Die FIA liess den Fall zu und beurteilte am Freitag die Sache neu. Gasly hatte zwei Fünf-Sekunden-Strafen für eine Tempoüberschreitung in der Boxengasse (60,1 und 60,4 km/h statt 60) erhalten. Und deshalb fiel er als Dritter auf den 7. Platz zurück. Die FIA musste sich mit dem Fall beschäftigen, da Alpine auch ein Deposit für die Behandlung der Berufung hinterlegen musste. Das wird jetzt zurückbezahlt.
Urteil mit 49 Punkten
Die FIA hat ihre Fehler mit den offenbar falschen Messpunkten (Zeitnehmer Schleife) der FOM eingestanden. In einer Urteilsverkündung von 49 Punkten (!) wurden die Medien informiert.
Die Leidtragenden sind jetzt vor allem Russell (60,1), der nachher die Strafe nicht richtig vornahm und noch eine Durchfahrtsstrafe bekam. Dadurch fiel er mit 43 Sekunden Rückstand auf den 12. Platz. Sonst wäre der Mercedes-Pilot Dritter geworden.
Auch Piastri (60,1) büsste jetzt als Vierter einen Platz ein. Er wäre dort geblieben. Aber Mercedes und McLaren hatten sich nicht an der Berufung von Alpine beteiligt. Und die Franzosen konnten dem Weltverband klare Beweise über die falsche Messung vorlegen.
Auch Hamilton bestraft …
Auch Hamilton und Colapinto waren Opfer mit den seltsamen 60,1 km/h-Überschreitungen. Der Ferrari-Star hätte aber 6,2 Sekunden hinter Sieger Antonelli jetzt nicht profitieren können!
Und Colapinto hätte im Alpine die Wegnahme der fünf Sekunden nur zu Rang 12 gereicht.
Der Skandal von Abu Dhabi 2021
Am meisten dürfte sich jetzt Mercedes-Chef Toto Wolff (54) über die Nichtteilnahme am Alpine-Protest ärgern. Und beim Wiener kommt sofort der FIA-Fall vom WM-Finale 2021 in Abu Dhabi in den Sinn. Damals hatte Hamilton vor der letzten Runde elf Sekunden Vorsprung auf Verstappen.
Doch Rennleiter Masi wollte das unterbrochene Rennen (Latifi-Unfall) unter keinen Umständen unter gelben Flaggen zu Ende gehen lassen. Deshalb liess er nur drei der acht überrundeten Autos sich zurückrunden. Sonst hätte es keine letzte Rennrunde gegeben. Und wir kennen das Ergebnis des klaren Regelbruches: Verstappen überholte mit frischen Reifen noch Hamilton und wurde auf Red Bull erstmals Weltmeister.