Darum gehts
- Ein HCD-Fan darf nach Eklat an kein Spiel mehr in dieser Saison
- Eine Fribourg-Anhängerin liest während des Spiels ein Buch über Serienmörder
- HCD-Captain Stransky fordert mehr Geduld und weniger Strafen
Die drei Besten im Finalspiel 2
- *** Klas Dahlbeck (Davos)
- ** Chris Egli (Davos)
- * Sandro Aeschlimann (Davos)
Pöbel-Fan kommt nicht rein
Wenn am Mittwoch Finalspiel Nummer drei in Davos über die Bühne geht, muss einer draussen bleiben: der Fan, der am Samstag beim ersten Akt fast übers Plexiglas geklettert ist und gegen die Fribourg-Spieler gepöbelt hat (siehe Video ganz oben). Der HCD hat mit dem eigenen Sicherheitsdienst und jenem der National League die Überwachungsvideos gesichtet. Die erste Konsequenz ist, dass der Pöbelfan in dieser Saison nicht mehr ins Stadion darf, auch wenn sich der Fribourger Vorwurf, dass er die Spieler angespuckt habe, nicht beweisen liess.
Fribourg-Anhängerin mit spannender Lektüre
Da der HCD über weite Strecken des Spiels mit zwei Toren führt, kommt nicht die ganz grosse Spannung auf. Da findet eine Gottéron-Anhängerin Abhilfe. In der TV-Übertragung und auf dem Videowürfel ist zu sehen, wie sie tief versunken im Buch «Wie Serienmörder denken» liest.
HCD mit Extra-Teambus
Die Joker-Ausländer des HCD, der finnische Goalie Roope Taponen und der schwedische Verteidiger Ludvig Claesson, fahren jeweils mangels Platz nicht mit dem Mannschaftsbus zu den Auswärtsspielen, sondern düsen erst später in einem Extra-Minibus durch die Schweiz. Im Gegensatz zum ebenfalls überzähligen Kanadier Adam Tambellini, der bereit sein muss, im Notfall einspringen zu können.
Versteckspiel um «abwesenden» Nemeth
Im zweiten Finalduell fehlt bei Fribourg der Abwehrchef Patrik Nemeth, sodass Juuso Arola ran darf. Der Finne hat den Schweden schon während dessen Sperre in fünf Spielen gut vertreten. Auf die Frage nach dem Grund für das Fehlen des ehemaligen NHL-Verteidigers sagt Gottéron-Sportchef Gerd Zenhäusern an der Medien-«Orientierung» vor dem Spiel: «Abwesend.» Nach dem Spiel wird auch Trainer Roger Rönnberg gefragt, ob die Rochade in der Abwehr seine Entscheidung gewesen sei. «Kann sein», sagt der Schwede. Oder hatte er gar keine Wahl? «Kann sein.» Bei den Davosern verzichtet man auf solches Geplänkel. Da wird offen deklariert, wer verletzt und wer überzählig ist.
Rönnberg kann auch Klartext
Gottéron-Coach Roger Rönnberg erzählt nach der Niederlage: «Ich habe den Jungs gesagt, dass wir Davos ein ziemlich einfaches Spiel gegeben haben. Wir haben zu Beginn diese billigen Tore kassiert. Und es lag nicht daran, dass Davos so gut war. Da fehlte die Disziplin in der eigenen Zone.» Den ersten Treffer hat Verteidiger Benoît Jecker mit einem Fehlpass Tino Kessler offeriert. Beim zweiten Tor durch Klas Dahlbeck hat Fribourg die Ordnung in der Defensive verloren und Goalie Reto Berra schlecht ausgesehen. «Ich bin stolz, wie das Team darauf reagiert hat. Doch wir schafften es nicht, zu Toren zu kommen.» Man habe gesehen, wie sich das Spiel am Samstag verändert habe, als Davos getroffen hatte. «Dieses Tor hat uns gefehlt.» Mit dem frühen Zwei-Tore-Vorsprung habe sich der HCD voll auf die Defensive konzentrieren können.
Was es laut Stransky zwingend braucht
Matej Stransky ist trotz des Ausgleichs in der Serie unzufrieden. Dem HCD-Captain sind die Strafen ein Dorn im Auge. Nach der 2:3-Heimniederlage habe man die Thematik angesprochen, jedoch nicht nachhaltig genug: In Fribourg fassen die Bündner sieben Zweiminutenstrafen. Einen Seitenhieb kann sich der Tscheche nicht verkneifen: «Diesmal waren wir bereit fürs Spiel.» Zur Erinnerung: In Spiel eins lagen die Davoser 0:3 zurück. Das Finalduell zwischen dem HCD und Gottéron ist intensiv und fordernd, weil beide Teams gerne mit dem Puck spielen. Was dabei die grösste Herausforderung und vielleicht auch der Schlüssel zum Titelerfolg ist? «Geduld», betont Stransky. «Wenn die Spiele so laufen mit viel Forechecking, verlagert sich das Geschehen auch oft in unsere Zone, was ihnen Chancen beschert. Da müssen wir ruhig und geduldig bleiben.»

