Heisse Silverstone-Kurven entschärft
Hamilton vorne – er jagt seinen 10. England-Sieg

Der Ärger mit dem oft diskutierten Energie-Management ist in Silverstone zurück. Und es ist jetzt nicht nur Verstappen, der sich beschwert, sondern auch Leclerc, Hamilton und Alonso. Schnellster im einzigen Training ist Hamilton vor WM-Leader Antonelli.
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Lewis Hamilton stellt im Training die Bestzeit auf.
Foto: Getty Images
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Das Problem erklärt der neunfache Silverstone-Sieger Sir Lewis Hamilton (41). «Früher sind wir immer voll durch diese herrlich schnellen Kurven wie Copse, Maggets oder Becketts gefahren. Jetzt geht das nicht mehr, weil wir ja die Batterien aufladen müssen!»

Alonso: Kein Adrenalin

Fernando Alonso (44): «Früher war es hier Adrenalin pur – jetzt ist diese Aufregung im Cockpit vorbei.» Charles Leclerc: «Es ist einfach nur schade für uns Piloten!» Vor einem Jahr holte Verstappen mit dem Red Bull-Honda in England die Pole-Position – 1:24,892. Dieses Jahr wird man diese Zeit auch nicht annähernd erreichen. Was die Fans aber kaum mitbekommen. 

Verstappen erster Sprintsieger

Die 60 Trainingsminuten gelten im Hinblick auf die Sprint-Qualifikation heute um 17.30 Uhr (ORF TV live) als wichtigster Wegbegleiter. Der erste von 27 Sprints fand hier in Silverstone statt – 2021 während der Corona-Zeit. Die Premiere gewann Verstappen – und mit 13 Siegen ist er noch lange der Rekordsieger.

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Damals galt die Reihenfolge im Sprintrennen noch als Startaufstellung für das Hauptrennen! Und da war mit Verstappen und Hamilton (Mercedes) natürlich Zündstoff drin.

Crash Verstappen – Hamilton 2021

Bis in die ersten Kurven ging noch alles gut. Dann kam es in Cops bei Tempo 290 zur leichten Berührung. Hamiltons liess Verstappen wenig Platz, kurze Berührung und der Holländer flog links in die Auslaufzone und donnerte voll in die Reifenstapel. Die Zehn-Sekunden-Strafe hinderte Lewis nicht daran, einen weiteren Sieg zu feiern. Und im Clan von Max wunderte man sich, dass sich der Brite nicht mal über den Gesundheitszustand des kurz ins Spital eingelieferten Rivalen erkundigte.

Topteams unter sich

Heute sind die beiden Superstars längst wieder gute Kollegen, die sich vor allem respektieren – und mehr zählt auf der Strecke nicht. 

Für Hamilton wurde der Heimauftritt schnell wieder zur Showbühne – er fuhr nach einer halben Stunde die Bestzeit vor Antonelli, Hadjar, Russell, Leclerc und Verstappen. Dahinter die beiden McLaren-Mercedes, die letztes Jahr in Silverstone noch einen Doppelsieg gefeiert hatten. Vor Hülkenberg (Sauber)!

Audi lauert im Mittelfeld

Diesmal findet man die beiden Audi – wie fast das ganze Jahr – im vorderen Mittelfeld: 9. Hülkenberg, 12. Bortoleto. Und wie sagte kürzlich der Brasilianer? «Wenn aus dem Heck etwas mehr Power kommen würde, hätten wir schon einige WM-Punkte mehr!» Bis jetzt sind es zwei von Bortoleto – Neunter beim Start in Melbourne.

Vorne wechselten in den letzten Minuten die führenden Piloten von Piastri, Russell und WM-Leader Antonelli. Der Italiener lag einige Zeit vorne, bis ihn der 22 Jahre ältere Silverstone-Hausherr Hamilton in die Schranken wies. Wir ziehen den Hut.

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