Brasilien: Die Angst fährt mit
Das geheime Katar-Papier für einen Militär-Angriff

GP Brasilien: Das erste Rennen nach der Titelentscheidung. Kimi Antonelli (20) fährt mit einem Spezialhelm seines Idols Ayrton Senna. Und der GP-Zirkus zittert vor den Rennen in Katar und Abu Dhabi. Schnellster im ersten Training: Norris vor Antonelli.
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Lando Norris im McLaren ist der Schnellste im ersten Brasilien-Training.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Noch immer ist die Entscheidung, wo das WM-Finale 2026 steigt, nicht gefallen. Die Formel 1 blickt hier genau nach Katar, wo der Motorrad-Zirkus unterwegs ist. Ohne Yamaha, das aus Sicherheitsgründen seine vier Töffs in der MotoGP zurückzog.

Geld wichtiger als Sicherheit?

Wie sicher ist die Lage im Nahen Osten? Bis am nächsten Dienstag muss sich die Formel 1 entscheiden, ob man das Finale vielleicht doch am 6. Dezember in Imola durchführen muss. Nun, im Töff- und Formel-1-Zirkus wurde für Katar ein Papier mit sieben Sicherheitsregeln ausgestellt. So viel zu den früher gemachten Sicherheitsgarantien.

Leider haben sich die Teams offiziell noch nicht zur Situation geäussert. Die Angst und der Respekt vor den GP-Machern ist offenbar zu gross. Nur bei Audi ist man klar für Katar. Schliesslich gehört rund ein Drittel des Teams dem katarischen Staatsfonds.

Hocke und Kopf schützen

Der Katar-Brief mit sieben Punkten im Fall eines militärischen Angriffs:

  1. Begeben Sie sich umgehend an einen geschützten Ort. Machen Sie keine Aufnahmen, beobachten Sie lediglich die Situation.
  2. Im Hotel nur die Treppe zu den Schutzräumen benutzen… Sonst im Zimmer in geduckter Haltung auf der vom Fenster abgewandten Seite.
  3. An der Rennstrecke: Begeben Sie sich in das feste Gebäude, das mit Ihrem Team vereinbart wurde. Meiden Sie Zelte, offene Fahrerlagerbereiche sowie Gebäude mit Glasfassaden.
  4. Im Freien immer das nächstgelegene Gebäude aufsuchen. Gehen Sie in die Hocke und schützen Ihren Kopf.
  5. Im Auto: Halten Sie sofort an, gehen Sie zum nächstgelegenen Gebäude. Und sonst in die Hocke und Kopf schützen.
  6. Bleiben Sie mindestens zehn Minuten an Ort – oder bis die offizielle Entwarnung erfolgt.
  7. Im Anschluss: Berühren oder fotografieren Sie keine Trümmerteile. Melden Sie diese den örtlichen Rettungskräften. Melden Sie sich bei Ihrer Gruppe, damit man feststellen kann, dass alle in Sicherheit sind.

Gruss vom Mexiko-Podest

So viel zur sicheren Lage im vorgesehenen Rennen nach Las Vegas (22. November). Und was passiert hier in Interlagos? Kein Regen, 25 Grad. Und sechs Talente im Einsatz: Slater bei Audi für Hülkenberg, Beganovic im Ferrari für Neo-Papi Leclerc, Mini bei Alpine für Gasly. Fornaroli für Piastri bei McLaren, Herta bei Cadillac für Pérez und Browning bei Williams für Sainz.

Die ersten 15 Minuten gehörten dem Podest von Mexiko: Sieger Verstappen, Hamilton und Weltmeister Antonelli. Sie tauschten mehrmals den ersten Platz. Erst nach 32 Minuten konnte sich überraschend mit Colapinto (Alpine) ein Fremder in den Dreikampf der Giganten einmischen.

Grüner Audi – wieder Slater-Flop

Bei Audi, das wieder mal die Farben im ganzen Team wechselte (diesmal dunkelgrün), hatte Freitagsfahrer Freddie Slater (18) wieder Pech. Wie in Mexiko. Dort lief die Kiste gar nicht und als er dann losfuhr, vergassen die Mechaniker das Kühlgebläse am Auto – die FIA verlangte dafür 7500 Euro.

Der Brite, Zweiter der Formel-3-Serie, blieb nach sieben Runden stehen. Das war es dann schon wieder – und so muss man über das Talent des von Audi geförderten Piloten weiter rätseln: am wenigsten Runden und Letzter.

Norris sprengte Giganten-Trio

15 Minuten vor Schluss übernahm der entthronte Weltmeister Lando Norris (24) im McLaren-Mercedes die Führung. 0,082 vor Antonelli (Mercedes). Diese Reihenfolge gab es 2025 in Interlagos in der Qualifikation und im Rennen.

Die Überraschung lieferte der Alpine-Mercedes: der Italiener Gabriele Mini (21) landete auf Platz sieben, Teamkollege Colapinto wurde Neunter. Und dazwischen liess Lokalheld Bortoleto im Audi für die heimischen Fans etwas Hoffnung aufkommen.

Foto: Formel 1
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