Michael Liniger nach Pleiten-Serie und Entlassung
«Ich bin ein besserer Coach als vor einem Jahr»

Nach der Entlassung beim EV Zug vor dreieinhalb Monaten wollte Michael Liniger einige Wochen nichts mehr von Hockey wissen. Doch jetzt meldet er sich als Kloten-Trainer zurück.
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Dreieinhalb Monate nach der Entlassung in Zug hat Michael Liniger in Kloten eine neue Chance bekommen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Michael Liniger erhält nach Entlassung beim EV Zug neue Chance in Kloten
  • Er will als Coach konsequenter und in Kommunikation professioneller werden
  • Liniger, 46, spielte neun Jahre in Kloten und kehrt nun zurück
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Seit er am 21. Januar nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League in Lulea beim EV Zug gefeuert wurde, tauchte Michael Liniger (46) ab. Nun bekommt er nach dem Trainertausch – Lauri Marjamäki heuert bei Zug an – in Kloten eine neue Chance.

«Es war eine sehr harte Zeit. Ich wollte zwei, drei Wochen nichts mehr von Hockey wissen», blickt Liniger zurück. «Mit den Playoffs kam dann das Kribbeln wieder.» Zudem schaute er sich auch die Spiele seines Sohnes Elia Livio (17) an, der mit Klotens U18-Elite im Playoff-Final gegen die ZSC Lions stand.

Die erste Entlassung sei für einen Coach immer schwer zu verkraften. Der Emmentaler setzte sich dann auch mit dem Thema auseinander. Er schaute sich einen TV-Beitrag mit Marco Schällibaum an und sprach mit Ludovic Magnin. Die beiden Fussballtrainer hatten schon Erfahrung mit Entlassungen.

«Konsequenter im Umgang mit den Spielern»

Rückschläge seien lehrreich, sagt Liniger. Das habe er schon als Spieler nach den Finalniederlagen mit Kloten (2009, 11 und 14) so empfunden. «Ich bin jetzt ein besserer Coach als vor einem Jahr», glaubt er. Welche Lehren hat er aus seiner ersten Saison als NL-Headcoach gezogen? Er wolle «konsequenter im Umgang mit den Spielern» sein, das «Selbst-Management» verbessern, weil er in Zug «an den Anschlag» gekommen sei. Auch bei der «Kommunikation nach aussen» sieht er noch Potenzial und will sich dabei auch helfen lassen. «Jeder Coach braucht ein Coaching.»

Liniger schaute sich seine TV-Interviews noch einmal an. In der Öffentlichkeit bleibt dabei vor allem jenes nach seinem letzten NL-Auftritt, der Heimblamage gegen Ajoie, in Erinnerung. Dabei wirkte er ratlos und gezeichnet. «Ich will weiterhin ehrlich und authentisch sein», sagt er.

«Schrecklich! Es ist extrem frustrierend»
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EVZ-Coach Liniger ratlos:«Schrecklich! Es ist extrem frustrierend»

Glaubt er, dass es Schweizer Trainer schwieriger haben, ernst genommen zu werden? «Es gibt zum Teil schon noch Zweifel, ob wir das können. Vor allem, wenn man zum ersten Mal diese Rolle übernimmt. Das habe ich bei mir gespürt und auch bei Marco Bayer gesehen», sagt Liniger. «In anderen Situationen, bei Thierry Paterlini zum Beispiel, war es ein bisschen anders. In Langnau sind sie diesen Weg immer zusammengegangen.» Neben Liniger und Double-Gewinner Bayer beim ZSC endete auch die Zeit von Luca Cereda in Ambri. 

Im dritten Anlauf hat es nun mit der Rückkehr nach Kloten, wo er neun Jahre spielte, geklappt. 2023 hatte er keine Freigabe von den GCK Lions bekommen. Ein Jahr später, als Ricardo Schödler als Sportchef bei Kloten begann, hatte er schon als Assistent von Dan Tangnes in Zug unterschrieben und da Perspektiven zur Weiterentwicklung gesehen. «Es ist eine emotionale Geschichte», sagt Liniger, der immer noch in der Region lebt. «Ich und meine Familie fühlen uns hier zu Hause. Obwohl ich und meine Frau Berndeutsch sprechen, sprechen unsere Kinder Zürichdeutsch.»

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