Darum gehts
Janis Jérôme Moser (25)
Was für eine Saison des Seeländers! Der Verteidiger, der unverständlicherweise einst zweimal (!) im Draft übergangen worden war, zeigt es allen. In dieser Saison etablierte er sich unter den besten Verteidigern der Welt, auch wenn es nicht für die Norris-Trophy reichen dürfte, da er nicht mit glamourösen Offensiv-Statistiken (29 Punkte) protzen kann.
Ab nächster Saison wird er für seine starken Leistungen bei Tampa Bay mit einer saftigen Salärerhöhung belohnt. Bis 2034 wird er im Schnitt 6,75 Millionen Dollar (bisher 3,38 Mio.) pro Saison kassieren. Und mit dem Team aus Florida ist auch in den Playoffs zu rechen, was die Chancen auf eine Teilnahme an der Heim-WM im Mai vermindert.
Roman Josi (35)
Die tolle Aufholjagd der Nashville Predators war für die Katze. Auf der Zielgerade verlor das Team des Berner Captains das Fernduell um einen Playoff-Platz gegen die Los Angeles Kings. Mit 55 Punkten war der Verteidiger der zweitbeste Skorer unter den Schweizer NHL-Stars. Und nach einer Zeit der Ungewissheit hat Josi das posturale Tachykardiesyndrom (POTS), eine Erkrankung, bei der die Herzfrequenz zu stark beschleunigt und Schwindelgefühle erzeugt, dank einer Therapie in den Griff bekommen und konnte diese Saison wieder voll angreifen. Leider setzte ihn ein Handbruch für einen Monat ausser Gefecht, was den Predators den Playoff-Platz gekostet haben dürfte. Dafür darf man bei der Nati auf seine WM-Teilnahme hoffen.
Nico Hischer (27)
Mit 66 Punkten ist der Walliser der beste Schweizer Punktesammler der Liga. Damit liegt er im Bereich der letzten beiden Saisons, aber deutlich hinter seiner Bestmarke von 80 Punkten aus der Saison 2022/23. In den neun Jahren, in denen er nun schon bei den New Jersey Devils spielt, hat er nur dreimal die Playoffs erreicht, was nicht annähernd den Ambitionen des Klubs entspricht. Und zuletzt sorgte eine unverbindliche Aussage des Schweizer Captains («Wir werden sehen, was passiert») bezüglich seines 2027 auslaufenden Vertrags für Unruhe vor den Toren New Yorks. Das erneute Versagen der Devils dürfte das Glück der Nati sein, die erneut auf das Trio der «Swiss Devils» hoffen darf.
Lian Bichsel (21)
Kein Thema für die Heim-WM ist der Solothurner Verteidiger, da er da noch zum letzten Mal intern gesperrt ist, weil er einst den Kampf um einen Stammplatz bei Rögle der U20-WM vorzog. Er stiess dann später an der Seite des jetzigen Gottéron-Verteidigers Michael Kapla bis in den Playoff-Final vor. Auch bei den Dallas Stars hat sich der Zwei-Meter-Mann, der im Dezember und im Januar verletzt ausfiel, in seiner zweiten NHL-Saison etabliert. Die Texaner haben sich problemlos für die Playoffs qualifiziert. Dort wollen sie für Furore sorgen, wobei gegen Minnesota eine harte Serie zu erwarten ist. Im letzten Direktduell flogen bereits die Fetzen. Da wird Bichsel in seinem Element sein.
Pius Suter (29)
Nach seiner mit Abstand produktivsten Saison bei den Vancouver Canucks (46 Punkte in 81 Spielen) unterschrieb der Mann aus Wallisellen ZH auf diese Saison hin bei den St. Louis Blues. Auch wenn der Stürmer nicht mehr ganz so viel buchte (28 Punkte in 62 Partien) und zwischenzeitlich verletzt war, dürfte man in der Stadt mit dem riesigen goldenen Bogen (Gateway Arch) zufrieden sein mit dem smarten, vielseitigen Stürmer. Auch wenn man die Playoffs verpasst hat, womit Suter erstmals seit 2022 wieder an einer WM teilnehmen könnte.
Kevin Fiala (29)
Es sind ganz bittere Monate für den Ostschweizer. Bei den Olympischen Spielen in Mailand im Februar zog er sich gegen Kanada eine Unterschenkelfraktur zu. Seither ist der MVP der WM 2024, der in 56 Spielen 40 Punkte gebucht hatte, out. Immerhin schafften seine Los Angeles Kings in der Nacht auf Dienstag die Playoff-Qualifikation. Fiala soll bereits wieder erste Runden auf dem Eis gedreht haben. Ein Comeback in den Playoffs oder an der WM wäre aber märchenhaft. Wie hoch sein Standing in LA ist, zeigt der Umstand, dass er für sein Team für die King Clancy Memorial Trophy nominiert wurde, die jährlich an einen NHL-Spieler verliehen wird, der sowohl auf dem Eis als auch abseits Führungsqualitäten und soziales Engagement bewiesen hat.
Jonas Siegenthaler (28)
Bekannt ist der Zürcher Verteidiger für seine Defensivstärke. In der Saison davor gehörte er diesbezüglich noch zu den Besten der Liga. Das war nun nicht mehr der Fall. Doch in den letzten 12 Spielen sammelte er 9 Skorerpunkte, nachdem die New Jersey Devils nach Olympia auf einen aktiveren Spielstil umgestellt hatten. Für einen Treffer reichte es für den Schweizer aber nicht. Sein vermeintlich erstes Tor (im 78. Saisonspiel) wurde nachträglich einem Teamkollegen zugeschrieben, der seinen Schuss abgelenkt hatte.
Timo Meier (29)
Jüngst musste General Manager Tom Fitzgerald den Preis für das erneute Playoff-Verpassen der New Jersey Devils bezahlen. Dabei wurde ihm zum Abschied von vielen Seiten auch der Transfer von Meier 2023 angekreidet. In New Jersey mag man mehr vom Appenzeller erwartet haben, der im Jahr des Wechsels 40 Tore erzielt und danach einen Vertrag über acht Jahren im Wert von 70,4 Millionen Dollar unterzeichnet hatte. Die Spieler und Draftpicks, die man für Meier nach San Jose geschickt hat, entpuppten sich aber auch nicht als grosse Verluste. In dieser Saison kam Meier lediglich auf 24 Tore und 40 Punkte. So wenig skorte er seit 2020/21, als er nur 54 Spiele bestritten hatte, nicht mehr.
Nino Niederreiter (33)
Nach den Olympischen Spielen musste sich der Churer einem Eingriff am Knie unterziehen und sechs Wochen pausieren. Doch in den letzten vier Spielen der Regular Season stand er den Winnipeg Jets wieder zur Verfügung. Für einen Playoff-Platz reichte es den Kanadiern aber nicht mehr. So endete die Saison für «El Niño», der in den letzten 35 NHL-Partien nur zweimal getroffen hatte, nach einem vielversprechenden Start alles andere als wunschgemäss. 19 Punkte in 59 Spielen sind eine enttäuschende Ausbeute für ihn. Vielleicht gibt es ja an der Heim-WM im Mai ein Happy End für den vierfachen Silberhelden.
Akira Schmid (25)
Seit dem 21. März und inzwischen elf Spielen stand der Berner bei den Vegas Golden Knights nicht mehr zwischen den Pfosten. Seit John Tortorella an der Bande steht, spielt vorwiegend Carter Hart, den der Italo-Amerikaner aus gemeinsamen Zeiten in Philadelphia kennt. Die Resultate geben ihm recht. Ansonsten steht Schmid auch noch der ehemalige Stammkeeper Adin Hill, der diese Saison mit Verletzungen zu kämpfen hatte, vor der Nase. Mit 34 Saison-Einsätzen spielte Schmid so oft wie noch nie zuvor. Doch seine Zukunft ist in der Schwebe, da sein Vertrag ausläuft. Immerhin hat sich das Team aus Las Vegas dank eines Endspurts noch einen Playoff-Platz gesichert – und gehört zum erweiterten Favoritenkreis für den Stanley-Cup-Sieg.
Philipp Kurashev (26)
Der Berner setzt seine Berg- und Talfahrt fort. Nachdem er früh in der Saison auf der Tribüne gelandet war, startete er zwischenzeitlich durch. Doch nun steht er bei den San Jose Sharks wieder auf dem Abstellgleis. In den letzten zwölf Spielen war er überzählig und nur im Training auf dem Eis. Seinen Platz hat er an den Russen Igor Tschernischow (20) verloren. Kurashevs Vertrag läuft Ende Saison aus. Da stellt sich die Frage, ob der Stürmer, der in 42 Spielen 7 Tore und 13 Punkte buchte, seine NHL-Karriere fortsetzen kann, nachdem man ihn vor einem Jahr schon in Chicago nicht mehr wollte. Die Sharks sind aus dem Playoff-Rennen ausgeschieden, womit die Bahn für eine Teilnahme an der Heim-WM frei sein sollte.