Darum gehts
- Vegas Golden Knights feuern Trainer Bruce Cassidy nach drei Saisons am 31. März
- Neuer Coach John Tortorella startete mit drei Siegen in Folge stark
- Schweizer Goalie Akira Schmid ohne Einsatz seit 21. März
Seit man 2017 ein NHL-Team in Las Vegas installiert hat, gibt es in der Glücksspiel- und Show-Metropole nur ein Credo: «Win now!», gewinne jetzt. Während andere Klubs mehr oder weniger geduldig ihre Teams aufbauen, haben die Golden Knights von der ersten Saison an, in der man sensationell in den Final vorstiess, ihre Blicke auf den Stanley Cup gerichtet. Vor drei Jahren holte man den Titel dann auch in die Wüste.
An der Bande stand damals Bruce «Butch» Cassidy (60). Nun wurde er letzte Woche gefeuert, nachdem sich sein rauer Führungsstil nach drei Saisons abgenutzt hatte und er auf taube Ohren gestossen war. «Wir spielten nicht mehr mit den gleichen Emotionen wie gewöhnlich», sagte Captain Mark Stone.
An Cassidys Stelle verpflichtete man mit John Tortorella (67) einen, der auch nicht dafür bekannt ist, dass er seine Spieler mit Samthandschuhen anfasst. Die Frage, ob der Amerikaner auf Dauer funktionieren wird, ist in Vegas sekundär. Man hat ihn acht Spiele vor Quali-Schluss auch nur mit einem Vertrag bis Ende Saison ausgestattet. Als Durchlauferhitzer.
Schmid unter Tortorella nur Zuschauer
Dem charismatischen Tortorella, der zuletzt als TV-Experte bei ESPN tätig war, hört jeder Spieler zu. Zumindest am Anfang. Und nachdem die goldenen Ritter davor nur vier von 16 Spielen gewonnen hatten und ihren Playoff-Platz zu verspielen drohten, gelang die Wende unter Tortorella augenblicklich. 4:2 gegen Vancouver, 6:3 gegen Calgary und 5:1 gegen Vorjahresfinalist Edmonton, lautet seine Start-Bilanz. Die Stars sprechen auf den neuen Chef an der Bande an. So buchte Mitch Marner im zweiten Spiel unter Tortorella einen Hattrick und fünf Skorerpunkte. Und US-Olympiasieger Jack Eichel sammelte gegen die Oilers drei Assists.
Zwischen Stuhl und Back ist hingegen der Schweizer Goalie Akira Schmid (25) gefallen. Seit dem 21. März hat er nicht mehr gespielt. Einerseits ist der letztjährige Stammgoalie Aiden Hill wieder fit, andererseits setzte Tortorella zuletzt zweimal auf Carter Hart, der schon in Philadelphia seine Nummer 1 war, ehe er vor dem Freispruch im Sex-Gerichtsfall der kanadischen U20-Weltmeister von 2018 von der Bildfläche verschwand.
Tortorella, der 2004 Tampa Bay zum Titel geführt hatte, scheint den Schweizern kein Glück zu bringen. Er war es einst auch gewesen, der Andres Ambühl als Coach der New York Rangers in der AHL in Hartford versauern liess.
Tortorella ist nicht der einzige Trainer, der auf der Zielgeraden der Regular Season zu einem neuen Job kam: Die New York Islanders feuerten über Ostern Patrick Roy und installierten Pete DeBoer (57) mit einem Vierjahresvertrag. Offenbar wollte man der Konkurrenz, die im Sommer auf Trainersuche gehen wird, zuvorkommen. DeBoer, der zuletzt mit Dallas dreimal in den Halbfinals war, aber nicht weiter gekommen ist, hatte mit seinen strikten, konservativen taktischen Vorgaben einst die NHL-Karriere von Damien Brunner in New Jersey beendet.
GM Fitzgerald bezahlt den Preis für miese Devils-Saison
Dies war bereits der dritte Trainerwechsel in der Endphase des Kampfs um die Playoff-Plätze, nachdem schon die Los Angeles Kings am 1. März Jim Hiller durch D. J. Smith (48) ersetzt hatten. Die Kalifornier, bei denen Kevin Fiala verletzt fehlt, sind seither wieder auf einen Wild-Card-Platz geklettert.
Trotz zuletzt besseren Auftritten nicht mehr auf einen grünen Zweig kommen die New Jersey Devils mit dem Schweizer Trio Nico Hischier, Timo Meier und Jonas Siegenthaler. So konnte es nicht erstaunen, dass General Manager Tom Fitzgerald am Dienstag den Laufpass bekam. Auf der Suche nach einem Nachfolger ist man nicht alleine. Da haben Roman Josis Nashville Predators und die Toronto Maple Leafs bereits einen Vorsprung.