Erinnerung an die Heim-WM 1998
«Jenni, du Tubel»

Als die WM das vorletzte Mal in der Schweiz stattfand, war die Eishockey-Welt noch eine andere. Unser Reporter – damals Nati-Spieler – erinnert sich.
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Jubel während der WM 1998: Marcel Jenni (links) und Gian-Marco Crameri.
Foto: WALTER BIERI
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Eishockey-WM 1998 in der Schweiz. Mitmachen dürfen wir, weil erstens die A-Gruppe auf 16 Teams aufgeblasen wird und zweitens der Veranstalter ab sofort gesetzt ist. 

Die ersten beiden Gruppenspiele gegen die USA und Schweden in Zürich gehen klar verloren, im dritten und letzten Vorrundenspiel gegen Frankreich müssen wir mit vier Toren Differenz gewinnen und dabei mindestens fünf Tore schiessen, um als Gruppenzweiter die nächste Runde in Basel zu erreichen. Warum das so ist? Weil die USA im letzten Gruppenspiel mit 1:6 gegen Schweden verlieren. Also. Bis drei Minuten vor Schluss liegen wir gegen Frankreich aber nur mit 3:1 vorne, die Hoffnung nur noch ein Schimmer. Auf der Spielerbank wird im Hintergrund bereits das Notfallszenario eingeleitet, da sind Spieler pragmatisch. Mögliche Ausreden werden formuliert, Pläne diskutiert, wie und wo man dem drohenden Grillfest der Presse entgehen könnte. Die Kanarischen Inseln für drei oder vier Tage? Eine Woche Ballermann? Nach Basel wollen wir eigentlich sowieso nicht, wird beschlossen. Also finden wir uns damit ab, dass man uns für diesen Totalabsturz in Abwesenheit zu Brei schreiben wird. Wir sind ja dann nicht da, und Internetmedien oder Social Media gibts damals noch nicht.

Rechnung ohne Jenni gemacht

Aber wir hatten die Rechnung gemacht, ohne den Modus genau zu kennen. Und ohne Marcel Jenni. Der schiesst das 4:1, und das bringt die Franzosen in die Bredouille, weil sie damit Letzter und in Abstiegsgefahr sind. Das können sie aber noch verhindern, wenn sie ein Tor schiessen, und dafür ziehen sie ihren Goalie ab. Bei 1:4. Kasten leer, Jenni im Spielrausch. Klar, der trifft das leere Tor. Einer ruft: «Jenni, du Tubel.» Mit dem 5:1 sind wir nicht nur gerettet, sondern auch noch in der Zwischenrunde. Also doch nach Basel. Und da wird es dann doch ganz nett, weil wir die Russen schlagen und einen Punkt gegen die Slowakei holen. Das reicht dann für den Halbfinal (Modus). Wir sind plötzlich Helden. Keiner wird zu Brei geschrieben. Im Halbfinal verlieren wir zweimal gegen Schweden (Modus) und im Spiel um den dritten Platz gegen Tschechien. Schlussplatzierung: Rang 4. Und das mit zwei Siegen, einem Unentschieden und sechs Niederlagen in neun Spielen.

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
7
32
21
2
Finnland
Finnland
7
20
18
3
Lettland
Lettland
7
7
12
4
USA
USA
7
4
11
5
Deutschland
Deutschland
7
1
10
6
Österreich
Österreich
7
-12
9
7
Ungarn
Ungarn
7
-24
3
8
Großbritannien
Großbritannien
7
-28
0
K.o.-Phase
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
7
20
20
2
Norwegen
Norwegen
7
11
15
3
Tschechische Republik
Tschechische Republik
7
2
13
4
Schweden
Schweden
7
11
12
5
Slowakei
Slowakei
7
2
11
6
Dänemark
Dänemark
7
-11
6
7
Slowenien
Slowenien
7
-12
6
8
Italien
Italien
7
-23
1
K.o.-Phase
Abstieg
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