Für Audi (8. Bortoleto, 13. Hülkenberg) geht es unter den Augen von Ehrengast Peter Sauber (82) um den 7. WM-Platz. Dieser gehört mit 21 Punkten noch Haas-Ferrari (14. Bearman, 19. Ocon).
Audi jagt Haas – noch 5 Punkte
Wann holt das neue Team aus Hinwil die fünf Punkte Rückstand auf? Haas hat in den letzten sechs Rennen nicht mehr gepunktet, Audi dagegen in den letzten vier WM-Läufen immer sein Konto erhöht.
Vier Teams setzten im ersten Training Nachwuchs-Talente ein. Im Red Bull sass der Japaner Iwasa (für Verstappen). Im Williams durfte der Amerikaner Browning für Albon ran. Bei Alpine kam der Este Aron für Gasly zum Zug. Aron fährt am Freitag auch oft den zweiten Audi (früher Sauber). Bei Cadillac sahen wir den USA-Piloten Herta für Pérez in Aktion. Nicht lange. Dann blieb er stehen – Rot. Bereits im Formel-2-Training am Morgen hatte der offenbar überforderte Amerikaner die roten Flaggen ausgelöst. Nach einem grossen Crash!
«Auch für mich zu kompliziert»
Um das komplizierte Formel-1-Reglement etwas «einfach» zu machen, haben wir Blick-Technik-Experte Michal Schmidt (auto motor und sport) bemüht: «Selbst für mich ist alles zu kompliziert geworden! Auf der schnellsten Strecke ist der Unterschied zwischen Energiebedarf und verfügbarer Energie am grössten. Um zu verhindern, dass die Teams an allen möglichen und unmöglichen Stellen der 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitspiste den Lademodus aktivieren, wurde die Energiemenge, die jeder Fahrer pro Runde rückgewinnen darf, stark begrenzt.»
Mit Halbgas durch Lesmo?
Schmidt weiter: «Mit fünf MegaJoule in der Qualifikation und sieben im Rennen liegt man an der untersten Schwelle. Ursprünglich sah das Reglement einmal neun MegaJoule pro Runde vor. Bei dieser Lademenge würden die Antriebseinheiten schon ab der Hälfte der Geraden Energie in der Batterie bunkern und die Fahrer durch Lesmo, Ascari und Parabolica mit Halbgas fahren.
Mit fünf MegaJoule ist diese Gefahr einigermassen gebannt. Doch der Eingriff hat auch Nebenwirkungen. Je weniger Elektro-Energie zur Verfügung steht umso weniger steht die volle System-Leistung zur Verfügung.»
Piastri: «Chaos droht»
Für das Rennen am Sonntag verspricht Oscar Piastri chaotische Verhältnisse. «Zumindest am Anfang des Rennens, wenn jeder mit dem Energiemanagement sein eigenes Ding macht.» Da wird man dann viele Überholmanöver, aber auch schnell Konter sehen.
Piastri musste vor einem Jahr hier als WM-Leader (!) Platz zwei an Teamkollege Norris abgeben. McLaren wollte damit den von den Mechanikern verhauenen Boxenstopp beim Briten wieder «gutmachen». Noch nie hatte ein WM-Führender eine Stallorder bekommen!
Monza 2025 so schnell wie nie
Das erste Training zeigte schnell. Die Formel 1 wird in Monza rund drei Sekunden eingebremst. Vor einem Jahr holte hier Sieger Max Verstappen mit 1:28,792 die Pole-Position. Schnitt: 264,681 km/h. Schneller war die Formel 1 auf einer Runde noch nie unterwegs!
Nach einer halben Stunde lagen die meistgenannten Favoriten vorne: Leclerc vor Russell, Hamilton und Antonelli. Der WM-Leader aus Bologna muss fürs Rennen Motor, Batterie und Leistungselektronik wechseln (im Blick), startet wohl aus der Boxengasse.
Lawson immer stärker
Geheimfavorit McLaren-Mercedes (Norris gewann die beiden letzten Rennen in Ungarn) tanzt noch im Verfolgerfeld. Lawson, der bei den A-Bullen erneut Hadjar (linke Hand kaputt) ersetzt, mischt vorne mit. Der WM-Neunte hat bereits 49 Punkte.
Auch Lindblad, Tsunoda (Racing Bulls) zeigen ihre Stärken, wie Colapinto, der ja bei Alpine bleiben darf. Wieder einen Absturz erlebt Aston Martin-Honda
Schumi bald auf Netflix
Kurz vor dem ersten Training hatte der Schumacher-Clan im Königlichen Park zu einer Medienorientierung über den neuen Netflix-Film über den siebenfachen Champion geladen. Start ist am 2. Oktober. Schumi hatte in Monza vor 30 Jahren seinen ersten von fünf Italien-Siege auf Ferrari gefeiert. Jetzt ist das Auto wie 1996 lackiert.
Sohn Mick (27) war wie Mama Corinna nicht da. Der Indy-Car-Pilot muss am Wochenende beim Finale in Laguna Seca versuchen, seinen 23. Gesamtrang (von 25) loszuwerden. Nur unter den besten 22 werden die Millionenbeträge verteilt.