Der Wetterbericht für Fribourg in diesen Playoffs: stürmisch. Der grosse Favorit, der vom ersten Meistertitel träumt, ist gegen die SCRJ Lakers mit 0:2 in Rücklage und am Dienstag zu Hause unter Zugzwang. Mit ein Grund dafür: Die Treffsicherheit von Gian-Marco Wetter (25), der die St. Galler in beiden Spielen in Führung schoss.
Es rollt für den Rheinthaler. Bei seinem Tor am Sonntagabend, das Malte Strömwall herrlich vorbereitete, merkt Wetter nicht einmal, dass er getroffen hat. Er ist der Letzte, der die Arme hochreisst. «Ich habe erst realisiert, dass der Puck drin war, als alle gejubelt haben. Ich habe einfach so schnell wie möglich geschossen und gar nicht gesehen, wohin der Puck ging», sagt der unscheinbare Stürmer.
- 2026 Viertelfinal gegen Fribourg: 2 Spiele, 2 Tore
- 2023 Viertelfinal gegen Zug: 7 Spiele, 3 Tore
- 2022 Viertelfinal gegen Davos: 6 Spiele, 4 Tore
- 2021 Halbfinal gegen Zug: 4 Spiele, 0 Tore
- 2021 Viertelfinal gegen Lugano: 5 Spiele, 1 Tor
- 2026 Viertelfinal gegen Fribourg: 2 Spiele, 2 Tore
- 2023 Viertelfinal gegen Zug: 7 Spiele, 3 Tore
- 2022 Viertelfinal gegen Davos: 6 Spiele, 4 Tore
- 2021 Halbfinal gegen Zug: 4 Spiele, 0 Tore
- 2021 Viertelfinal gegen Lugano: 5 Spiele, 1 Tor
Es ist nicht das erste Mal, dass Wetter trifft, wenn die Latte nach der Quali höher gelegt wird. In den Playoffs macht der kleine Wirbelwind das Wetter. So war er es, der Rappi 2021 mit seinem Tor in der zweiten Overtime gegen Lugano in den Halbfinal schoss. Es war das bisher einzige Mal, dass ein Team, das nicht direkt für die Playoffs qualifiziert war, die Viertelfinals überstand. Nun könnte sich dies wiederholen.
Im Jahr darauf waren die Lakers erneut nahe an einer Überraschung dran. Sie führten in der Serie gegen den HC Davos bereits 3:0. Mit vier Treffern in drei Spielen hatte der ehemalige HCD-Junior einen grossen Anteil daran. Doch dann wurde Wetter von seinem einstigen Teamkollegen Jannik Canova, der dafür zwei Spielsperren bekam, umgemäht und verpasste das vierte Spiel der Serie. Just da schlug das Wetter um – und der HCD gewann die Serie noch.
Wetters Vertrag läuft nur noch ein Jahr
In den Playoffs heisst es für die Gegner jeweils: akute Wetter-Warnung. «Es ist die schönste Zeit des Jahres. In den ersten beiden Spielen ist es mir gelungen, dem Team zu helfen. Doch man kann nicht einzelne Spieler hervorheben. Es war eine Teamleistung», sagt «Gianni», der im November 2019 zu den Lakers wechselte, nachdem ihn der HCD, bei dem er nur zu sieben NL-Einsätzen kam, bei den Ticino Rockets parkiert hatte.
Am Obersee hat sich der Mann, der in Diepoldsau SG aufwuchs und beim SC Rheintal mit dem Hockey begann, gut entwickelt und ist produktiver geworden. In den letzten beiden Saison buchte er in der Quali neun Tore und 25 beziehungsweise 26 Punkte. Dazu kommen zehn Tore in 24 Playoff-Spielen.
2022 konnte der Stürmer, der 2023 ein Fernstudium in Wirtschaft begann, erstmals bei der Nati reinschnuppern. Und im letzten Sommer bot ihn Nati-Coach Patrick Fischer fürs Prospect-Camp auf. Auch grösseren Klubs dürfte nicht entgangen sein, dass Wetter in der wichtigsten Zeit des Jahres noch eine Schippe drauflegen kann. Sein Vertrag bei Rappi läuft nur noch ein Jahr.
«Woher die 4 Zentimeter kommen, weiss ich nicht»
Wetter ist ein smarter und kreativer Flügel. Und er spielt grösser, als er ist. Er scheut sich nicht vor Kollisionen, kneift an der Bande nicht und sucht den Weg vors Tor. Seine Grösse wird auf der Lakers-Webseite mit 1,74 Meter angegeben. Doch er misst nur 1,70 m, womit er zu den kleinsten Spielern der Liga gehört. «Woher die 4 Zentimeter kommen, weiss ich wirklich nicht», sagte er 2024 gegenüber dem Magazin «Slapshot».
Seit der Playin-Startniederlage gegen Zug haben die Lakers zu ihrem Spiel gefunden und fünf Spiele in Folge gewonnen. In der letzten Partie konnte Rappi mit grossem Einsatz und einigen Paraden von Melvin Nyffeler den Sieg ins Ziel rechnen. Am Dienstag müssen Wetter und Co. damit rechnen, dass Gottéron erneut anstürmen wird. «Sie waren nahe dran, den Ausgleich zu machen. Ich glaube, wir müssen daraus lernen und wieder mehr nach vorne investieren, dass wir Entlastung haben.» Aus eigener Erfahrung wissen die Lakers: Der Wind kann in den Playoffs schnell drehen.


