«Holen wir Gold, feiern wir durch – bis unser Flug geht»
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Schweizer bereit für WM-Final:«Holen wir Gold, feiern wir durch – bis unser Flug geht»

Hockey-Fest in der Schweiz
Ärger gibts an der WM nur, wenn die Fussball-Fans kommen

Die Weltmeisterschaft findet jedes Jahr statt – und das immer später. In Zukunft droht dem Volksfest der IIHF auch noch Konkurrenz aus der NHL.
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Fanmagnet Weltmeisterschaft: Die Schweizer stellen jeweils eine der grössten Delegationen.
Foto: Claudio Thoma/freshfocus
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Wachsen. Alles muss immer weiter wachsen. Auch beim Eishockey wird mittlerweile jede Meisterschaft ausgewalzt bis zur Schmerzgrenze, in der National League dauern die Pausen nominell (18 Minuten) fast so lange wie die Spielabschnitte, und die Pokalübergabe an einem Ostermontag ist nur noch eine längst verblasste Erinnerung. Und dann kommt noch die Weltmeisterschaft um die Ecke. Nach den Olympischen Spielen beginnt die jeweils Mitte Mai und zieht sich bis fast in den Juni, da bleiben dem Sportfanatiker im Jahr 2026 vor der Fussball-WM noch knapp zwei Wochen für den schrittweisen Abbau der Reizüberflutung.

Ab 2028 droht die Konkurrenz der NHL

Der internationale Verband IIHF muss seine jährlich stattfindende Weltmeisterschaft zudem schon bald gegen die Konkurrenz der NHL absichern, die ab 2028 alle vier Jahre jeweils im Februar den World Cup of Hockey austragen wird. Die WM wird ab 2027 nur noch in ungeraden Jahren der einzige internationale Eishockey-Event auf der globalen Bühne sein. Die NHL ist für die IIHF-WM allerdings der wichtigste Impulsgeber, die Stars aus der besten Liga der Welt sind das Vermarktungsargument schlechthin. Aber von den Allerbesten verzichten in Olympia-Jahren viele auf die Doppelbelastung, das Buffet ist leer geräumt – ein Problem, das sich der IIHF nun alle zwei Jahre stellen dürfte.

Ein überzeugendes Argument hat die IIHF allerdings auf ihrer Seite: Die Weltmeisterschaft ist ein familientaugliches Volksfest, das für zwei Wochen die reisefreudigen Fans der teilnehmenden Nationen in Massen mobilisiert. Und die Zechmannschaften machen ihre Laune nicht von den Aufgeboten der Trainer abhängig, viele Fangruppen haben den jährlichen Trip zur WM fix im Kalender stehen, und dann wird in den Stadien und um die Stadien herum gefeiert.

Idealfall Schweiz

Im Idealfall findet die IIHF zudem einen Veranstalter, der wie aktuell die Schweiz zwei Spielorte anbieten kann, die Stadt- und Spielbesuche am gleichen Tag ermöglichen. Zürich-Altstetten und Freiburg trennt laut dem zur Verblüffung deutscher Gäste belastbaren SBB-Fahrplan eine Bahnreise von rund zwei Stunden. Demolierte Abteile brauchen die Bundesbahnen dabei nicht zu befürchten: Die Fans der Eishockey-WM gelten als äusserst friedfertig und haben die gemeinsamen Feiern zum völkerverbindenden Standard erhoben, selbst in den Unterhaltungs- und Feierzonen rund um die Stadien ist trotz guter internationaler Durchmischung kein Grossaufmarsch an Sicherheitskräften vonnöten. Bierselige Meinungsverschiedenheiten werden in der Regel verbal geregelt, Verbrüderungsszenen zwischen Sportfreunden aus der Slowakei und Tschechien sind viel wahrscheinlicher als Auseinandersetzungen zwischen Schweden und Dänen.

Während der WM 2018 zum Beispiel wurde es wohl einmal etwas kritisch, als es in Kopenhagen am Tag des dänischen Cupfinals zum Krach zwischen schwedischen Eishockeyfans und Anhängern des dänischen Fussballklubs Bröndby IF kam. Die gelb-blauen Schweden und die blau-gelben Bröndby-Anhänger konnten sich nicht auf eine gemeinsame Schattierung von Grün einigen, mehr als ein paar fliegende Stühle, einige zerbrochene Biergläser und ein paar blutige Nasen waren aber nicht zu beklagen.

Viertelfinals zeitgleich – warum bloss?

Für angeregte Diskussionen sorgen mitunter allerdings der Spielplan und der Modus der Weltmeisterschaft. Die ausschweifende Vorrunde mit zwei Achtergruppen zieht sich über zwölf Tage hin, während die elektrisierende Knockout-Phase auf vier Tage verdichtet wird. Von den Viertelfinals werden zudem je zwei Partien zeitgleich ausgetragen, was bei Vermarktungsprofis und Zuschauern immer wieder Kopfschütteln auslöst. Warum ist es beim olympischen Turnier möglich, die Viertelfinals an einem Tag zeitversetzt auszuspielen, bei der Weltmeisterschaft aber nicht? Mindestens bezüglich Pausenlänge haben die IIHF-Funktionäre gegen die Kollegen aus der National League aber die Nase vorn: Die Unterbrüche des Festprogramms dauern bei der Weltmeisterschaft erträgliche 15 Minuten.

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
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Österreich
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Finnland
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Deutschland
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Großbritannien
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Ungarn
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Lettland
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Schweiz
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USA
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Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
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Kanada
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Tschechische Republik
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Dänemark
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Italien
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Norwegen
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Slowakei
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Slowenien
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Schweden
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