Cadieux an der U20-WM
Der designierte Nati-Coach hat seine Visitenkarte abgegeben

Die Schweizer Junioren haben weiterhin Defizite gegenüber den Weltbesten. Da kann auch ein Trainer keine Wunder vollbringen, schreibt Stephan Roth, stv. Eishockeychef.
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Jan Cadieux (l.) beerbt nach der Heim-WM Patrick Fischer (r.), den erfolgreichsten Nati-Coach aller Zeiten.
Foto: keystone-sda.ch
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Patrick Fischer, der erfolgreichste Nati-Coach, den das Schweizer Eishockey je hatte, tritt nach der Heim-WM im Mai nach zehn Jahren ab. Sein Nachfolger steht bereits fest. Es ist Jan Cadieux (45), der Coach der Junioren-Nati. Deshalb stand er an der U20-WM in den USA unter besonderer Beobachtung.

Hätte er sein erstes Turnier auf internationaler Bühne als Headcoach in den Sand gesetzt, wäre der Lack angekratzt gewesen, noch bevor er die Nati übernommen hätte. Dieses Szenario bleibt dem Verband erspart.

Die Schweizer Junioren spielten ein gutes Turnier. Sie konnten die Turnierfavoriten USA und Schweden fordern, auch wenn der Punktgewinn ausblieb. Dann gewannen sie das Schlüssel- und Nervenspiel gegen Erzrivale Deutschland mit beeindruckender Souveränität. 

Defizite punkto Intensität, Technik und Tempo

Der Abstieg war damit abgewendet, der Job erledigt und alles Weitere eine Zugabe. Und die lieferte das Cadieux-Team mit einem weiteren Sieg gegen die Slowakei. Im Viertelfinal gegen Tschechien kam die Mannschaft dann an ihre Grenzen. Auch wenn man nach dem ersten Drittel noch führte und dann das 2:0 auf dem Stock hatte, war nicht zu übersehen, dass die jungen Schweizer im Vergleich zu den Besten Defizite punkto Intensität, Technik und Tempo haben. 

Da kann auch ein Coach keine Wunder vollbringen. Cadieux hat sein Team in jedem Spiel gut eingestellt, alles hatte Hand und Fuss. Um nachhaltige Fortschritte erzielen zu können, müssten sich im Schweizer Eishockey die Prioritäten verschieben. Die Entwicklung von Talenten und die Produktion von NHL-Spielern stehen bei uns aber nicht zuoberst. Was möglich wäre, zeigen die Tschechen.

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