Wortgefecht zum Playoff-Final
«Diese Serie verfällt ins Irrationale»

Die Hockey-Reporter Stephan Roth und Grégory Beaud kreuzen wie im Playoff-Final zwischen Davos und Fribourg die Klingen – allerdings nur verbal in einem Rollenspiel.
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HCD-Stürmer Simon Knak schnappt sich Fribourgs Aggressivleader Maximilian Streule (links).
Foto: Pius Koller
Stephan Roth, stv. Leiter Eishockey-Ressort Blick, Davos
Ringier Medien Schweiz
Die Büezer wie Knak machen den Unterschied

Vier Spiele, vier Auswärtssiege. Wenn das bis zum Schluss so weitergeht, wird Fribourg erstmals Meister. Doch ich wage die Prognose, dass wir mindestens noch einen Heimsieg des HCD sehen werden.

Du siehst, ich werde vorsichtiger mit meinen Vorhersagen. Vielleicht liegt es daran, dass ich nach den Fahrten nach Fribourg fasziniert bin von der Hockey-Kultur dort. Da ist die Vorfreude enorm, die Leidenschaft während des Spiels grenzenlos und doch bricht keine Welt zusammen, wenn es nicht klappt und man singt bis zum Schluss und darüber hinaus.

Wie jener Fribourg-Fan, der uns bei einer Umfrage vor dem Spiel erzählte, dass er zu den Spielen stets die gleichen, freilich gewaschenen, (Glücks?-)Unterhosen trage, habe auch ich in die Trickkiste gegriffen. Am Freitag liess ich meine Kette mit dem silbernen Drachen, die ich sonst stets um den Hals trage, zu Hause. Und das werde ich auch am Sonntag tun. Du siehst also, ich nehme meine Rolle sehr ernst.

Für mich machen die «Büezer» – übersetzt man das mit «bosseurs»? – beim HCD den Unterschied. Allen voran Simon Knak, der mich in allen vier Finalspielen überzeugt hat. Der Zürcher Nati-Spieler setzte am Freitag ein Zeichen, als er Simon Seiler checkte und Rächer Maximilian Streule verprügelte. Bei Gottéron sind die überraschenden Helden des Halbfinals wie Jeremi Gerber und Jamiro Reber hingegen abgetaucht.

Stephan Roth, stv. Leiter Eishockey-Ressort Blick, Davos
Ringier Medien Schweiz

Vier Spiele, vier Auswärtssiege. Wenn das bis zum Schluss so weitergeht, wird Fribourg erstmals Meister. Doch ich wage die Prognose, dass wir mindestens noch einen Heimsieg des HCD sehen werden.

Du siehst, ich werde vorsichtiger mit meinen Vorhersagen. Vielleicht liegt es daran, dass ich nach den Fahrten nach Fribourg fasziniert bin von der Hockey-Kultur dort. Da ist die Vorfreude enorm, die Leidenschaft während des Spiels grenzenlos und doch bricht keine Welt zusammen, wenn es nicht klappt und man singt bis zum Schluss und darüber hinaus.

Wie jener Fribourg-Fan, der uns bei einer Umfrage vor dem Spiel erzählte, dass er zu den Spielen stets die gleichen, freilich gewaschenen, (Glücks?-)Unterhosen trage, habe auch ich in die Trickkiste gegriffen. Am Freitag liess ich meine Kette mit dem silbernen Drachen, die ich sonst stets um den Hals trage, zu Hause. Und das werde ich auch am Sonntag tun. Du siehst also, ich nehme meine Rolle sehr ernst.

Für mich machen die «Büezer» – übersetzt man das mit «bosseurs»? – beim HCD den Unterschied. Allen voran Simon Knak, der mich in allen vier Finalspielen überzeugt hat. Der Zürcher Nati-Spieler setzte am Freitag ein Zeichen, als er Simon Seiler checkte und Rächer Maximilian Streule verprügelte. Bei Gottéron sind die überraschenden Helden des Halbfinals wie Jeremi Gerber und Jamiro Reber hingegen abgetaucht.

«Ich habe extra meine Glücks-Unterhosen angezogen»
2:06
Endet Gottérons Meisterfluch?«Ich habe extra meine Glücks-Unterhosen angezogen»
Grégory Beaud, Blick-Reporter, Fribourg
GABRIEL MONNET
Diese Serie verfällt ins Irrationale

Ich schätze deine Offenheit bezüglich deiner Halskette. Und diese Anekdote lässt mich daran denken, dass Gottéron in diesem Finale bereits etwas Spektakuläres erreicht hat.

Man muss daran denken, woher du kommst und wo du heute stehst. Von der «Davoser Maschine», die angeblich über Fribourg hinwegrollt, sind wir nun dabei, wie du aus Aberglauben irrationale Entscheidungen triffst, in der Hoffnung, nicht das Gesicht zu verlieren. Und das ist auch gut so, denn mit vier Spielen und ebenso vielen Heimniederlagen rutscht auch dieses Finale in den Bereich des Irrationalen.

Mal ehrlich, welcher andere Verein als Gottéron könnte sich vorstellen, eine siebenteilige Serie nur mit Auswärtssiegen zu gewinnen? Ich kann mir keinen vorstellen. Und ich wäre nicht überrascht, wenn Fribourg diesen Trend am Sonntag in Davos fortsetzen würde. Mit oder ohne deine Halskette.

Was deine berühmten «Büezer» des HCD betrifft, musste ich schmunzeln. Denn auch wenn Simon Knak dich – und das zu Recht – beeindruckt, bestätigt er eher meine These, als dass er deiner widerspricht. Dieser Final wird nicht von den grossen Namen entschieden, sondern von Details, Schattenspielern und unerwarteten Helden. Genau das Terrain, auf dem Gottéron seinen Frühling aufgebaut hat. Der Nächste, der aus dem Schatten tritt? Ich setze eine Münze auf Jan Dorthe.

Grégory Beaud, Blick-Reporter, Fribourg
GABRIEL MONNET

Ich schätze deine Offenheit bezüglich deiner Halskette. Und diese Anekdote lässt mich daran denken, dass Gottéron in diesem Finale bereits etwas Spektakuläres erreicht hat.

Man muss daran denken, woher du kommst und wo du heute stehst. Von der «Davoser Maschine», die angeblich über Fribourg hinwegrollt, sind wir nun dabei, wie du aus Aberglauben irrationale Entscheidungen triffst, in der Hoffnung, nicht das Gesicht zu verlieren. Und das ist auch gut so, denn mit vier Spielen und ebenso vielen Heimniederlagen rutscht auch dieses Finale in den Bereich des Irrationalen.

Mal ehrlich, welcher andere Verein als Gottéron könnte sich vorstellen, eine siebenteilige Serie nur mit Auswärtssiegen zu gewinnen? Ich kann mir keinen vorstellen. Und ich wäre nicht überrascht, wenn Fribourg diesen Trend am Sonntag in Davos fortsetzen würde. Mit oder ohne deine Halskette.

Was deine berühmten «Büezer» des HCD betrifft, musste ich schmunzeln. Denn auch wenn Simon Knak dich – und das zu Recht – beeindruckt, bestätigt er eher meine These, als dass er deiner widerspricht. Dieser Final wird nicht von den grossen Namen entschieden, sondern von Details, Schattenspielern und unerwarteten Helden. Genau das Terrain, auf dem Gottéron seinen Frühling aufgebaut hat. Der Nächste, der aus dem Schatten tritt? Ich setze eine Münze auf Jan Dorthe.

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