Brisante letzte Runde
Warum vor allem ein Team unbedingt den Playoff-Heimvorteil braucht

Zum Schluss der Quali geht es am Montagabend noch darum, wer sich Platz 3 und 4 und somit den Heimvorteil im Viertelfinal holt. Da stellt sich dann auch die Frage, ob sich das lohnt.
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Derby? Nach aktuellem Stand würde Servette (im Bild Noah Rod, der Damien Riat durch die Luft fliegen lässt) auf Lausanne prallen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Servette, ZSC Lions und Lugano kämpfen am Montag um Heimvorteil
  • Servette benötigt drei Punkte gegen Kloten, ZSC bleibt auswärts ungeschlagen
  • Servette holte 2,16 Punkte pro Heimspiel, ZSC gewann acht Auswärtsspiele nacheinander
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Die Ausgangslage vor der letzten Runde ist spannend. Drei Teams können sich noch den Heimvorteil sichern: Servette, die ZSC Lions (beide 88 Punkte) und Lugano (86). 

Das erwartet dich, wenn du deinem Lieblingsklub folgst
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Neu für Hockey-Fans:Das erwartet dich, wenn du deinem Lieblingsklub folgst

Aufgrund der Bilanz aus den direkten Begegnungen haben die Genfer gegenüber den Zürchern die Nase vorn. Das heisst, dass Servette drei Punkte daheim gegen Kloten reichen, um sich Platz 3 zu sichern. Um das Heimrecht einzutüten, darf das Peltonen-Team sonst keinen Punkt auf den ZSC oder nicht mehr als einen Zähler auf Lugano einbüssen – ausser das Trio hat am Schluss gleich viele Punkte. Dann wären die Romands dank der Erdrutsch-Bilanz gegen den ZSC (12:0) trotz negativem Saison-Ergebnis gegen Lugano (2:10) Dritter.

Die Lions ihrerseits haben den Heimvorteil im Viertelfinal auf sicher, wenn sie in Langnau gewinnen. Gegenüber Lugano haben sie zwei Punkte Reserve sowie das gewonnene Direktduell auf ihrer Seite, solange sie nicht auch gleichzeitig noch mit Servette punktgleich sind. Um noch Dritter zu werden, muss der Meister mindestens einen Punkt auf Servette gutmachen. Dann könnte man, wie in den letzten beiden Finals, auf Lausanne treffen.

«Der Heimvorteil spielt eine enorm grosse Rolle»

Lugano ist bezüglich Heimrecht also im Hintertreffen und auf eine Niederlage von Servette oder Zürich angewiesen und könnte noch von Lausanne abgefangen werden. Die Tessiner haben zwei Punkte Vorsprung auf die Waadtländer. Bei Punktgleichheit wäre da nach dem ausgeglichenen Direktduell die Tordifferenz der ganzen Quali massgebend. Die spricht noch für Lugano. Undenkbar ist es allerdings nicht, dass Lausanne daheim gegen Ajoie den 8-Tore-Rückstand aufholen kann. Sollte die Tordifferenz identisch sein, käme die höhere Anzahl geschossener Tore zum Zug. Da liegt Lausanne mit 153:146 schon vorne.

Nach aktuellem Stand käme es aber zum Romand-Derby, während der ZSC und Lugano ihre alte Rivalität wiederbeleben könnten.

Auf die Frage, wie wichtig der dritte Platz wäre, sagte ZSC-Verteidiger Dario Trutmann (33) am Samstagabend auf Mysports: «Sehr wichtig. Ich glaube, man sieht es jedes Jahr, dass der Heimvorteil eine enorm grosse Rolle spielt. Und den wollen wir uns am Montag definitiv holen.»

«Der Heimvorteil ist enorm gross»
1:16
ZSC-Verteidiger Trutmann:«Der Heimvorteil ist enorm gross»

Die Ansicht des Routiniers lässt sich statistisch allerdings nur bedingt erhärten. Schaut man auf die Duelle Dritter gegen Sechster und Vierter gegen Fünfter in den letzten zehn Playoffs, ist die Bilanz ausgeglichen: Zehnmal gewann das Team mit dem Heimrecht, zehnmal aber die Mannschaft, die nicht auf den Heimvorteil zählen konnte.

ZSC in den Playoffs seit 2023 daheim ungeschlagen

In den 20 Serien gab es immer mindestens einen Auswärtssieg, 15-mal gar mindestens zwei. Zu Trutmanns Ehrenrettung soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass dabei 64 Heimerfolge 49 Auswärtssiegen gegenüber stehen.

Heimvorteil in den Viertelfinals 3. – 6. und 4. – 5.

2024/25

Bern (3.) – Fribourg (6.) 3:4 (4 Heimsiege:3 Auswärtssiege)

Zug (4.) – Davos (5.) 0:4 (2:2)

2023/24

Lausanne (3.) – Davos (6.) 4:3 (3:4)

Zug (4.) – Bern (5.) 4:3 (5:2)

2022/23

SCRJ Lakers (3.) – Zug (6.) 2:4 (5:1)

ZSC Lions (4.) – Davos (5.) 4:1 (4:1)

2021/22

ZSC Lions (3.) – Biel (6.) 4:3 (3:4)

SCRJ Lakers (4.) – Davos (5.) 3:4 (4:3)

2020/21

Fribourg (3.) – Servette (6.) 1:4 (3:2)

Lausanne (4.) – ZSC Lions (5.) 2:4 (5:1)

2018/19

Lausanne (3.) – SCL Tigers (6.) 4:3 (3:4)

Biel (4.) – Ambri (5.) 4:1 (4:1)

2017/18

Biel (3.) – Davos (6.) 4:2 (3:3)

Lugano (4.) – Fribourg (5.) 4:1 (2:3)

2016/17

Zug (3.) – Servette (6.) 4:0 (2:2)

Lausanne (4.) – Davos (5.) 0:4 (2:2)

2015/16

Servette (3.) – Fribourg (6.) 4:1 (4:1)

Zug (4.) – Lugano (5.) 0:4 (2:2)

2014/15

Lugano (3.) – Servette (6.) 2:4 (3:3)

Zug (4.) – Davos (5.) 2:4 (1:5)

Total

10 Sieger mit Heimvorteil, 10 Sieger ohne Heimvorteil

64 Heimsiege, 49 Auswärtssiege

2024/25

Bern (3.) – Fribourg (6.) 3:4 (4 Heimsiege:3 Auswärtssiege)

Zug (4.) – Davos (5.) 0:4 (2:2)

2023/24

Lausanne (3.) – Davos (6.) 4:3 (3:4)

Zug (4.) – Bern (5.) 4:3 (5:2)

2022/23

SCRJ Lakers (3.) – Zug (6.) 2:4 (5:1)

ZSC Lions (4.) – Davos (5.) 4:1 (4:1)

2021/22

ZSC Lions (3.) – Biel (6.) 4:3 (3:4)

SCRJ Lakers (4.) – Davos (5.) 3:4 (4:3)

2020/21

Fribourg (3.) – Servette (6.) 1:4 (3:2)

Lausanne (4.) – ZSC Lions (5.) 2:4 (5:1)

2018/19

Lausanne (3.) – SCL Tigers (6.) 4:3 (3:4)

Biel (4.) – Ambri (5.) 4:1 (4:1)

2017/18

Biel (3.) – Davos (6.) 4:2 (3:3)

Lugano (4.) – Fribourg (5.) 4:1 (2:3)

2016/17

Zug (3.) – Servette (6.) 4:0 (2:2)

Lausanne (4.) – Davos (5.) 0:4 (2:2)

2015/16

Servette (3.) – Fribourg (6.) 4:1 (4:1)

Zug (4.) – Lugano (5.) 0:4 (2:2)

2014/15

Lugano (3.) – Servette (6.) 2:4 (3:3)

Zug (4.) – Davos (5.) 2:4 (1:5)

Total

10 Sieger mit Heimvorteil, 10 Sieger ohne Heimvorteil

64 Heimsiege, 49 Auswärtssiege

2015 gab es in der Viertelfinal-Serie zwischen Zug (im Bild Reto Suri, rechts) und dem späteren Meister Davos (Mauro Jörg) fünf Auswärtssiege. Erst im letzten Spiel gewann der HCD zu Hause.
Keystone

Abgesehen vom finanziellen Aspekt, bei jedem zusätzlichen Heimspiel klingelt es in der Kasse, dürfte die Heimrecht-Frage vor allem für Servette wichtig sein. Die Genfer waren in der Quali zu Hause um Welten besser als in der Fremde: In der Les-Vernets-Halle holten sie 2,16 Punkte pro Spiel. Auswärts liegt der Schnitt bei 1,31.

Bei den ZSC Lions (1,69 gegenüber 1,76) und Lugano (1,64 gegenüber 1,76) ist der Schnitt vor den eigenen Fans hingegen schlechter als auswärts. Die Zürcher haben zuletzt sogar acht Gastspiele in Folge gewonnen und fünf von sechs Heimspielen verloren.

Diese Bilanz war Trutmann nicht bewusst. «Das müssen wir nicht überbewerten», sagte der Routinier aber. Im Hinterkopf dürfte er wahrscheinlich eher haben, dass die Lions in den Playoffs auf dem Weg zu zwei Titeln in Folge die letzten 16 Spiele in der Swiss Life Arena gewonnen und dabei nur 21 Tore kassiert haben.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
3:0
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
2:0
52
47
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
3:0
52
11
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
0:0
52
30
89
5
HC Lugano
HC Lugano
2:0
52
29
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
1:0
52
20
87
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
2:1
52
-7
81
8
EV Zug
EV Zug
0:2
52
-18
75
9
SC Bern
SC Bern
0:2
52
-11
68
10
EHC Biel
EHC Biel
0:3
52
-22
67
11
SCL Tigers
SCL Tigers
0:0
52
-5
65
12
EHC Kloten
EHC Kloten
0:3
52
-22
63
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
1:2
52
-46
59
14
HC Ajoie
HC Ajoie
0:1
52
-77
40
Playoffs
Qualifikationsspiele
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