Darum gehts
- Chris DiDomenico (37) verlässt die National League nach turbulenter Karriere
- Der Kanadier galt als exzentrischer Freigeist mit Kultstatus bei Fans
- 2025: 35 Punkte in 43 Spielen für den HC Ambri-Piotta
Die Schlusskurve hatte es nochmal in sich: erst Ersatz, dann ersatzlos gestrichen. Die Höchststrafe für Chris DiDomenico (37). Deutlicher kann man einer ausländischen Fachkraft im Schweizer Eishockey nicht mitteilen, dass es vorbei ist. Wir stellen die Besten auf, und da gehörst du nicht dazu. Aber hat der Spektakelmacher ein solches Ende verdient? Er war ja nur eine Diva, die ihre exzentrischen Allüren auslebt, kein Bösewicht, eher Streitgockel als Haudrauf – der wollte nur spielen. Dem Puck hinterher, atemlos, am liebsten ohne Pause und fast immer in bester Absicht. Die Schwalben? Na gut, die gehörten bei ihm halt zum Repertoire.
Wenn der Hansdampf kam, tobten die Fans
Bei den SCL Tigers war er einst der Dorfkönig und erreichte Kultstatus, da hat man ihm die Extrawürste durchgehen lassen. Damals war DiDomenico ein Ereignis, und wenn die Tigers mit dem Hansdampf auf Stippvisite kamen, drehten die Fans am Rad.
Zuletzt konnte aber nur noch Christian Dubé einen Draht zum Egozentriker aufbauen, aber lange wollte und konnte man sich die Sonderbehandlung des Kanadiers auch damals in Fribourg nicht leisten. Zu viel Tohuwabohu, zu gross der Pflegebedarf für einen, der stets den Infight mit dem Trainer suchte.
Simic siegte nach Punkten, Ambri lag auf den Brettern
In Systeme liess sich der Widerspenstige nie integrieren. Taktische Fesseln? Firlefanz. Der Freigeist folgte dem Instinkt, die Messlatte war die Skorerliste, nicht die Tabelle. Genug Siege verschaffte er zuletzt auch Ambri nicht, im letzten Frühling erklärte er die Play-In-Serie gegen Kloten zur DiDo-Show, als er sich auf eine Privatfehde mit Klotens Simic einliess. Sieger nach Punkten war Simic und Ambri lag auf den Brettern. Die andere Seite? Im März 2025 steht er in Rapperswil auf dem Eis, obwohl er kurz zuvor Vater wurde.
DiDomenico geht, wie eine Diva gehen muss
In unserer hochtourigen Liga können die Kleinen aber nur mithalten, wenn sie das verfügbare Potenzial in gebündelter Form präsentieren, DiDomenico liess sich aber nie bündeln, er machte konsequent, was er wollte.
Das wars wohl für die Skandalnudel, mindestens in der National League. Irgendwie schade, weil der uns wirklich Spass gemacht hat. Aber dieser Abgang ist auch logisch: Eine Diva wie DiDomenico geht nicht still und leise, mit einem warmen Händedruck und Blumenstrauss. Wenn eine Diva geht, dann mit einem Knall, sonst wäre es keine Diva. Man wird ihn vermissen. Irgendwie.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 50 | 67 | 111 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 50 | 46 | 97 | |
3 | ZSC Lions | 50 | 31 | 88 | |
4 | HC Lugano | 50 | 28 | 85 | |
5 | Genève-Servette HC | 50 | 4 | 85 | |
6 | Lausanne HC | 50 | 18 | 81 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 50 | -9 | 76 | |
8 | EV Zug | 50 | -15 | 74 | |
9 | SC Bern | 50 | -6 | 68 | |
10 | EHC Biel | 50 | -23 | 64 | |
11 | SCL Tigers | 50 | -1 | 64 | |
12 | EHC Kloten | 50 | -20 | 61 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 50 | -48 | 56 | |
14 | HC Ajoie | 50 | -72 | 40 |





