Schweizer NHL-Hoffnung Lars Steiner
«Hauptsache, ich werde gedraftet – wann ist egal»

Lars Steiner (18) spielt nächste Saison nach zwei Jahren in Kanada wieder bei seinem Stammklub HC Davos. Am Samstag wartet er, dass sein Name im NHL-Draft genannt wird.
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

In der Nacht auf Samstag beginnen die NHL-Teams im Draft in Buffalo damit, die Rechte an den besten Talenten unter sich aufzuteilen. Die grössten Chancen, von den Toronto Maple Leafs als Nummer 1 gewählt zu werden, hat dabei der Kanadier Gavin McKenna (18), der für die Penn State University stürmt. Sein grösster Konkurrent ist der gleichaltrige schwedische U20-Weltmeister Ivar Stenberg von Frölunda.

Dass erstmals seit 2022, als Lian Bichsel von den Dallas Stars als Nummer 18 gezogen wurde, ein Schweizer in der ersten Runde aufgerufen wird, ist unwahrscheinlich. Möglich ist allerdings, dass diese Ehre mit dem US-Litauer Sima Ignatavicius (Servette) einem Spieler aus der National League zukommt.

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Lars Steiner ist die grösste Schweizer Hoffnung beim NHL-Draft in Buffalo.
Foto: IMAGO/Imagn Images

Am Samstag, wenn die Runden 2 bis 7 durchgezogen werden, sollte dann auch ein Schweizer an der Reihe sein: Lars Steiner, der 18-jährige Stürmer, der die letzten beiden Saisons in der kanadischen Juniorenliga QMJHL bei den Rouyn-Noranda Huskies verbrachte. Er hat nun für zwei Jahre bei seinem Stammklub HC Davos unterschrieben, wo er derzeit im Sommertraining schwitzt und sich zum Ziel gesetzt hat, eine gute Rolle zu spielen.

Abgerutscht und nicht zur Combine eingeladen

Der U20-Nati-Stürmer war als Kandidat für die erste Runde eingestuft worden, rutschte zuletzt in den Draft-Prognosen aber ab und wurde nicht zur Combine eingeladen, wo sich die begehrtesten Talente präsentieren können und in Tests und Interviews unter die Lupe genommen werden. Das war ein Dämpfer aber «auch kein Weltuntergang» für den schussstarken Flügel, der diese Saison 30 Tore in 44 Spielen erzielte und auch gerne Checks austeilt.

2017 wurde Nico Hischier als Nummer 1 von den New Jersey Devils im Draft gezogen.
Nam Y. Huh
Die besten Schweizer der Draft-Geschichte
  • 1. Runde
  • 1. Nico Hischier (2017, New Jersey Devils)
  • 5. Nino Niederreiter (2010, New York Islanders)
  • 9. Timo Meier (2015, San Jose Sharks)
  • 11. Kevin Fiala (2014, Nashville Predators)
  • 13. Sven Bärtschi (2011, Calgary Flames)
  • 14. Michel Riesen (1997, Edmonton Oilers)
  • 18. Lian Bichsel (2022, Dallas Stars)
  • 18. Mirco Müller (2013, San Jose Sharks)
  • 19. Luca Sbisa (2008, Philadelphia Flyers)
  • 24. Luca Cereda (1999, Toronto Maple Leafs)
  • 2. Runde
  • 34. Tobias Stephan (2002, Dallas Stars)
  • 38. Roman Josi (2008, Nashville Predators)
  • 39. Tim Ramholt (2003, Calgary Flames)
  • 52. Leon Muggli (2024, Washington Capitals)
  • 53. Noah Rod (2014, San Jose Sharks)
  • 57. Jonas Siegenthaler (2015, Washington Capitals)
  • 60. Janis Moser (2021, Arizona Coyotes)
2017 wurde Nico Hischier als Nummer 1 von den New Jersey Devils im Draft gezogen.
Nam Y. Huh
  • 1. Runde
  • 1. Nico Hischier (2017, New Jersey Devils)
  • 5. Nino Niederreiter (2010, New York Islanders)
  • 9. Timo Meier (2015, San Jose Sharks)
  • 11. Kevin Fiala (2014, Nashville Predators)
  • 13. Sven Bärtschi (2011, Calgary Flames)
  • 14. Michel Riesen (1997, Edmonton Oilers)
  • 18. Lian Bichsel (2022, Dallas Stars)
  • 18. Mirco Müller (2013, San Jose Sharks)
  • 19. Luca Sbisa (2008, Philadelphia Flyers)
  • 24. Luca Cereda (1999, Toronto Maple Leafs)
  • 2. Runde
  • 34. Tobias Stephan (2002, Dallas Stars)
  • 38. Roman Josi (2008, Nashville Predators)
  • 39. Tim Ramholt (2003, Calgary Flames)
  • 52. Leon Muggli (2024, Washington Capitals)
  • 53. Noah Rod (2014, San Jose Sharks)
  • 57. Jonas Siegenthaler (2015, Washington Capitals)
  • 60. Janis Moser (2021, Arizona Coyotes)

Aufgrund seiner relativ geringen Grösse von 1,79 Meter sagte man Steiner, dass es schwierig sei, einzuschätzen, wann er gewählt wird. Die Prognosen der Scouts gehen weit auseinander: «Von der zweiten bis zur fünften oder siebten Runde.» «The Athletic» führt den Davoser im Draft-Ranking als Nummer 115 in der vierten Runde. «Wann und von welchem Klub ist egal: Hauptsache, ich werde gedraftet», sagt der Stürmer, der den Tod seines Agenten Claude Lemieux («Er war eine Riesen-Persönlichkeit») verkraften muss. Lemieux hat sich vor einem Monat im Alter von 60 Jahren das Leben genommen.

Das Kribbeln habe bei ihm in dieser Woche begonnen. Er wird schon die erste Runde (ab 01.00 Uhr Schweizer Zeit) verfolgen und dann am zweiten Tag (ab 17.00 Uhr) zusammen mit der Familie mitfiebern. Und falls sein Name nicht aufgerufen werden sollte, ist die Lage nicht hoffnungslos: Nati-Star J.J. Moser war im Draft zunächst zweimal ignoriert worden, was ihn nicht an einer NHL-Karriere bei Tampa Bay hinderte.

Gibt es noch weitere Schweizer mit Draft-Chancen? Im Central-Scouting-Ranking der in Europa tätigen Talente figurieren mit den GCK-Lions-Talenten Fabrice Bouvard (Nummer 73), Verteidiger Daniil Ustinkov (76, neu SCRJ Lakers) und Kimi Sutter (108) nur drei Schweizer.

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