Hamilton feiert emotional mit seinem Team
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Erster Ferrari-Sieg:Hamilton feiert emotional mit seinem Team

Ältester GP-Sieger seit 1970
Die Formel 1 verneigt sich vor Lewis Hamilton

Mit seinem ersten Ferrari-Sieg schreibt Lewis Hamilton Geschichte. Er ist der älteste GP-Triumphator seit 56 Jahren und Jack Brabham. Von der Konkurrenz gibts Lob und Schwärmereien.
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Lewis Hamilton strahlt nach seinem ersten GP-Sieg seit 686 Tagen.
Foto: Lukas Gorys
Roger Benoit, Barcelona

Jetzt hat auch die Formel 1 ihr Sommermärchen und Italien kann nach 596 sieglosen Tagen und seit Mexiko 2024 (Sainz) endlich wieder einen Ferrari-Triumph feiern. Dank Sir Lewis Hamilton (41). 

Ausgerechnet der siebenfache Weltmeister hat es in Barcelona seinen Kritikern gezeigt. Und für einmal kamen keine falschen Töne vom Panikorchester. Die Strategie mit drei Boxenhalts (wie nur noch Verstappen, der Vierter wurde) war bei 32 Grad die richtige. Der Gummi spielte also die entscheidende Rolle.

8. WM-Titel als Traum

Der Superstar, den viele Fans und Experten schon abgeschrieben hatten, ist seit Wochen in Topform: Zweiter in Kanada, Zweiter in Monte Carlo – und jetzt der 106. GP-Sieg im 387. Rennen. Der erste Erfolg seit Spa 2024, damals noch auf Mercedes. Das ist genau 40 Rennen und 686 Tage her.

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«Als ich vor 18 Monaten zu Ferrari kam, hatte ich einen Traum. Der erste Teil davon ist jetzt in Erfüllung gegangen», sagte der Brite, der den achten Titel also noch nicht aufgegeben hat. Als WM-Zweiter hat er aber noch 51 Punkte Rückstand auf WM-Leader Antonelli, der fünf Runden vor Schluss (kurz nachdem er Russell überholt hatte) an zweiter Stelle aufgeben musste. Erstmals 2026. Aus dem Heck kam keine Elektro-Leistung mehr – wie bei Russell in Montreal.

Ältester GP-Sieger seit 1970

Jetzt hat es also auch den Italiener erwischt. Und Russell freute sich über die 18 Punkte. «Wenn du an einem solchen Tag mit deinem früheren Teamkollegen und Vorbild auf dem Podest stehst, bist du auch mit dem zweiten Platz zufrieden.»

Hamilton ist übrigens der älteste GP-Sieger seit dem Australier Jack Brabham, der 1970 in Kyalami mit fast 44 Jahren auf seiner Eigenkonstruktion seinen 14. und letzten GP-Sieg feierte.

Reifenmischung als Erfolgsrezept

Bis zur Halbzeit der 66 Runden war es eher ein langweiliges Rennen. Doch dann begann Antonelli den führenden Mercedes-Teamkollegen Russell anzugreifen. Rad an Rad. Kurve für Kurve. Genau das, was die Zuschauer sehen wollen. 

Doch dieses Duell wurde aus der Ferne vom späteren Sieger belächelt. Hamilton wusste, dass er bei den Reifen die richtige Mischung gewählt hatte (Weich, Hart, Medium, Hart). Und diesmal kamen von den Boxen auch keine komischen Funksprüche. Diesmal konnte Ferrari den roten Teppich nicht selbst wegziehen. Es passte endlich alles.

Und dieser Sieg macht einem Mann schwer zu schaffen: Teamkollege Charles Leclerc (28) ist plötzlich zur Nummer zwei degradiert worden. Am Samstag crashte er in der Qualifikation («mein Fehler») am Sonntag beendet ein wilder Ausritt alle Punkteträume. Weil die Hydraulik und die Lenkung versagten. 

Der Monegasse liegt jetzt bereits 40 Punkte hinter dem Mann des Tages. Bekommt er mental die gleichen Probleme wie Russell bei Mercedes mit Antonelli?

Norris schwärmt

Die WM 2026 ist trotz der vielen Notlösungen bei der «Wiedergutmachung» des neuen Reglements in eine spannende Phase getreten. Für den besten Fahrer im Feld, Max Verstappen, ist jetzt der Titelkampf mit 101 Punkten Rückstand auf Antonelli kaum mehr ein Thema. Der Holländer muss langsam seine Zukunft planen.

Das gleiche gilt wohl auch für den amtierenden Champion Lando Norris (25) im McLaren. Sein dritter Platz mit 24 Sekunden Rückstand lässt keine grossen Träume zu. «Ich bin einfach stolz, mit Lewis auf dem Podest zu stehen!»

Drei Briten auf dem Treppchen. Wann gab es dies zuletzt? Antwort: Am 8. Oktober 1968 in Watkins Glen (USA): 1. Jackie Stewart (Matra), 2. Graham Hill (Lotus), 3. John Surtees (Honda). Der Sieger wurde vor wenigen Tagen 87 Jahre alt. Die beiden anderen Helden sind längst gestorben.

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