Darum gehts
- VAR- und Schwalben-Diskussionen prägen Fussball, auch 2026
- Eishockey-Schwalben seltener, aber schwerer zu erkennen wegen Tempo
- National-League-Busse für Schwalben: 2000 Franken für Ersttäter
Man kennt es: Nach jedem Fussball-Wochenende wird über den VAR diskutiert. Hands hier, kein Penalty da. Selbst wenn Abseits ist, bleiben Zweifel, vielleicht war ja die Linie nicht kalibriert. Der VAR soll beim Penalty nur eingreifen, wenn der Schiedsrichter offensichtlich falschliegt. Falsch aus Sicht von wem? Von mir? Wenn die einen Elfer gegen Ipswich Town pfeifen, liegen die immer falsch. Nur wird in der Championship (zweite Liga Englands) glücklicherweise ohne VAR gespielt. Wenn dann einer falschliegt, ist es der Schiedsrichter.
Aber wie will der wissen, ob da ein Foulspiel dabei war, wenn sich die bei der geringsten Berührung hinlegen? Die Schwalben-Diskussion wird beim Fussball gar nicht mehr geführt, das nimmt man als habituelle Entwicklung einfach so hin. Den Fans ist es egal, also bleibt alles an den Schiedsrichtern hängen. Die sollen dann in Sekundenbruchteilen den Unterschied zwischen Grätsche und Schwalbe erkennen?
Willkommen im Jahr 2026, Büne Huber
Büne Huber, der Sänger von Patent Ochsner, brachte es 2016 in einem legendären Ausbruch auf den Punkt: Er habe die Schnauze voll von den weichgespülten Fussballern, die im Strafraum immer stürzen. Eishockey sei ihm lieber. Willkommen im Jahr 2026, Büne. Am Donnerstag machten der Mysports-Experte Christian Wohlwend und Lakers-Captain Nico Dünner die Schwalben zum Thema. Mitten in den Playoffs.
Auch die Eishockeyprofis stürzen auf Vorrat, nicht ganz so ausgeprägt wie die Tschutter, aber sie sind ihnen auf den Fersen. Beim Eishockey sind Schwalben aufgrund verschiedener Faktoren schwer(er) zu erkennen: der Bewegungsablauf beim Schlittschuhlaufen, der im Gegensatz zum Fussball tatsächlich stattfindende Körperkontakt, höheres Tempo. Der pomadige Bussenkatalog der National League (2000 Franken für Ersttäter) ist ein Feigenblatt, mehr nicht. Man tut was, nicht?
Nicht genug, auf jeden Fall. Wenn das Eishockey eine Grenze ziehen will, braucht es einen Effort. Höhere Bussen und Öffentlichkeitsarbeit. Vielleicht eine Kampagne wie einst gegen die Checks von hinten? «Respect your Opponent», hiess es damals. Könnte man aus der Mottenkiste holen und neu aufrollen.














