Darum gehts
- Roger Federer motivierte die Schweizer Nati vor dem Viertelfinal gegen Schweden
- Mit Federers Unterstützung besiegte die Schweiz Schweden souverän 3:1
- 10’000 Fans jubelten – das Halbfinal gegen Norwegen findet am Samstag in Zürich statt
Als Nati-Coach Jan Cadieux (46) in der Kabine den «grössten Schweizer Sportler» aller Zeiten ankündigte, war den Spielern sofort klar, um wen es sich handeln muss. Schliesslich hatten sie sich gewünscht, dass Roger Federer (44) in die Kabine kommt und die «Starting Six» verkündet.
Und der 20-fache Grand-Slam-Sieger kam zum perfekten Zeitpunkt: vor dem Viertelfinalduell gegen Angstgegner Schweden. Zuvor haben die Schweizer jedes K.-o.-Duell gegen die Skandinavier, darunter die WM-Finals 2013 und 2018, verloren.
Nachdem der ehemalige Tennismaestro die Nati-Stars heissgemacht hatte, läutete er auch noch die Kuhglocke im Stadion und begeisterte die 10’000 Fans. So konnte fast nichts mehr schief gehen. Mit dem Rückenwind von Federer und den Fans besiegte die Schweiz die Schweden souverän mit 3:1. Jetzt steht die Nati im Halbfinal am Samstagnachmittag gegen Überraschungsteam Norwegen.
«Alle haben dann gestaunt, als er reinkam»
«Es war mega cool, ich habe ihn sogar zweimal umarmt, um ein wenig von seiner Energie abzuholen. Es ist unglaublich für uns, er ist der Grösste für uns alle, der grösste Sportler und ein Riesenvorbild», sagt Captain Roman Josi (35), der das 1:1 erzielte, hinterher. «Dass er in die Kabine kam, hat uns einen Riesen-Push gegeben. Wenn ein solcher Sportler und eine solche Persönlichkeit in unsere Kabine kommt, ist dies das Grösste.» Etwa eine Stunde vor dem Match habe ihm Nati-Direktor Lars Weibel gesagt, dass Federer beim Spiel auf der Tribüne sei. «Ich habe ihm gesagt, dass es mega cool wäre, wenn er in die Kabine kommen würde. Alle haben dann gestaunt, als er reinkam.»
Er habe Federer schon einige Male getroffen, so der Berner NHL-Star. «Was er für ein Sportler ist, ist das eine. Er ist der grösste Tennisspieler, den es je gegeben hat. Aber was er auch für ein Mensch ist – er ist einfach ein riesen Vorbild. Jedes Mal, wenn man ihn sieht, wird man nervös, aber es ist extrem energiefüllend.»
Federer, der sich selbst als Eishockeyfan bezeichnet, hatte Josi 2020 mit einer Videobotschaft gratuliert, als der Captain der Nashville Predators die Norris-Trophy als bester NHL-Verteidiger gewonnen hatte.
«Es ist allen kalt den Rücken runtergelaufen»
Auch Stürmer Nico Hischier (27) ist begeistert. «Es war cool. Roger ist Roger. Jeder kennt ihn. Wenn er kommt und uns zuschaut, gibt das sicher Zusatzmotivation. Es hat allen Freude bereitet, und glücklicherweise haben wir das Spiel gewonnen.» Auch der Walliser Captain der New Jersey Devils hatte eine Videobotschaft von Federer bekommen, als er 2017 als Nummer eins gedraftet wurde, und darauf lernte er sein Idol an den US Open in New York persönlich kennen.
Stürmer Sven Andrighetto (33) fand es «sehr speziell», dass Federer die Nati unterstützte. «Wir wissen alle, was für eine Persönlichkeit Roger Federer ist.» Für seinen ZSC-Stürmerkollegen Nicolas Baechler (22) war es «ein Riesenmoment» gewesen, als Federer in die Kabine kam. «Es war eine Überraschung, wir hatten keine Ahnung. Es ist allen Jungs kalt den Rücken runtergelaufen», berichtete der Zürcher strahlend. «Es hat uns enorm motiviert.»
Wie lässt sich Federers Auftritt in den beiden verbleibenden Spielen, in denen es um die Medaillen und den Weltmeistertitel geht, noch steigern? «Eine gute Frage. Eine sehr gute Frage. Es wird schwierig», antwortete Josi. «Ich glaube, das ist schwierig», fand auch Baechler lachend. «Doch bei allen, die bis jetzt gekommen sind, war es unglaublich. Es pusht uns. Es ist mega speziell, zu sehen, dass auch diese Jungs hinter uns stehen und dermassen Freude haben, an dem, was wir hier machen. Wir versuchen, das mitzunehmen und alles aufzusaugen.»
Am Dienstag gegen Finnland war Patent-Ochsner-Sänger Büne Huber in der Kabine, nachdem davor schon die verletzten Kevin Fiala und Andrea Glauser und Trainer Cadieux die «Starting Six» verkündet hatten und zu WM-Beginn Bundespräsident Guy Parmelin eine Ansprache hielt. Alle Ankündigungen wurden von Erfolg gekrönt: Die Nati hat bisher alle acht Spiele gewonnen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |

