralregierung in Chisinau. Aufgrund der anhaltenden militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine bleibt die Lage in Transnistrien unberechenbar. Eine plötzliche Verschlechterung kann nicht ausgeschlossen werden. Es ist verboten, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Regierungsgebäude, Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. Aufgrund der faktischen Teilung des Staatsgebietes hat die Schweiz nur eng begrenzte – je nach Situation gar keine – Möglichkeiten zur Unterstützung in Notfällen.» Es bestehe zudem ein generelles Risiko von Sach- und Personenschäden durch abstürzende Drohnen- oder Raketentrümmer in den Grenzregionen.

Das Stadion in Tiraspol liegt nur etwa 10 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Trotzdem darf Sheriff seine internationalen Spiele im eigenen Stadion austragen. Das war vor vier Jahren noch anders, als die Uefa dem Klub untersagte, in der transnistrischen Hauptstadt zu kicken und die Spiele in die moldawische Hauptstadt Chisinau verlegte. Dieses Verbot wurde wieder aufgehoben. Fall für Fall, sprich Spiel für Spiel, wird neu beurteilt und auf die aktuelle Sicherheitslage abgestimmt. 

Sportlich ist die Aufgabe machbar

Politisch ist die Lage für den FCSG und seine Anhänger heikel. Sportlich hingegen ist die Aufgabe in der Confernce-League-Quali machbar. Wer wie Tiraspol zu Hause gegen Maccabi Tel Aviv gleich mit 0:5 untergeht, scheint komplett neben den Schuhen zu stehen. 

Vor fünf Jahren sorgte Sheriff für einen der sensationellsten Siege der Champions-League-Geschichte, als man Real Madrid auswärts im Bernabeu mit 2:1 überraschen konnte. Vom damaligen Glanz ist aber nicht mehr viel übrig. In den letzten beiden Jahren scheiterte der Klub bereits in der Conference-League-Quali und liegt im Klub-Ranking der Uefa auf dem 135. Platz. 

Das ist zwar besser als der FCSG, der auf Rang 237 klassiert ist. Trotzdem sind die Ostschweizer am nächsten Donnerstag Favorit. Weil sie über einen Kaderwert von über 30 Millionen verfügen, während der Sheriff mickrige 6 Milliönchen ausweist.

Und vor allem, weil die Espen zu Hause das grosse Benfica geschlagen haben. Während die Elf aus Transnistrien im Heimstadion gegen Maccabi Tel Aviv komplett unterging. 

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