Sever und Sallinen tanzen SCB-Hintermannschaft aus
5:28
Biel – Bern 4:3:Sever und Sallinen tanzen SCB-Hintermannschaft aus

Fehler- und Strafen-Orgie gegen Biel
Ist der SCB mit dem Kopf schon in den Ferien?

Bern kam im Play-In-Hinspiel in Biel mit einem blauen Auge davon. Dabei hatte das Team von Heinz Ehlers phasenweise den Kopf verloren und alles gemacht, um sich der Chancen auf den Playoff-Einzug zu berauben.
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SCB-Trainer Heinz Ehlers und sein Team sind im Play-In-Hinspiel mit einem blauen Auge davongekommen.
Foto: Pius Koller
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Am Einsatz lag es nicht. Der SCB stürzte sich ins Getümmel, kämpfte und rannte. Doch wo war bloss der Kopf? Schon in den Ferien? Phasenweise hatte Biel freie Bahn, den Einzug in die zweite Play-In-Runde – wohl gegen die SCRJ Lakers (2:5 gegen Zug) – schon am Donnerstag zu zementieren. Am Schluss gewannen die Seeländer aber nur 4:3, und in den Gesichtern der Berner Spieler war Erleichterung zu erkennen.

«Mörtel-Heinz» Ehlers muss sich davor die Augen gerieben haben. Da kollabierte die Defensivstruktur des SCB-Trainers gleich mehrmals. Der Block offerierte mit den drei ausländischen Stürmern Emil Bemström, Mike Sgarbossa und Victor Ejdsell, trotz Überzahl in der eigenen Zone, dem jungen Bieler Stürmer Mark Sever gleich zwei Treffer. Was dachte Ehlers, als der SCB 1:4 zurücklag? «Wir haben uns selbst geschlagen.»

Die Stadtberner handelten sich Strafen ein, als hätten sie ganz dringend Ferien nötig. Den Anfang machte kurz vor Spielmitte Ramon Untersander, als er Petr Cajka in der Mittelzone mit dem Stock in die Schlittschuhe langte. Die fällige Strafe nutzte Biel zum 2:1-Führungstreffer. Später spedierte Verteidiger Hardy Häman Aktell den Puck ohne Not aus dem Feld.

Merelä und Ejdsell mit verantwortungslosen Strafen

Komplett verloren die Gäste den Kopf, nachdem sich Louis Füllemann unglücklich zwei Strafminuten einhandelte, weil er Sever leicht mit dem Stock am Kopf traf. Bereits in Unterzahl legte Waltteri Merelä den Bieler Rodwin Dionicio, wobei er gleich beide Schlittschuhe erwischte. Die Strafe erfolgte sofort: In doppelter Überzahl stellte Toni Rajala auf 4:1.

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Damit nicht genug. Eine Minute später ermöglichte Topskorer Viktor Ejdsell mit einem offensichtlich irregulären «Büchsenöffner» gegen Marcus Sylvegaard die nächste doppelte Überzahl. Da checkte der SCB schon fast für den Abflug ein. Doch Biel gelang das 5:1 nicht, was Trainer Christian Dubé bedauerte. «Wenn wir dieses zusätzliche Tor hätten erzielen können, wäre es vorbei gewesen.»

Darauf konnte der SCB während eines Powerbreaks wieder runterkommen, den Fokus wieder finden und mit zwei Toren den Schaden begrenzen, wobei ihnen Dubé mit seiner missglückten Coach’s Challenge nach dem 2:4 unter die Arme griff.

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Obwohl der SCB phasenweise spielte, als möchte er sich am Flugplatz Belpmoos fort von hier befördern lassen, ist er mit einem blauen Auge davongekommen und hat mit nur einem Tor Rückstand am Samstag noch eine Chance, die Ferien hinauszuschieben. Finden die Berner die Balance zwischen heissem Herz und kühlem Kopf wieder nicht, ist die Saison frühzeitig zu Ende.

«Am Ende zufrieden mit diesem Resultat»

Ejdsell und Merelä ärgerten sich selbst über die vielen dummen Strafen. «Sie haben gute, technisch beschlagene Spieler und ein gutes Überzahlspiel. Da dürfen wir ihnen keine Powerplays geben. Speziell nicht fünf gegen drei – und dann gleich zweimal», sagte Ejdsell selbstkritisch.

«Es gibt ganz sicher Sachen, die analysiert werden müssen», sagte Ehlers. «Es gab Situationen, die uns als Trainer sehr gestört haben, weil wir viel darüber gesprochen hatten. Beim ersten Spiel sahen die Spieler ein bisschen nervös aus.» Doch die Reaktion mit zwei späten Toren brachte den Dänen zur Aussage: «Sie haben Charakter gezeigt.»

Merelä befand: «Das zeigt unsere Widerstandskraft. Für alle ist es nicht einfach. Es war eine harte Saison. Aber wir wollen es immer noch zusammen schaffen. Wir waren wieder in einer schwierigen Situation und kamen trotzdem zurück. Wir haben es wieder in den eigenen Händen. Darum sind wir am Ende zufrieden mit diesem Resultat.» Von Ferien will der Finne noch nichts wissen.

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Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
52
46
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
52
15
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
52
32
91
5
HC Lugano
HC Lugano
52
30
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
52
18
85
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
52
-4
81
8
EV Zug
EV Zug
52
-19
75
9
SC Bern
SC Bern
52
-10
68
10
EHC Biel
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52
-22
67
11
SCL Tigers
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52
-7
64
12
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52
-26
63
13
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-49
59
14
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-75
42
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