Warum das Goodwood-Festival alle in seinen Bann zieht
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«Schnell, laut, unglaublich»:Warum das Goodwood-Festival alle in seinen Bann zieht

Das Goodwood-Festival ist der Vatikan des Motorsports
Die Formel-1-Elite feiert bei der verrücktesten Gartenparty

Brütende Hitze, ohrenbetäubender V8-Lärm und die grössten Legenden des Rennsports hautnah: Das Goodwood-Festival of Speed 2026 verwandelt das idyllische Landgut des Herzog von Richmond vier Tage lang in eine PS-Megacity.
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In der Luft herumhängende Autos ...
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Goodwood-Festival of Speed lockte wieder hunderttausende Besucher in den Süden Englands
  • Autos und Motorräder sowie Motorsport-Stars aus allen Epochen sind auf dem Festival anzutreffen
  • Schweizer Fans sind begeistert von Formel-1-Boliden und einzigartigem Motorsound
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Es ist kurz nach sieben Uhr morgens, als sich am vergangenen Donnerstag in Chichester (GB) die Tore zum Goodwood-Festival of Speed öffnen. Die ersten Besucher strömen auf das 49 Quadratkilometer grosse Anwesen. Viele tragen Shirts von Ferrari, McLaren oder Mercedes, andere schleppen Kameras mit Objektiven, die fast so gross sind wie die Auspuffrohre der Rennwagen.

Nur wenige Minuten später liegt bereits der Geruch von Benzin und heissen Motoren in der Luft. Immer wieder heult irgendwo ein V8-Motor auf und alle paar Sekunden vibriert der Boden, wenn der nächste Rennwagen den legendären Hillclimb in Angriff nimmt. Goodwood ist kein gewöhnliches Motorsport-Wochenende. Goodwood ist ein Ausnahmezustand.

Ein Volksfest auf vier Rädern

An diesen vier Tagen im Juli verwandelt sich der Landsitz des Duke of Richmond, Charles Gordon-Lennox, im Süden Englands nämlich zum Vatikan für Motorsportfans aus aller Welt. Rund 200'000 Besucher pilgern jedes Jahr zum Festival, das 1993 als Bergrennen begann und längst zu einem Pflichttermin für alle geworden ist, die Benzin im Blut haben.

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Unzählige Fans kleiden sich für den Besuch am Festival of Speed im Shirt ihres Lieblings-Formel-1-Teams.
Foto: Benjamin Gwerder

Zwischen Dutzenden Herstellerständen und Foodtrucks bleibt das 1,86 Kilometer lange Hillclimb-Rennen, das mitten durch den Garten des Herzogs führt, das Herzstück des Festivals. Im Minutentakt schiessen Rennwagen den seichten Hügel hinauf.

Schweizer Fans sind begeistert vom Sound

Besonders laut wird es, wenn historische Formel-1-Boliden ihre Motoren aufheulen lassen. Dann reissen Tausende Zuschauer ihre Smartphones und Kameras in die Höhe, um den perfekten Moment festzuhalten. Fast wie an einem Musikfestival – mit dem entscheidenden Unterschied: Statt Gitarren liefern Motoren die Musik.

Dafür sind auch zwei Fans aus St. Gallen angereist. «Wir wollten die Stimmung hier einmal selbst erleben», erzählen sie Blick. Bergrennen in der Schweiz kennen sie bereits, doch Goodwood sei nochmals eine andere Liga. Besonders begeistert sind sie von den Formel-1-Autos. «Und natürlich vom Sound.»

Stars zum Greifen nah

Eine weitere Besonderheit von Goodwood: Die Fans kommen den Stars und ihren Rennwagen so nah wie nirgendwo sonst. Im Formel-1-Paddock stehen die Boliden oft nur wenige Meter von den Besuchern entfernt, ehe sie wieder Richtung Start geschoben werden. Es riecht nach Benzin und heissen Bremsen, immer wieder lassen Mechaniker die Motoren kurz aufheulen.

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Für die diesjährige Ausgabe des Festivals, lud der Duke of Richmond (r.) wieder unzählige Stars aus der Szene auf sein Grundstück ein.
Foto: PA

Mit dem aktuellen F1-Weltmeister Lando Norris (26), sowie Kimi Antonelli (19), Pierre Gasly (30), Franco Colapinto (23), Liam Lawson (24) und Isack Hadjar (20) sind gleich mehrere aktuelle Formel-1-Fahrer vor Ort. Dazu kommen Legenden aus der Königsklasse des Motorsports wie Mario Andretti (86), Damon Hill (65), Gerhard Berger (66) oder Emerson Fittipaldi (79) sowie Motorrad-Ikone Valentino Rossi (47).

Immer wieder zeigen sich die Stars auf dem Balkon des Goodwood House. Der Jubel der Fans ist dabei fast so gross, wie wenn der Papst den Balkon am Petersplatz betritt.

Nachwuchsfahrerin darf Formel-1-Auto testen

Auch die Niederländerin Nina Gademan (22) gehört in diesem Jahr zu den besonderen Gästen. Die Alpine-Pilotin aus der F1 Academy , die durch ihren Sponsor Ka-Ex auch einen Bezug zur Schweiz hat, darf den 2012er Lotus E20 in der Alpine-Lackierung den Hügel hinaufdonnern.

Dabei steuert sie erst zum zweiten Mal überhaupt einen Formel-1-Wagen. «Hier geht es allerdings mehr um das Erlebnis als um die Geschwindigkeit», sagt sie. «Schliesslich lieben hier alle laute Autos, und dieses Auto macht einfach unglaublich viel Lärm.»

Besonders beeindruckt ist sie von der Leistung des Formel-1-Boliden. «Dieses Auto hat rund 850 PS, meines in der F1 Academy nur etwa 180. Erst wenn man selbst darin sitzt, merkt man, wie wahnsinnig diese Autos sind.»

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Nina Gademan sorgt am Festival of Speed ebenfalls für aufsehen.
Foto: Getty Images
Was ist die F1 Academy?

Die F1 Academy ist eine vom Formel-1-Management ins Leben gerufene Rennserie für weibliche Nachwuchstalente. Ziel ist es, Frauen den Aufstieg in den professionellen Formelsport zu erleichtern. Alle Fahrerinnen treten in technisch identischen Formel-4-Fahrzeugen an, um das fahrerische Talent in den Vordergrund zu stellen.

Die F1 Academy ist eine vom Formel-1-Management ins Leben gerufene Rennserie für weibliche Nachwuchstalente. Ziel ist es, Frauen den Aufstieg in den professionellen Formelsport zu erleichtern. Alle Fahrerinnen treten in technisch identischen Formel-4-Fahrzeugen an, um das fahrerische Talent in den Vordergrund zu stellen.

Vergangenheit und Zukunft an einem Ort

Doch Goodwood lebt längst nicht nur vom Hillclimb. Wer einmal über das weitläufige Gelände schlendert, entdeckt hinter jeder Ecke eine andere Facette des Motorsports. Auf der Rallye- und Offroad-Strecke kämpfen sich die Fahrzeuge durch den knochentrockenen Untergrund und wirbeln meterhohe Staubwolken auf. Wenige Gehminuten weiter präsentieren Hersteller im Schlossgarten ihre neuesten Hypercars, während daneben legendäre Rennwagen aus fast jeder Epoche des Motorsports stehen. Vergangenheit und Zukunft trennen hier nur wenige Meter.

Diese Vielfalt begeistert auch Tim und Christoph aus Bayern (De), die sich in diesem Jahr ihren langjährigen Traum vom Goodwood-Besuch erfüllen. «Autos und Motoren zu bauen, ist eine Kunst für sich», sagt Tim. Sein Kollege Christoph ergänzt: «Die Mischung aus alten Fahrzeugen, modernen Hypercars und aktuellen Rennwagen macht Goodwood einfach einzigartig.»

Erst gegen halb acht Uhr abends wird es langsam ruhiger auf dem riesigen Landgut. Die letzten Motoren verstummen, die Fans machen sich auf den Weg zu den Campingplätzen oder Hotels. Zurück bleiben staubige Schuhe, der Geruch von Benzin und die Gewissheit, dass Goodwood weit mehr ist als ein Bergrennen – es ist ein jährliches Klassentreffen der Motorsportwelt.

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