Nachdem die Roten den WM-Leader Mercedes wegen eines angeblich zu grossem Diffusors angeschwärzt hatte (im Blick), kam jetzt über die sozialen Medien und die TV-Mikrofone die Retourkutsche. Ohne bei der FIA vorzusprechen.
Es ist ja nur eine Frage
Chef Toto Wolff (54), das cleverste Schlitzohr im Zirkus, stellte einfach mal die Frage in den Raum: «Warum kann Ferrari seit Saisonbeginn dauernd mit Upgrades an die Strecke kommen? Denen muss doch langsam das Geld ausgehen!»
Zwei Sätze, die auch die anderen Rivalen stutzig machen. Und warum weiss Wolff, was Ferrari dauernd mit neuen Teilen verbessern will? Ganz einfach: Immer am Donnerstag vor jedem Rennen publiziert die FIA alle Upgrades der Teams. Denn diese müssen öffentlich gemacht werden.
Wahnsinn ohne Ende
Ob Ferrari das Geld ausgehen wird, ist kaum möglich. Denn die Kriegskasse in Maranello ist mehr als voll. Und was viele erstaunt. Die frühere Budgetobergrenze von 135 Millionen Dollar im Jahr (2021) wurde jetzt auf 215 Millionen Dollar angehoben (weiter ohne die Fahrerlöhne sowie alle Marketing- und Reisespesen wie Flüge und Hotels).
«Ein Wahnsinn, damit werden die grossen Teams auch da bevorteilt», sagte ein Teamchef aus dem Mittelfeld in Österreich zu Blick. Dass jetzt das Weltmeister-Team McLaren klagt, dass man fast drei Monate mit den Upgrades im Rückstand liege, ist schwer erklärbar. Am Geld kann es nicht liegen. Höchstens an der fehlenden Struktur beim Papaya-Team.
Sieht Wolff Gespenster?
Nun, ab morgen werden auch beim Klassiker in Silverstone (TV live ab 16 Uhr am Sonntag MEZ) wieder viele Hoffnungen auf den neuen Elemente am Auto.
Mercedes-Chef und Mitbesitzer Wolff: «Wir dürfen trotz unserer Siege nie zu optimistisch in ein Wochenende gehen. Zu schnell hat ein Team aufgeholt, oder wir stolpern über eigene Probleme.» Bei sieben Siegen in acht Rennen kann ruhig mal etwas schiefgehen. Wir wollen alle eine spannende WM.
Audi: Nur Sprint-Ärger
In Silverstone steigt am Samstag um 17 Uhr schon das vierte von sechs Sprintrennen. Und wer hat bisher gewonnen? Russell in Shanghai und Montreal, Weltmeister Norris lag in Miami vorne und holte dort acht Punkte.
Für Audi waren alle drei Rennen ein Mini-Einsatz zum Vergessen. Mit Chaos, Nichtstarts und Disqualifikationen, Bestes Resultat: Bortoleto 12. in Kanada.