Darum gehts
- Ambri trennt sich von Topskorer Chris DiDomenico und überrascht positiv
- Jungstar Tommaso De Luca erzielt 4 Tore in 3 Playout-Spielen
- Ambri benötigt noch einen Sieg, um Playout-Serie gegen Ajoie zu gewinnen
Es war ein mutiger Entscheid, den der neue Ambri-Trainer Jussi Tapola und Lars Weibel, der künftige Sportchef im Hintergrund, vor dreieinhalb Wochen gefällt haben, als sie sich per sofort vom launischen Topskorer Chris DiDomenico trennten, dessen Spielweise und Verhalten nicht mit dem finnischen Coach kompatibel waren.
So stieg Ambri mit nur fünf Ausländern in die Playout-Serie gegen Ajoie. Im zweiten Spiel fiel dann auch noch der finnische Abwehrchef Jesse Virtanen verletzt aus. Doch die Tessiner gewannen alle drei Partien und brauchen nur noch einen Sieg, um eine Saison in die Schublade legen zu können, die von Chaos und der Trennung des langjährigen Führungsduos Paolo Duca/Luca Cereda geprägt wurde.
Doch auch wenn man sich bewusst ist, dass der Gegner Ajoie heisst, keimt in diesen Tagen auch die Hoffnung, dass die Zukunft nicht ganz so düster aussehen muss, wie befürchtet wurde, als Ambri eine dreijährige Wiederaufbau-Phase ohne Playoff-Ambitionen angekündigte.
De Luca ist Ambris neue Symbolfigur
Symbolfigur für Tapolas neues Ambri ist Tommaso De Luca. In den drei Playout-Spielen hat der 21-Jährige vier Tore geschossen. Davor hatte er in der Qualifikation lediglich fünfmal getroffen, davon zweimal unter Tapola.
Weil De Luca nicht rechtzeitig für die U20-WM 2024 den Schweizer Pass erhielt, entschied sich der im Wallis aufgewachsene Stürmer, für Italien zu spielen, und war dann im Februar auch Teil des Olympia-Teams.
Was hat Ex-SCB-Coach Tapola Ambri gebracht? Das wird De Luca auf RSI gefragt. «Es ist nach einer derart intensiven und mental anstrengenden Saison schwierig zu sagen, was er oder andere bewirkt haben. Bezüglich der psychischen Ausgeglichenheit hat der Wechsel der Mannschaft sicher gutgetan», antwortet der Italiener. Zu seinem persönlichen Höhenflug sagt er: «Es ist die Arbeit der Mannschaft und unserer Linie. Und ich schliesse viel besser ab als gewöhnlich. So will ich auch weitermachen.»
«Ich denke, es geht nur übers Team»
Tapola hatte kurz vor den Playoffs gesagt: «Wir haben Spieler wie Tommaso De Luca, Miles Müller, Lukas und Manix Landry. Wir haben eine Menge junger Spieler, die jetzt heranwachsen, und wir werden sie spielen lassen.» Neben den erwähnten Spielern trumpfte dann im zweiten Duell gegen Ajoie auch der 19-jährige Nathan Borradori mit zwei Toren auf.
De Luca statt DiDomenico. So könnte man die neue Identität Ambris nennen. Oder Borradori statt Inti Pestoni (34), der in den Playouts stets überzählig war.
De Lucas Center André Heim sagt gegenüber Mysports: «Jeder Einzelne übernimmt mehr Verantwortung. Jene, die nicht im Line-up waren, stehen jetzt auch auf, kommen rein und machen einen super Job. Ich denke, es geht nur übers Team, diese Playouts zu gewinnen.» Und De Luca warnt: «Im vierten Spiel müssen wir viel mehr geben.» Zumal Ajoie Trainer Greg Ireland am Montag in die Wüste schickte und damit Sportchef Julien Vauclair an der Bande stehen wird.

