Darum gehts
- Toto Wolff fordert bessere Zuverlässigkeit nach über 50 verlorenen Punkten
- Ferrari-Chef Vasseur reagiert gereizt auf Vorwürfe zu regelmässigen Upgrades
- Hamilton nur noch 32 Punkte hinter Antonelli, Verstappen abgeschlagen mit 103
Mercedes-Chef Toto Wolff (54) hat intern schon die Alarmglocken läuten lassen: «Wir müssen so schnell wie möglich unsere Zuverlässigkeit verbessern, die Defekte stoppen. Jetzt haben wir in drei Rennen weit über 50 Punkte verloren!»
Defekthexe stoppt Mercedes
Der Wiener meint die Batterie-Schäden von Russell in Montreal, von Antonelli in Barcelona. Und jetzt kommt noch ein kaputter Schutzschild der Bremsbelüftung links vorne beim italienischen WM-Leader dazu.
Doch Antonelli, der auf der verheissungsvollen Jagd nach Sieger Leclerc war, gab nicht auf, ignorierte die Befehle der Ingenieure: «Box, Box». Wegen mehrmaligen Verlassens der Piste bekam Antonelli noch eine Fünf-Sekunden-Strafe, die ihn von Platz 9 auf 15 zurückwarf. Wolff lobte: «Dieses Kämpferherz zeichnet die Superstars aus!»
Vasseur zu dünnhäutig?
Wolff hatte schon vor Silverstone gemerkt, dass Ferrari im Aufwind ist – und startete einen verbalen Angriff: «Da stimmt doch was nicht, Ferrari rüstet fast jedes Rennen auf. Denen muss doch bald das Geld für die Entwicklungen ausgehen.»
Diese klare Aussage stiess dem eher dünnhäutigen Ferrari-Chef Fred Vasseur (58) bös auf: «Wenn Red Bull oder Mercedes Teile bringen, werden sie dafür gelobt, bei uns heisst es schnell: die betrügen!»
Das Duell Wolff gegen Vasseur
Klar, dass die verbalen Attacken der beiden Freunde (seit über 25 Jahren) noch nicht zu Ende sind, auch wenn beide Generäle den «Fall» als abgeschlossen sehen. Doch die plötzlich hochgekommene rote Magie (nach 18 Jahren ohne WM-Titel) wird dem sehr ehrgeizigen Wolff ein Dorn im Auge bleiben.
Denn Lewis Hamilton liegt nur noch 32 Punkte hinter Antonelli und sieben hinter Russell. Es wäre nur ein Zähler, wenn Hamilton mit einem späten Reifenwechsel (nach dem Verstappen-Crash) nicht noch während der Safety-Car-Phase an die Box gekommen wäre. Der Brite schenkte so Russell den zweiten Platz und wetterte: «Hätte mir die Boxencrew gesagt, dass ich mit einem Wechsel eine Position verlieren würde, wäre ich nie reingekommen!»
Verstappen im Niemandsland
Doch der Verstappen-Abflug liess in den letzten fünf Runden keinen Neustart mehr zu, weil diesmal alle Regeln eingehalten wurden. Für den Holländer war es der dritte GP-Nuller 2026. Die Türe für einen Wechsel wäre vertraglich offen, aber wie Blick schon berichtete: Es fehlen Super-Max die guten Alternativen.
Denn Weltmeister McLaren ist in ein Tief gerutscht. Champion Norris (100:1) und Piastri (200:1) werden von den englischen Buchmachern kaum mehr ernst genommen. Nur bei Verstappen, 103 Punkte hinter Antonelli, ist man sich noch nicht sicher – Aussenseiter mit 43:1. Also für zehn Franken würden bei einem Titelgewinn 430 Franken ausgeschüttet!
Leclerc nur noch Aussenseiter
Vorne gibt es bei den Wettbüros Antonelli zu einer Mini-Quote von 1,5:1 und Russell zu 4:1 sowie Hamilton zu 7:1. Nur dem überraschenden England-Sieger Leclerc traut man keine Überraschung mehr zu – 35:1. Zu oft hatte der Monegasse versagt, sich überschätzt und war zuletzt auch an Hamilton gescheitert.
Wolff denkt an 2016
Mercedes gegen Ferrari. Für die Fans könnte es noch spannend werden. Das weiss auch Toto Wolff, der sich bestimmt an 2016 erinnert. Damals kostete Hamilton der einzige Defekt der Saison (Motorschaden in Malaysia) den sicheren WM-Titel. Das Glück von Mercedes: Es profitierte Teamkollege Rosberg, der am Ende fünf Punkte mehr als Hamilton ins Ziel schleppte.
Wird Bahrain nachgeholt?
Die WM-Organisatoren versuchen weiter verzweifelt, zwischen Baku und Singapur den im April (wegen des Nahost-Krieges) abgesagten GP von Bahrain am 4. Oktober nachzuholen!