Darum gehts
- Russell führt im Singapur-Training vor Leclerc und Norris.
- Bei 33 Grad gibt die FIA eine Hitzewarnung aus.
- Audi schwächelt – Aston, Haas und Williams rücken näher.
Wie fast jeden Tag werden in Singapur am Nachmittag 33 Grad gemessen. Bei über 50 Grad auf dem Asphalt, wo sonst der tägliche Verkehr rollt. Und erstmals wird ja am Samstag um 11 Uhr MEZ oder eben 17 Uhr Lokalzeit ein Sprint ausgetragen. Oder 21 Runden auf dem 4,94 km langen Kurs.
Die Sprint-Rangliste 2026
Der letzte Sprint 2026, der 30. insgesamt, hat einen Favoriten: George Russell (28). Der Brite gewann dreimal und wurde zweimal Vierter. Total 34 Extra-Punkte für die WM. Dahinter Norris (ein Sieg) und 32 Zähler vor Leclerc mit 28 Punkten und Antonelli (ein Sieg) mit 26 Zählern.
Sechs Fahrer sind bei allen Sprints in China, Miami, Montreal, Silverstone und Zandvoort in die Top Acht gefahren. Also dort, wo die Bonus-Punkte vergeben werden. Genau die Hälfte des Feldes (also elf Piloten) konnte sich bei den Sprints zusätzliche Punkte erobern. Nur Williams, Aston Martin, Cadillac und Audi schafften es nicht.
Audi-Motor erträgt Hitze nicht
Und auch beim Sprint-Finale sind diese vier Teams in der klaren Aussenseiterrolle. Am ehesten wäre Audi ein Exploit zuzutrauen, doch das Motoren-Handicap in der Hitze (wie vor einer Woche in Malaysia) scheint zu gross.
Glänzen kann hier höchstens das Hinwiler Auto mit der blauen Lackierung unter dem Flutlicht. Nach dem einzigen Training lag das Audi-Duo im hintersten Teil des Feldes.
Russell im alten Mercedes
Das einzige Training sah bald einmal die beiden Mercedes vorne. Der elffache Saisonsieger hat nach dem Chaos in Malaysia gehandelt. Singapur-Vorjahressieger Russell fährt wieder das alte Modell, WM-Leader Antonelli sitzt im Auto, das vor einer Woche die grössten Upgrades der Saison erhalten hat.
«Unser Ziel ist es natürlich, dass beide Fahrer im neuen Modell um den Sieg kämpfen», sagte Bradley Lord, die rechte Hand von Teamchef Wolff. Bei Russell ist dies nach der Zurückversetzung in die letzte Reihe (Blick berichtete) am Sonntag kein Ziel. Da geht es nur um eine Schadensbegrenzung im Kampf gegen den Teamkollegen. Der Italiener hat 84 Punkte Vorsprung.
Kühlweste ja oder nein?
Da der GP von Singapur (Premiere 2008) zu den heissesten Rennen des Jahres gehört, ist hier wieder der Kampf um die Kühlwesten entbrannt. Einige schwören auf die Eiskühlung am Körper, die anderen verfluchen sie, weil sich nach etwa der Hälfte der Distanz das kühlende Nass in eine heisse Masse verwandelt.
Egal, die FIA hat eine Hitzewarnung herausgegeben. Und dann können die Teams verschiedene Kühlsysteme anwenden. Dazu werden 5 Kilogramm berechnet. Wer auf künstliche Hilfen verzichtet, muss diese mit eben 5 Kilo Ballast ausgleichen.
Hülkenberg: «Getriebe, Getriebe»
Das Training wurde erst nach 40 Minuten unterbrochen: Hülkenberg rollt seinen Audi, dessen Lackierung in der Abenddämmerung noch nicht ganz zum Tragen kommt, in einen kleinen Notausgang.
«Irgendetwas stimmt mit dem Getriebe nicht», funkte der Deutsche an die Boxen. Da lag Hülkenberg als Achter über eine Sekunde hinter dem führenden Antonelli. Kurz darauf wurde Hülk dort von Alonso im Aston-Martin-Honda abgelöst. Die Frage: Werden die erwachten Grünen Audi auf dem 8. WM-Platz noch gefährlich? Noch liegt Aston Martin sieben Punkte zurück.
Heisser Vierkampf in Sicht
Auch Haas-Ferrari (zehn Punkte vor Audi) schlängelte sich in den letzten Minuten mit Ocon und Bearman noch an Audi vorbei.
Audi ist also gewarnt, da auch Williams mit beiden Autos noch vor Hülkenberg und Bortoleto fuhr. Sainz und Albon liegen mit 12 Williams-Zählern ja nur fünf hinter Audi. Da ist also plötzlich ein harter Fight um die Ränge 7, 8, 9 und 10 entbrannt.