Nichts gegen Reto Berra (39). Er ist ein Goalie mit grossen Verdiensten für die Nati und präsentiert sich bei Fribourg in guter Form. Und doch gibt es zwei Kritikpunkte, sollte er im Olympia-Aufgebot stehen.
Im letzten Frühling gönnte er sich und seinem geschundenen Körper in Absprache mit Patrick Fischer eine Auszeit und war dann beim WM-Silbergewinn nicht dabei. Dass der Nati-Coach Rücksicht auf die Situation eines Spielers nimmt, ist durchaus sinnvoll. Doch in anderen Fällen war man pickelhart und ging ganz nach dem Motto «Regeln sind Regeln» dogmatisch vor, wenn es Absagen gab.
Spieler, bei denen man einen Mangel an «Commitment» witterte, wurden gesperrt. Man wollte sicherstellen, dass Nati-Aufgeboten nicht nach dem Lustprinzip Folge geleistet wird. Der jüngste Fall war der NHL-Verteidiger Lian Bichsel (21), der vor zwei Jahren auf die U20-WM verzichtete, weil er den Kampf um einen Platz bei seinem neuen Klub Rögle priorisierte. Bis und mit Heim-WM im Mai ist er gesperrt.
Charlin gehört die Zukunft
Ein weiterer Punkt stösst bei der Berra-Nomination sauer auf. Der Zürcher Unterländer wurde am 3. Januar 39 Jahre alt und stellt, auch wenn er für zwei Jahre bei Kloten unterschrieben hat, nicht die Zukunft der Nati dar. Derweil muss sich Stéphane Charlin (25) verschaukelt vorkommen, wenn er daheimbleiben muss. Der Genfer spielte bei den SCL Tigers eine überragende Saison, blieb dann in drei WM-Spielen makellos und hat nun auch bei Servette den Tritt immer besser gefunden.
Charlin ist 25 Jahre alt. Ihm gehört zusammen mit dem gleichaltrigen NHL-Keeper Akira Schmid die Zukunft im Nati-Tor. Das Olympia-Turnier wäre für ihn, selbst ohne Einsatz, eine wertvolle Erfahrung gewesen.


