Del Curto verteidigt seinen Freund
«Ich hätte alles getan, damit Fischer die Heim-WM noch coachen kann»

Arno Del Curto nimmt seinen langjährigen Weggefährten Patrick Fischer in Schutz. Im Blick-Interview sagt der Kulttrainer, Fischer hätte es verdient gehabt, seine Mannschaft an der Heim-WM noch zu coachen.
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Der legendäre Hockey-Trainer Arno Del Curto (r.) hätte alles dafür getan, damit Patrick Fischer (l.) die Schweizer Nati an der Heim-WM noch coachen kann.
Foto: GIAN EHRENZELLER

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Arno Del Curto hätte Ex-Nati-Trainer Patrick Fischer nach dem Zertifikat-Skandal nicht entlassen
  • Der Bündner hätte mit den Konsequenzen gelebt
  • Trotz allem ist er sich sicher, dass die WM gut herauskommen wird
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Vor mittlerweile einem Monat musste Patrick Fischer seinen Posten als langjähriger Nati-Trainer (über zehn Saisons) räumen. Für Arno Del Curto ist klar: Sportlich wäre Fischer weiterhin der richtige Mann gewesen. Im Gespräch mit Blick erklärt der ehemalige Erfolgscoach des HC Davos, weshalb er seinen Freund bis zuletzt gestützt hätte. 

Herr Del Curto, wie gross schätzen Sie die Auswirkungen des Trainerwechsels bei der Nati so kurz vor der Heim-WM ein?
Arno Del Curto: Es wird einfach anders. Aber vermutlich raufen sich alle zusammen und dann ist die Einstellung sicher bei 100 Prozent. Auch wenn Spieler wie zum Beispiel ein Roman Josi ganz extrem für Fischer sind, werden sie sich zusammenreissen und nichts gegen Jan Cadieux machen. Schliesslich wollen bei der Heim-WM alle ihre beste Leistung abrufen. Trotzdem finde ich, Patrick Fischer hätte es sicher verdient gehabt, das als Trainer zu Ende zu führen.

Wäre das möglich gewesen?
Ja, ich hätte alles getan, damit Fischer die Heim-WM noch coachen kann. Aber jeder Mensch ist anders und ich bin auch befangen. Fischi ist ein guter Freund von mir.

Der Druck wäre aber schon gross gewesen.
Ja, der Druck von den Sponsoren, den Verbänden und auch von der olympischen Kommission wäre sicher gekommen, aber ich als Verband hätte es gemacht und alle Konsequenzen auf mich genommen. Sehr wahrscheinlich hätte ich danach den Rücktritt geben müssen, aber das wäre mir egal gewesen. Corona ist sowieso noch nicht vollständig aufgearbeitet. Da kommen noch viele Sachen ans Licht, und dann ist dieser Fall nicht mehr so gewichtig.

Arno Del Curto persönlich

Der 69-jährige Engadiner prägte während über zwei Jahrzehnten den HC Davos als Cheftrainer und führte den Klub zu sechs Meistertiteln. Er gilt als einer der prägendsten Trainer im Schweizer Eishockey. Mit Patrick Fischer verbindet ihn seit Jahren eine enge Freundschaft. Der ehemalige Nati-Trainer wurde einst unter Del Curto Schweizer Meister (2002). Die beiden standen auch während der jüngsten Turbulenzen rund um die Zertifikats-Affäre in Kontakt.

Von 2022 bis 2024 gehörte Del Curto zudem als Assistenztrainer zum österreichischen Nationalteam. Bei der kommenden WM wird er nicht an der Bande stehen.

Sven Thomann

Der 69-jährige Engadiner prägte während über zwei Jahrzehnten den HC Davos als Cheftrainer und führte den Klub zu sechs Meistertiteln. Er gilt als einer der prägendsten Trainer im Schweizer Eishockey. Mit Patrick Fischer verbindet ihn seit Jahren eine enge Freundschaft. Der ehemalige Nati-Trainer wurde einst unter Del Curto Schweizer Meister (2002). Die beiden standen auch während der jüngsten Turbulenzen rund um die Zertifikats-Affäre in Kontakt.

Von 2022 bis 2024 gehörte Del Curto zudem als Assistenztrainer zum österreichischen Nationalteam. Bei der kommenden WM wird er nicht an der Bande stehen.

Hätte Fischer seine Autorität in der Mannschaft denn aufrechterhalten können? Er hat von Spielern ja Werte erwartet, die er in dieser Situation selber nicht gelebt hat.
Ja, er ist vom Typ her halt einfach einer, der sich nicht impfen lässt. Für mich ist das nichts Schlimmes und das ist seine Entscheidung. Heute, wenn ich alles höre und sehe über Corona, denke ich manchmal auch: Warum habe ich mich impfen lassen?

Sie haben vorher erwähnt, dass Patrick Fischer ein guter Freund von Ihnen ist. Wie geht es ihm aktuell und wie geht er mit der Situation um?
Ich war kürzlich bei ihm und er macht mir einen guten Eindruck. Logisch wurmt es ihn, dass er diese letzte grosse Heim-WM mit dieser Mannschaft, die er zehn Jahre lang hatte, nicht mehr miterleben kann. Das hätte vielleicht zu einem grossen Erfolg führen können, aber im Gesamten hat er sich damit abgefunden. Wir hatten es lustig zusammen. Das spielt er auch nicht. Mann muss keine Angst haben, dass er in einer persönlichen Krise steckt.

Durch diesen Fall hat sich in Patrick Fischers Zukunft sicher einiges geändert. Was raten Sie ihm?
Erstmal etwas Zeit vergehen zu lassen. Er hat viele Ideen und er wird das Richtige machen. Er hatte eine wunderschöne Zeit gehabt im Eishockey und grossartige Leistungen erbracht. Dieses Kapitel bleibt bestehen.

Also wird Fischer im Eishockey nicht mehr gross zu sehen sein?
Nein, sehr wahrscheinlich nicht.

Darf man sich sportlich trotzdem auf die Heim-WM freuen?
Auf jeden Fall. Es wird gut herauskommen. Schliesslich ist immer alles schnell vergänglich.

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