São Paulo feiert Hamilton und trauert um Alan Jones
Der erste von sieben Williams-Champions ist tot

Die Formel 1 trauert um ihren 15. Weltmeister: Alan Jones. Er starb drei Tage nach dem 80. Geburtstag. Beim drittältesten GP-Team, Williams, hängen die Flaggen auf Halbmast. Dafür feiert Sir Lewis Hamilton (41) seinen 400. WM-Lauf. Nur Alonso (445 am Sonntag) hat mehr.
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Alan Jones, der Formel-1-Weltmeister von 1980, ist am 5. November 2026 verstorben.
Foto: IMAGO SPORTFOTODIENST
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Unterschiedlicher könnte die Stimmung hier im regnerischen Interlagos bei São Paulo wenige Stunden vor dem ersten Training nicht sein. Und der 36. Weltmeister seit 1950? Kimi Antonelli (20) kehrt an die Strecke zurück, wo er vor einem Jahr erstmals in der ersten Startreihe stand. Seine erste Pole kam dann in China 2026.

Clay, der unerwünschte Sieger

Mit Jones verlor der GP-Zirkus einen knorrigen, superehrgeizigen und ultraschnellen Star. Seinen ersten von 12 Siegen hatte er 1977 noch auf Shadow in Zeltweg erreicht. Dann wurde er zur Galionsfigur bei Williams. Doch den ersten Sieg des Teams, das hier bereits den 895. GP bestreitet, eroberte der Tessiner Clay Regazzoni (starb 2006). In Silverstone 1979. Das Team konnte damals die Enttäuschung nicht verbergen, hatte alles auf die Karte Jones gesetzt. Doch der wurde von einer kaputten Wasserpumpe gestoppt.

«Die hätten wohl am liebsten gehabt, wenn ich stehengeblieben wäre», grinste Clay. Bis sich Frau Williams bei ihm entschuldigte: «Sorry für das etwas seltsame Verhalten unseres Teams!»

Jones als Blick-Kolumnist

Regazzoni war in jeder Situation bei Williams die klare Nummer 2: «Alan war alles für Williams. Leider benahm sich der Australier mir gegenüber auch immer als der Chef.» 1980 musste Clay als WM-Fünfter gehen, man wollte nicht die beste Nummer 2, sondern die schnellste. Und scheiterte, weil es im Team nur noch zu Streitereien kam.

Jones wurde Weltmeister, Reutemann Dritter. Blick konnte damals Alan Jones als Kolumnisten – gratis – ins Boot holen. Und der nahm kein Blatt vor den Mund.

Jetzt ist der erste von sieben Williams-Weltmeistern tot. Keke Rosberg (1982), Nelson Piquet (1987), Nigel Mansell (1992), Alain Prost (1993), Damon Hill (1996) und Jacques Villeneuve (1997) leben noch. Seinen Wechsel zu Williams bezahlte Ayrton Senna 1994 in Imola mit dem Tod. Den 114. und letzten GP-Sieg für Williams feierte Maldonado 2012 in Barcelona. Als nachher die Garage in Brand geriet – und Teamchef Frank Williams (starb 2021) im Rollstuhl gerade noch gerettet werden konnte.

Williams am Ende – Lewis am Start

Williams heute? Ein Albtraum der Formel 1. Mit 12 Punkten auf dem drittletzten Platz ohne Zukunftshoffnung. Sainz und Albon, die für 2027 unterschrieben haben, rasen dem Ende ihrer Karriere entgegen.

Der siebenfache Weltmeister Hamilton möchte nach 106 Siegen und 105 Pole-Positionen sowie 209 Podestplätzen noch einmal voll durchstarten. Er will mit Ferrari den achten Titel. Doch Leclerc (am Dienstag Vater von Tochter Bianca geworden) hält dagegen.

Panikorchester ohne Dirigent

Von Teamwork und guter Führung immer mehr keine Spur. Ferrari, seit bald 20 Jahren ohne Titel, präsentiert 2025 und 2026 eine erschreckende Bilanz: zwei Pole-Positionen und zwei Siege. Die Fachwelt sucht seit Monaten nach den Schuldigen und verteilt die Last auf Fred Vasseur, Charles und Lewis. Das rote Panikorchester eben.

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