Vor einem Jahr hatten bereits drei Klubs ihren Übungsleiter gewechselt: Zuerst musste in Bern Jussi Tapola am 5. Oktober seinen Spind räumen – Heinz Ehlers übernahm. Vier Tage später war dann bei Servette Yorick Treille an der Reihe, der durch Ville Peltonen ersetzt wurde. Und nochmals drei Tage später schmiss Luca Cereda bei Ambri hin – Eric Landry sprang ein.
Im weiteren Saisonverlauf gab es dann noch vier weitere Wechsel: Bei Zug übernahm Benoît Groulx für Michael Liniger. Biel ersetzte Martin Filander durch Christian Dubé. Ambri schritt nochmals ein – Tapola kam für Landry. Bei Ajoie wurde Greg Ireland gefeuert, Sportchef Julien Vauclair sprang ein. Die insgesamt sieben Trainerwechsel waren gemeinsam mit der Saison 2017/18 der Rekordwert in diesem Jahrtausend.
Noch kein Team eingebrochen
In dieser Spielzeit sind bislang alle Headcoaches noch in Amt und Würden. Warum sind die Klubs plötzlich so zahm? Vielleicht erinnern sie sich daran, dass die gezogenen Notbremsen letzte Saison nirgendwo zu einem nachhaltigen Erfolg führten. Zudem ist die Tabellensituation aktuell enorm eng: Rang 2 (Ambri) und Rang 14 (Kloten) trennen lediglich 13 Punkte. Es ist bislang auch kein Team komplett eingebrochen: Die heftigste Negativserie leistete sich Kloten mit sieben Pleiten in Folge; die Zürcher Unterländer konnten danach aber auch mit beachtlichen Siegen (4:1 in Davos, 5:2 in Lugano) ein Lebenszeichen von sich geben. Weiter haben viele Teams mit Verletzungspech zu kämpfen, was für mildernde Umstände bei der Trainerbeurteilung sorgt.
Trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass wir diese Saison keine Trainerentlassungen sehen werden. Das gab es nicht einmal in der Extremsituation der Covid-Saison 2020/21, als beim SCB Don Nachbaur gehen musste. Wo könnte es als Erstes zum Knall kommen?
Mitell, Liniger, Lundskog, Dubé – oder gar Ward?
Unter Beobachtung steht Tomas Mitell in Lugano. Die Südtessiner zeigten sich in den letzten Jahren zwar geduldiger als auch schon, aber Zwischenrang 12 und zwei verlorene Derbys gegen Ambri können in Lugano niemandem gefallen.
2026/27: 0
2025/26: 7
2024/25: 6
2023/24: 3
2022/23: 6
2021/22: 3
2020/21: 1
2019/20: 4
2018/19: 2
2017/18: 7
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Aufgrund der Tabellensituation ist auch Klotens Liniger ein Kandidat. Die Führungsetage wird zwar nicht müde zu betonen, dass man den eingeschlagenen Weg weitergehe und ein Trainerwechsel finanziell ohnehin nicht drin liege. Treueschwüre dieser Art haben in der Regel so lange Bestand, bis die Fans die Lust verlieren, sich die Ränge lichten und die Sponsoren wegen der Tristesse ihre Unzufriedenheit kundtun.
Bei den SCRJ Lakers würde Johan Lundskog ein Zwischenhoch guttun, um keine Trainerdiskussion aufkommen zu lassen. Mitell, Liniger und Lundskog haben alle den Vorteil einer vertraglichen Sicherheit bis 2028.
Paterlini mit längster Amtsdauer
Mehr Spielraum hat Biel. Dubés Arbeitspapier läuft lediglich bis zum Ende dieser Saison, und Verhandlungen bezüglich einer Verlängerung der Zusammenarbeit wurden gemäss dem «Journal du Jura» noch nicht aufgenommen. Was nach dem schwierigen Saisonstart nicht erstaunen kann – immerhin war zuletzt eine steigende Tendenz festzustellen.
Ein Auge muss auch auf die weitere Entwicklung in Lausanne geworfen werden – spätestens seit dem 3:9-Heimdebakel gegen die SCL Tigers. Geoff Ward hat die Waadtländer mit zwei Finalteilnahmen zwar an die Spitze gebracht, aber die hohen Ansprüche und die Realität hielten zuletzt nicht mehr Schritt. Nutzt sich die Arbeitsweise des Kanadiers, der bis 2028 unter Vertrag steht, ab? Ward ist seit November 2022 im Amt und damit nach Langnaus Thierry Paterlini (seit Anfang Saison 2022/23) der dienstälteste Trainer in der Liga.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 18 | 37 | 47 | |
2 | HC Ambri-Piotta | 18 | 4 | 33 | |
3 | Genève-Servette HC | 19 | -6 | 32 | |
4 | SCL Tigers | 19 | 10 | 29 | |
5 | EV Zug | 13 | 22 | 28 | |
6 | SC Bern | 17 | -1 | 28 | |
7 | HC Fribourg-Gottéron | 18 | 13 | 27 | |
8 | Lausanne HC | 20 | -10 | 26 | |
9 | HC Ajoie | 19 | -6 | 25 | |
10 | HC Davos | 19 | -10 | 24 | |
11 | EHC Biel | 18 | -3 | 23 | |
12 | HC Lugano | 18 | -6 | 22 | |
13 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 19 | -19 | 19 | |
14 | EHC Kloten | 19 | -25 | 18 |